Ende der Friedenspflicht
IG Metall kündigt Ausweitung der Streiks an

In der Nacht auf Mittwoch endet die so genannte Friedenspflicht. Von diesem Zeitpunkt an müssen die Autohersteller DaimlerChrysler, Audi und Porsche sowie Zulieferer wie Bosch oder der Kolbenhersteller Mahle mit stundenweisen Warnstreiks der Beschäftigten rechnen. Das kündigte die IG Metall an. Und auch im Norden drohen Streiks.

HB STUTTGART/HAMBURG. „Wie werden am 29. März mit Warnstreiks beginnen“, sagte ein IG Metall-Sprecher am Samstag in Stuttgart. Die Arbeitsniederlegungen und Proteste würden die „großen Brocken“ in der Branche treffen, sofern das für Montag geplante nächste Spitzengespräch mit dem Arbeitgeberverband über die Tarifforderung von fünf Prozent wie erwartet keine Einigung bringe. An den Warnstreiks würden sich voraussichtlich jeweils mehr als 10 000 Beschäftigte beteiligen. Allein zu den geplanten Kundgebungen im DaimlerChrysler-Werk Sindelfingen erwartet die Gewerkschaft zwischen 10 000 und 20 000 Beschäftigte.

Mit den Warnstreiks will die Gewerkschaft die Arbeitgeber zwingen, ein konkretes Tarifangebot in der laufenden Tarifrunde zu unterbreiten. „Wichtig ist, dass die Arbeit ruht“, sagte der Gewerkschaftssprecher. Neben der Niederlegung der Arbeit für wenige Stunden wollten die Beschäftigten zum Teil auch ihre Schichten früher beenden. Bisher weist der Arbeitgeberverband Südwestmetall die Lohnforderung pauschal als überzogen zurück und will mit der Gewerkschaft ein Gesamtpaket verhandeln, um die verstärkte Auslagerung der Produktion ins Ausland zu stoppen und neue Stellen in der Branche zu schaffen.

Der Gewerkschaftssprecher bestätigte damit einen Bericht der „Automobilwoche“. Danach sind auch bei dem in Rüsselsheim und Bochum produzierenden Hersteller Opel und BMW in München Warnstreiks geplant.

In der Nacht zum Mittwoch endet in Baden-Württemberg die Friedenspflicht. Die Tarifverhandlungen im Südwesten werden in diesem Jahr noch durch die Kündigung des Tarifvertrages über Sonderpausen für Beschäftigte an Montagebändern belastet. Für diese nach dem früheren IG Metall-Chef Steinkühler benannten achtminütigen Zusatzpausen soll es nach dem Willen der Arbeitgeber keinen separaten Tarifvertrag mehr geben, die Gewerkschaft befürchtet beim Wegfall der 1973 erstreikten Pausen eine Verlängerung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich

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