
BERLIN. Auf der Liste, die soeben für den Generalinspekteur der Bundeswehr, Volker Wieker, aufgestellt wurde, wird der „Verzicht auf die Realisierung Talarion“ empfohlen. Das Papier mit dem offiziellen Titel „Priorisierung Materialinvestitionen“ liegt dem Handelsblatt vor. Stattdessen empfiehlt der Führungsstab der Streitkräfte die „sofortige Beschaffung von Saateg AA Male“, einer Weiterentwicklung der derzeit geleasten „Heron“-Drohne.
Damit ist ein vorzeitiges Ende des EADS-Prestigeprojekts „Talarion“ absehbar. Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern hatte kürzlich erneut betont, die europäischen Interessenten für „Talarion“ müssten sich bis Herbst auf einen Entwicklungsauftrag über 1,5 Mrd. Euro verständigen, um das Projekt zu retten. Insgesamt soll die Neuentwicklung der Drohne, die EADS-Rüstungschef Stefan Zoller als „zentrales Projekt“ für den ganzen Konzern begreift, mehr als drei Mrd. Euro kosten.
Mit der Streichung ist nicht nur ein harter Konflikt zwischen zu Guttenberg und der Rüstungsindustrie programmiert. Auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) ist alarmiert. Er hatte beim Besuch des EADS-Luftfahrtzentrums Manching vor zwei Wochen angekündigt, Sparmaßnahmen im Rüstungsbereich zu verhindern, die „Innovationen beschädigen“. Konkret nannte Seehofer dabei die EADS-Entwicklungen „Talarion“, „Eurofighter“ und „A400M“. Doch laut Streichliste sind alle betroffen: Die Bundeswehr will 37 „Eurofighter“-Kampfjets weniger kaufen als vereinbart, und beim Militärtransporter „A400M“ fordert die Armeeführung eine „Überprüfung der Stückzahlen“, die auf eine Schrumpfkur hinauslaufen könnte.
Mit scharfer Kritik reagierte die IG Metall auf die Pläne zu Guttenbergs. "Mit dem Verzicht auf die Realisierung von ‚Talarion’ ist Verteidigungsminister zu Guttenberg der Totengräber der militärischen Luftfahrtindustrie in Deutschland“, sagte der Beauftragte der IG Metall für den Gesamtbetriebsrat der EADS Deutschland, Bernhard Stiedl, am Mittwoch im Gespräch mit Handelsblatt Online. „Noch vor wenigen Tagen hat der bayerische Ministerpräsident Seehofer auf einer Betriebsversammlung bei EADS in Manching versprochen, sich für den ‚Talarion’ einzusetzen, dieses Versprechen erweist sich jetzt als Luftnummer.“
Ja genau.
Milliarden verplempern für unfähige/gierige banker und diverse Rettungsschirme aufspannen - und dann eine der verbleibenden Hochtechnologien plattmachen.
Glückwunsch bundesrepublik, wozu brauchst Du ingenieure. Gibts alles billig in indien oder China
Die Konkurrenz lacht sich tot.
Respekt für vGutenberg und Daumen nach unten für Seehofer, den nun wirklich keiner in der Lobbydienerrolle braucht. Wer es schafft, hier die fette, spätrömischen Rüstungsindustrie in ihre engen Schranken zu weisen, hat wirklich nachhaltig Wert geschaffen. Dafür lohnt sich der eine oder andere Konflikt. Auch die Abschaffung der unsinnigen Wehrpflicht, die nur Kasernen füllen und Verwaltungsbeamte in beschäftigung halten soll, ist solch eine gute Tat für das deutsche Volk!
Zumindest ist der Herr baron nicht konfliktscheu und versucht wenigstens, die Authorität des Gesetzgebers gegenüber der arroganten Anspruchsdenke von EADS durchzusetzten. (Applaus!!) Schliesslich waren die bisher an EADS vergebenen Aufträge eine mehr oder weniger offene Subvetionierung dieses Lieblingskindes der dt. Politik. Horst S. liefert unaufgefordert sofort einen weiteren beweis seines kleinbürgerlich-provinziellen Horizonts und seiner Rückgratlosigkeit und läßt bestimmt schon die Messer gegen den Parteikollegen wetzen. Denn den Amigos in bavaria die Aufträge wegzunehmen, kommt, selbst bei mehrfach erwiesener Unfähigkeit, natürlich nicht in Frage!
im interesse gut ausgerüsteter (berufs-)Streitkräfte sollten auch in dieser branche endlich die Gesetze des Marktes Einzug halten. Das heißt: Wer zu spät, schlechte Qualität und /oder deutlich teuerer als vereinbart liefert, kann halt nix verkaufen! Statt dessen nimmt der Staat als Auftraggeber hin, das die EADSler seit Jahren an drei Trauerspielen (Tiger, NH 90, A 400 M) herumdilettieren, und nun ungerührt die nächste blamage (Talarion?) in Agriff nehmen (dürfte sich bei EADS so bis 2030 hinziehen). Kein privater Abnehmer hätte sich so etwas bieten lassen, da hätte die Konzerleitung längst ein paar hundert Rechtsanwälte am Hals und würden Rückstellungen für Vertragsstrafen bilden, dass ihr Hören und Sehen vergeht.
Wenn sich die Seehofers durchsetzen, dann endet die bundeswehr als Mischung als Auffanglager für teuere und nutzlose EADS-Versuchsmuster und Museeum für Militärtechnik, natürlich mit wehrpflichtigen Statisten ;-) ...
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