Emotionen im Wahlkampf
Steinmeier brüllt für Europa

Mit Trillerpfeifen gegen EU und Nato: In Berlin haben Demonstranten versucht, die Rede von Frank-Walter Steinmeier zu stören. Der sonst besonnene Außenminister verliert die Contenance – und schreit sich zum Youtube-Hit.
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BerlinBei einer Wahlkampfveranstaltung der SPD auf dem Alexanderplatz protestierten Demonstranten mit Trillerpfeifen und Zwischenrufen gegen die Ukraine-Politik der Bundesregierung. Sie gehören zum Spektrum der neuen Montagsdemos, die sich vor allem gegen die USA, die Nato und die angebliche Medienhetze gegen Russland positionieren. Auch bei der Rede von Frank-Walter Steinmeier skandieren sie immer wieder: „Kriegstreiber, Kriegstreiber“.

Anders als seine Parteikollegen reagiert der in der Regel eher besonne Außenminister auf die Störer und fährt dabei aus der Haut.

Beim Publikum erntet Steinmeier für seine emotionale, aber inhaltlich treffende Reaktion viel Applaus. Auch in den sozialen Medien kommt die Wutrede gut an. Das Video der „Welt“ wurde bei Youtube fast 750.000 Mal angeklickt. Die Kommentatoren bei Twitter sind oft begeistert und überrascht – eine der emotionalsten Reden im Europawahlkampf hatten gerade Steinmeier die wenigsten zugetraut.

Bei der SPD, in deren Europa-Wahlkampf Steinmeier erst eine untergeordnete Rolle spielte und nun zum „Zugpferd“ aufgestiegen ist, freuen sie sich ob der positiven Resonanz. Vielleicht hilft es ja dabei, das 2009er-Ergebnis von 20,8 Prozent zu verbessern.

Steinmeier selbst macht am Mittwoch die besonderen Umstände jenes Abends für seinen Zorn verantwortlich. „Dieses Maß an Hass und Dummheit, das mir auf dieser Veranstaltung entgegenschallte, hat mich in einem so hohen Maße empört, dass diese Rede so zustande kam wie sie zustande kam.“ Aber stolz auf seinen Erfolg im Internet sei er nicht.

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  • Eine Schlaftablette zeigt Emotionen
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    Er brüllte sich heiser, als er auf die Vorwürfe der Demonstranten antwortete und beschimpfte sie.
    Von seinen Genossen erntete er heftigen Applaus.

  • Das alles wird ihn nicht von den Fehlern und der Kriegstreiberei vor der Eskalation entlasten. Er hätte sich nicht als NSA-USA-Marionette ausnutzen lassen sollen. Den kriminellen Umsturz in Kiew mit seinen weitreichenden Folgen sind auch Steinmeier's Verschulden. Er sollte die politische Bühne verlassen. Wer schreit, hat Unrecht! Das gilt auch heute noch!

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