Empörung über Schröders Buch
„Pseudo-Emanzipations-Wortblasen“

Eigentlich wollte Kristina Schröder mit ihrem Anti-Feminismus-Buch nur eine Diskussion anstoßen. Doch nun steht die CDU-Familienministerin selbst unter heftigem Beschuss.
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BerlinMit harscher Kritik haben SPD und Grüne auf das neue Buch von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) mit dem Titel „Danke, emanzipiert sind wir selber!“ reagiert. Schröder zeige sich mit ihrem Buch „ignorant gegenüber der Lebensrealität eines Großteils der Frauen“, sagte die familienpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Katja Dörner, Handelsblatt Online. Die von ihr propagierte Emanzipation sei eine für Frauen, die es sich leisten könnten. So sei zwar Teilzeitarbeit für Mütter mit hohem Einkommen und sicherem Job „vielleicht eine realistische Option“. Für viele Frauen bedeute Teilzeit aber der Weg in die Altersarmut und für viele den entscheidenden Karriereknick. „Ministerin Schröder sollte ihre Pseudo-Emanzipations-Wortblasen einstellen und sich stattdessen veraltete Strukturen vorknöpfen, die echter Emanzipation und Geschlechtergerechtigkeit entgegenstehen“, sagte Dörner. „Also: Abschaffung des Ehegattensplittings und Begrenzung der Minijobs.“

Auch die SPD-Familienexpertin Caren Marks hält Schröders Plädoyer für eine vollzeitnahe Teilzeit für beide Eltern unter den gegebenen Umständen für realitätsfern. „Damit Frauen und Männer überhaupt ihren individuellen Lebensentwurf auch verwirklichen können, bedarf es bestimmter Rahmenbedingungen und bestimmter Strukturen“, sagte Marks Handelsblatt Online. „Dazu gehören gute Arbeitsplätze, ein gesetzlicher Mindestlohn, gleicher Lohn für Männer und Frauen, eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Führungspositionen, ein ausreichendes Angebot an qualitativen Kinderbetreuungsplätzen, ein gerechtes Steuersystems, um nur einige zu nennen.“

Dazu bedürfe es aber keines Buches, sondern vielmehr „eines politischen Handelns und Gestaltens durch die Ministerin“. Doch genau da liegt das Absurde. „Schröder handelt gerade nicht, verlagert alles in die Privatheit, in die persönliche Lebensgestaltung“, kritisiert die SPD-Politikerin. Damit verhindere die Ministerin geradezu politischen Fortschritt in der Gleichstellung, etwa bei der Frauenquote und der Entgeltgleichheit. Außerdem setzt sie sich für ein Betreuungsgeld ein. „Was dies mit einem emanzipatorischen Selbstverständnis zu tun hat, weiß wohl nur sie selbst“, sagte Marks. „Ihre politische und gesellschaftliche Sichtweise ist jedenfalls kein Leitbild für die heutige Frauengeneration. Es wird höchste Zeit, dass wieder eine gute aktive Gleichstellungspolitik stattfindet.“

Schröder verteidigte ihr Buch gegen die teils heftigen Anwürfe. Es werde deutlich, dass mit der Kritik an ihren Thesen „ein bestimmtes Bild von mir gepflegt werden soll“, sagte die CDU-Politikerin. Schröder machte deutlich, dass „es meine tiefe Überzeugung ist, das ich als Familienministerin keine Rollenleitbilder vorzugeben habe“. Sie habe mit dem Buch Anstöße zu Diskussion geben wollen.

SPD-Bundestagsfraktionsvize Dagmar Ziegler warf Schröder Versagen vor. Das Buch sei eine „Absage an Politik“. „Denn Frauen sind in der Schröderschen Lesart eben selbst schuld an ihrer Misere“, sagte Ziegler Handelsblatt Online. Schröder nehme ihre Verantwortung angesichts der zahlreichen offenen Baustellen in der Familienpolitik nicht wahr. Mit ihrer Buchveröffentlichung wisse man jetzt auch warum: „Ministerin Schröder will keine Politik machen - dann soll sie konsequenterweise ihren Stuhl räumen.“

Interaktive Infografik

Anteil der Kinder unter 3 Jahren in Kindertagesbetreuung

Stichtag: 1. März 2011

Entstanden ist die Schrift während Schröders Mutterschutz. Co-Autorin ist Caroline Waldeck, eine Mitarbeiterin aus dem Familienministerium. „Dieses Buch ist ein politisches Buch, aber kein Buch über Politik“, heißt es im Vorwort. Schröder beschreibt, warum sie Leitbilder wie „Hausfrau, Karrieremutter, Rabenmutter“ ablehnt. Diese würden den Frauen „samtene Fesseln“ anlegen. „Dieses Diktat wollen wir hinter uns lassen“, heißt es im Vorwort. Schröder wird nach eigenen Angaben ihren Erlös aus dem Verkauf spenden.

Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik

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  • (...) +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

    http://s1056.photobucket.com/albums/t373/trollfeed/?action=view¤t=20120415-fax-petition-anon.jpg&evt=user_media_share

    "Sorgerechtsregelung nicht verheirateter Väter ist Menschenrechtsverstoß"

    http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=EGMR&Datum=03.12.2009&Aktenzeichen=22028/04

  • Also wenn wir schon bei Quoten sind, wo bleibt die Quotenfrau bei der Straasenreinigung ?

    Das wäre doch mal was für den nächten girls day...

  • @HaHA: ja, recht haben Sie.

    Die Emanzen lassen sich nicht von jedem Idioten begatten, sondern höchtens von besoffenen Idioten.
    Bei euch hilft nur schön-trinken und ich kann ehrlich gesagt auch verstehen warum ihr sooooo gefrustet seid.

    Na, ob das stramme gesunde Kinder gibt ?

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