Emissionszertifikate
Konzerne und Verbraucher üben den Schulterschluss

Stromverbraucher und -erzeuger wehren sich in einer ungewöhnlichen Allianz gegen die Versteigerung von Emissionszertifikaten. Sie befürchten überflüssige Kosten. Und während die Stromkonzerne um ihre schnellen Milliardengewinne bangen, sehen Länder und Gemeinden Einnahmeausfälle auf sich zukommen.

BERLIN. Stromverbraucher und -erzeuger tragen gemeinsam vor, die Versteigerung verursache überflüssige Kosten. Das Ziel, die Kohlendioxidemissionen zu senken, lasse sich auch ohne Auktionierung erreichen. Der Umweltausschuss des Bundestages befasst sich am Montag in einer Anhörung mit dem Thema.

Emissionszertifikate verbriefen das Recht, eine bestimmte Menge an Kohlendioxid emittieren zu dürfen. Ohne Zertifikate ist ein Betrieb der betroffenen Anlagen nicht möglich. „Die Versteigerung wäre eine falsche Weichenstellung, vor allem zu Lasten der Strom- und Energiekunden“, sagte VIK-Geschäftsführer Alfred Richmann am Dienstag in Berlin. Der VIK vertritt die Interessen energieintensiver Unternehmen und steht für rund 80 Prozent des industriellen Energieeinsatzes in Deutschland. Der Verband kritisiert, die Versteigerung stehe dem im Koalitionsvertrag von Union und SPD postulierten Ziel entgegen, die Kostenbelastung der Wirtschaft durch den Emissionshandel zu senken.

Die Parlamentarier von Union und SPD wollen die Versteigerung. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) dagegen hatte die Auktionierung zunächst nicht vorgesehen. Der entsprechende Passus soll noch vor der Sommerpause in das Gesetz aufgenommen werden, das die Verteilung der Zertifikate für die Zeit von 2008 bis 2012 regelt. Europarechtlich möglich ist die Auktionierung von bis zu zehn Prozent der Papiere.

Der VIK fürchtet nun, dass institutionelle Anleger auftauchen und die Preise nach oben treiben könnten. Da die Energieerzeuger die Kosten, die sie für die Zertifikate aufwenden, ihren Kunden in Rechnung stellen, würden die Strompreise dann entsprechend steigen.

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