Ende der 25-Prozent-Abgeltungssteuer Schäuble hält höhere Kapitalsteuer für möglich

Die OECD-Länder arbeiten an einem automatischen Informationsfluss von Steuerdaten. Eine Folge daraus hat nun Finanzminister Wolfgang Schäuble erläutert – sie betrifft die Besteuerung von Kapitalerträgen in Deutschland.
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Wolfgang Schäuble – er war nie ein Freund der pauschalen Abgeltungssteuer von 25 Prozent auf Kapitalerträge. Quelle: Reuters
Bundesfinanzminister

Wolfgang Schäuble – er war nie ein Freund der pauschalen Abgeltungssteuer von 25 Prozent auf Kapitalerträge.

(Foto: Reuters)

Berlin
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hält als eine Folge des automatischen Steuer-Informationsaustausches zwischen Staaten höhere Sätze bei der Besteuerung von Kapitalerträgen in Deutschland für möglich. Derzeit werde in den Ländern der Industriestaatenorganisation OECD daran gearbeitet, diesen automatischen Informationsfluss von Steuerdaten herzustellen, sagte Schäuble der „Wirtschafswoche“. Wenn man das bis 2017 hinbekomme, dann könnte das das Ende der Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent auf Kapitalerträge in Deutschland bedeuten, signalisierte er. „Dann wären auch wieder höhere Steuersätze auf Kapitalerträge denkbar.“

Die pauschale Abgeltungssteuer von 25 Prozent auf Kapitalerträge war unter Schäubles Amtsvorgänger Peer Steinbrück eingeführt worden. Der hatte Kritik an dem von Kritikern als zu gering erachteten Satz mit Blick auf eine Verschiebung von Geldvermögen in andere Länder mit dem Argument verteidigt, es sei besser, 25 Prozent auf einen Betrag von X zu erhalten als 45 Prozent „von nix“.

„Damals bei der Einführung war das Argument, man müsse sich mit geringeren Sätzen zufrieden geben, weil in einer globalisierten Wirtschaft sonst massive Steuer- und Kapitalflucht drohe“, sagte Schäuble nun. Das gelte aber nicht mehr, wenn man den Informationsaustausch habe. „Ich war nie Anhänger dieser Idee, aber ich war damals leider nicht zuständig“, machte Schäuble seine Haltung klar.

  • rtr
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16 Kommentare zu "Ende der 25-Prozent-Abgeltungssteuer: Schäuble hält höhere Kapitalsteuer für möglich"

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  • Der Staat hat schon längst zugegriffen, in Form von niedrigen Zinsen und im Falle von der Lebensversicherung hat er unsere Anteile an den Gewinnreserven vor Monaten gekappt zum Wohle der Versicherungsunternehmen. Im Falle von Direktversicherungen/Gehaltsumwandlungen wurde ebenfalls soch vor Jahren ein Pauschalsteuersatz von 10% auf 15% auf 20% angehoben und dann noch zusätzlich mit dem vollen Beitragssatz zur KV belastet. Im Nachhinein hat sich das also alles nicht gelohnt.

  • Herr Narrog: da haben Sie sich offenbar ziemlich verrechnet. Man könnte auch sagen: "schlicht falsch".

    Nach meine detaillierten Berechnung beträgt der "reale Steuersatz" nämlich genau 9.421% und liegt damit weit über dem von Ihnen "berechneten".

  • Herr Hofer,
    die CDU ist doch längst eine ganz stramme linke Partei

  • Die medienwirksame Jagd auf Steuerhinterzieher und die immer stärkere Kriminalisierung von anständigen Spitzensteuerzahlern wurde von unseren raffgierigen Politikern auch damit begründet, dass dann die Steuern für alle sinken könnten. Das Gegenteil ist selbstverständlich der Fall wie zunächst der Enteignungsphantast Stegner und jetzt der Sozialist Schäuble klar machen.
    Selbstverständlich könnte man zum alten System von vor 2009 zurück kehren. Also steuerfreie Kursgewinne nach einem Jahr und Halbeinkünfteverfahren bei Dividenden. Aber darum geht es den Sozialisten nicht. Sie wollen alles. Dies ist wohl auch das eigentliche Ziel der ständigen Rentenkürzungen. Immer mehr verantwortungsvolle Bürger kümmern sich eigenverantwortlich um ihre Altersvorsorge. Und an die Knete wollen die räuberischen Beamten und Politiker jetzt ran. Schließlich leben sie davon. Vermutlich werden sie sich dann wieder ihre üppigen Gehälter und Pensionen auf Kosten der Steuersklaven erhöhen.
    Also ich frage mich, wer diese sozialistischen Parteien eigentlich noch wählt. Da ich selbständig bin, gefährdet der räuberische Staat immer mehr meine Altersvorsorge. Steuerhinterziehung ist unter diesen Bedingungen nicht mehr rechtswidrig, da eindeutig Notwehr vorliegt.

  • was rechnen Sie sich denn da zusammen? Dann machen ja alle Verluste, was?

  • @ Franz Paul,
    "....ICH kann das. Sie auch? Und meine ( dann ehemaligen) Mitarbeiter?"
    Er kann das wiem jeder Politiker!!!!!
    Schließlich waren es Politiker welche "Gutverdienenern" oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze und Selbständige grundsätzlich die Befähigung zur eigenverantwortlichen Altersscherung zugebilligt haben.
    Politiker halten sich selber (und ihre Begünstigten) zu einer Eigenverantwortung i.d.S. unverändert für nicht befähigt.
    Diätenerhöhung plus 10%; Regelung für den öffentlichen Dienst plus "X" Prozentpunkte aber mindestens "X" Euro, usw.
    Analog; VBL ab Juli 2015, plus 1% = 1,35 €/Monat.
    Interessant die weiteren Raubzüge der Politiker unter www.seniorenaufstand.de, wobei der Name irritiert. Es sind alle abhängig Beschäftigte / Pflichtversicherte betroffen.

  • Ziehen sie doch um
    http://de.wikipedia.org/wiki/Abgeltungsteuer
    und die Räuber bekommen nix.

  • Der gierige (inzwischen Unrechts)Staat braucht immer mehr Geld, um sich die illegale, politisch gewollte Masseneinwanderung leisten zu können und greift deshalb überall dort hemmungslos zu, wo sich Menschen nicht dagegen wehren können: Bei Sparern, Autofahrern, Selbstständigen und Hausbesitzern (letztendlich also auch bei Mietern).

  • @Andreas Driller:
    Falsch!
    Die Besteuerung beträgt:
    ESt: 25,000 %
    Soli: 1,375 %
    KirchenSt: 2,000 %

    Das macht zusammen maximal 28,375 % (sofern das sonstige Einkommen entsprechend hoch liegt und nicht die Günstigerprüfung bei der ESt.-Veranlagung zu einer Rückerstattung führt).
    Die Erhöhung des Abgelungsteuersatzes führt natürlich dann auch zu höheren Sätzen bei Soli und Kirchensteuer!

  • Soll die Steuer auf Kapitalerträge noch einmal erhöht werden? Bei den ganzen Zahlenspielen erwähnt niemand, dass früher Kursgewinne aus z. B. Aktien und Aktienfonds nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei waren. Jetzt werden sie mit 25 % besteuert. Demnächst wohl noch höher. Ich glaube nicht, dass man bei einer Rückkehr zum persönlichen Steuersatz auch wieder Gewinne aus Aktien(-fonds) freistellt.

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