Embryonenforschung
DFG fordert liberaleres Stammzellgesetz

Der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Ernst-Ludwig Winnacker, fordert von der nächsten Bundesregierung eine Liberalisierung des Stammzellgesetzes.

HB BERLIN. Schon heute seien deutsche Forscher gezwungen, mit veralteten Zellen zu arbeiten oder machten sich strafbar, sagte Winnacker dem Handelsblatt. Um dies zu ändern, müsse die Importbeschränkung fallen. Bislang dürfen nur Zellen eingeführt werden, die vor 2002 entstanden sind. Zumindest müsse der Stichtag erneuert werden, sagte Winnacker.

Die Forschungsexpertin im Kompetenzteam der Union, Annette Schavan (CDU), hatte sich jüngst dagegen ausgesprochen, den Embryonenschutz zu Gunsten der Forschung aufzuweichen. "Der Respekt vor dem friedensstiftenden Beschluss des Parlaments verbietet, so eine Frage in einem Koalitionsvertrag anders zu regeln", sagte sie dem Handelsblatt mit Blick auf entsprechende Forderungen der FDP.

Winnacker plädierte außerdem dafür, dass sich der Bund stärker um die Universitäten kümmert. Die Forschung an den deutschen Hochschulen könne nur der Bund allein retten. Die Länder seien dazu finanziell nicht in der Lage. Damit widerspricht der DFG-Präsident massiv vor allem den unions-regierten Ländern, die bisher jede Einmischung des Bundes in die Hochschulpolitik zurückweisen. Als vorbildlich bezeichnete Winnacker die Forschungspolitik des britischen Premiers Tony Blair, der das Forschungssystem binnen weniger Jahre außerordentlich wettbewerbsfähig gemacht habe.

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