Emotionale Rede
Seehofer wirbt für Betreuungsgeld

Der CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer hat in einer Landtagsdebatte am späten Dienstagabend eindringlich für das umstrittene Betreuungsgeld geworben.
  • 8

MünchenIn einer ungewöhnlich emotionalen Rede verwahrte sich Seehofer gegen Kritik, die CSU wolle die finanzielle Leistung lediglich aus ideologischen Grünen durchboxen. Es gehe darum, Müttern und Vätern die Wahlfreiheit zu überlassen, ob sie ihre kleinen Kinder zu Hause erziehen wollen oder nicht. Es gehe um „ein Stück freiheitlicher Entscheidung eines Bürgers“. „Trauen wir denn das den Leuten nicht mehr zu?“, fragte der Ministerpräsident im Landtag in München und mahnte, Politiker dürften nicht als Vormund der Bürger auftreten.

Seehofer wies zugleich Kritik als unberechtigt zurück, das Betreuungsgeld behindere den weiteren Krippenausbau. Er sicherte vielmehr zu, die bayerische Staatsregierung werde jeden Krippenplatz, der von den Kommunen beantragt werde, fördern - und zwar ohne Rücksicht darauf, ob die Mittel dafür im aktuellen Haushalt veranschlagt seien oder nicht.

Zugleich verteidigte Seehofer den jüngsten Kompromiss, die Auszahlung des Betreuungsgeldes vom regelmäßigen Besuch der Kindervorsorgeuntersuchungen abhängig zu machen. Er könne daran wirklich nichts nachteiliges erkennen, schließlich dienten diese Untersuchungen dem Kindeswohl.

Auf den neu entbrannten Streit mit der Bundes-FDP über das Betreuungsgeld ging Seehofer nicht explizit ein - nach dem Nein der FDP zu dem unionsintern ausgehandelten Kompromiss ist die für den 18. Oktober im Bundestag vorgesehene Verabschiedung zunächst geplatzt. Die Spitzen von Union und FDP suchen nun fieberhaft nach einer Lösung. Man stehe aber nicht vor einem Bruch des Regierungsbündnisses, beteuerten CDU, CSU und FDP gleichermaßen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Emotionale Rede: Seehofer wirbt für Betreuungsgeld"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Dieses Betreuungsgeld ist der größte Schwachsinn
    Und das Widerliche dabei ist, dass diese v. d. L. mal wieder der Versicherung Geld zuschustern will. Denn ihr Konzept beinhaltet ja, dass das Geld nur der kriegt, der regelmäßig zur Vorsorge geht und eine private Rentenvers. aufbaut.
    Also wiedr eine neue Einnahmequelle für die Versicherungen, wie diese unselige Riester-Rente, soll es also nun eine v.d.L-Rente geben
    Außerdem, braucht die Chefarzt-Gattin schon wieder Geld vom Steuerzahler für ihr Kind?
    Wie bekloppt wird unser Land eigentlich noch?

  • WER FRAGT DIE KINDER?

    Kindergrippen sind KINDERVERWAHRANSTALTEN für entweder lieblose oder arme Eltern. Es ist wissenschaftlich völlig unstrittig (!), dass dies der geistigen und emotionalen Entwicklung eines Kindes abträglich (!) ist. Und was verdammt nochmal ist mit L I E B E!? Ein Kind braucht mehr als Essen und intellektuelle Anregung!

    Und an die "abgezockten Kinderlosen": Eltern mit Kindern sichern IHRE Rente und Ihre Versorgung im Alter. Während - manche/einige - Kinderlose ihre egomanischen, narzistischen Allüren ausleben sorgen Mütter und Väter mit einem Einsatz, den sich ein Kinderloser nicht einmal vorstellen kann, für die Zukunft dieses Landes!

  • ...wir werden's überleben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%