Ende der Sommerpause
Wünsch dir was von Angela Merkel

Für die Kanzlerin ist der Sommerurlaub vorbei. Und ein Haufen Arbeit liegt vor Angela Merkel. Allen voran die Schuldenkrise. Wären da nicht ihre Kollegen, die sich noch ganz andere Themen auf der Tagesordnung wünschen.
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DüsseldorfDie Woche nach dem Sommerurlaub startet geruhsam für die Kanzlerin. Noch ist ja schließlich parlamentarische Sommerpause. Angela Merkel wird am Mittwoch die Kabinettssitzung leiten und dann ist ausreichend Zeit für einen schnellen Zwei-Tages-Trip nach Kanada. Der Grund: das Freihandelsabkommen zwischen Kanada und der Europäischen Union. Deshalb trifft sie sich mit Premier Stephen Harper. Der wird Merkel wohl freundlich empfangen. Warum auch nicht? Denn die Kandier müssen sich ja auch nicht direkt mit dem Euro rumschlagen.

Dabei ist die Euro-Krise Merkels wichtigstes politisches Problem, finden auf jeden Fall 54 Prozent der Befragten des Politbarometers. Und schon geht das Wunschkonzert los. Denn in Sachen Euro will jede Partei etwas anderes: Die SPD denkt beispielsweise laut darüber nach, dass die Krise nur mit mehr Europa, mit einer gemeinsamen Schuldenhaftung überwunden werden kann. Sigmar Gabriel jedenfalls, der SPD-Chef, wünscht sich von der Kanzlerin mehr Taktik in der Euro-Frage: „Was fehlt, ist eine Krisenlösungsstrategie.“ Und auch sein Kollege Peer Steinbrück wünscht sich eine Schuldenunion.

Und dann gibt es Stimmen aus den eigenen des Koalitionspartners, die den Austritt Griechenlands aus dem Euro für gar nicht mehr so schlimm halten: "Für mich hat ein Austritt Griechenlands längst seinen Schrecken verloren", sagte Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). Was der sich wohl wünscht?

Deutlich sagt er das jedenfalls, wenn es um eine andere Baustelle der Merkel-Regierung geht: die Energiewende. „Die Energiewende ist eine Aufgabe von historischer Dimension und neben der Euro-Krise für mich das wichtigste Thema“, sagte er. „Deshalb richte ich das Haus auf die neue Aufgabe aus.“ Als er am Freitag die Öl-Bohrinsel Mittelplate in der Nordsee besuchte, sagt er nicht, dass er die Anträge auf die Ausweitung der Förderung des Konzerns RWE Dea unterstützt. Aber er sagt: „Wir brauchen im Sinne von Versorgungssicherheit solche Öl-Plattformen.“ Soweit die Wünsche des Wirtschaftsministers in Sachen Energiewende.

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Die anderen Aufgaben der Regierung

Kommentare zu " Ende der Sommerpause: Wünsch dir was von Angela Merkel"

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  • Sie sollte sich endlich der Realität stellen. Die EU ist nur noch ein von Brüssel verursachter Schuldensumpf. Da gibt es nichts mehr zu retten. Und die neuen Regierungschefs der EU haben auch kein Interesse mehr an einer politischen oder wirtschaftlichen Gemeinschaft. Nur noch an einer Schuldengemeinschaft. Also endlich den Geldfluss stoppen und über einen Neuanfang nachdenken! Aber besser machen als bei der Energiewende!

  • Lesenswert !

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/der-politikstil-der-kanzlerin-das-system-m-11841711.html

    http://www.focus.de/politik/deutschland/kisslers-konter/kisslers-konter-wie-in-der-krise-das-volk-entmachtet-wird_aid_796809.html

    http://www.taz.de/!99382

    CDU = Angela Merkel = 1-Frau-Show = undemokratisch = unwählbar.

    Jedes Thema lässt sie "dauer-köcheln", bis es einem zu den Ohren raushängt. Ich habs satt !!

  • Eine Vergemeinschaftung der Schulden wird nur von Seiten der SPD und den Grünen gefordert.Diese können ja sowieso nicht vernünftig mit Steuereinnahmen umgehen. (Siehe die NRW-SPD. Hier wird verzweifelt versucht mit den Ankauf von Steuer-CD`s den miserabeen Haushalt zu retten. Ich sage nur, Eurobonds Gabriel und Trittin. Gott sei Dank das Frau Merkel wie ein Fels in der Brandung steht. Auch wenn es an der Zeit ist unsere Haushaltsverschuldung zurückzuführen, versuchen die dummdreisten Schreiberlinge der anderen Staaten, doch nur von der falschen Haushaltsführung ihrer eigenen Staaten abzulenken. Würden diese so über den Iran schreiben, ständen sie auf der Todesliste.

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