Ende von Jamaika Der nächste Wahlkampf hat begonnen

Am Abend nach dem Scheitern der Jamaika-Koalitionsgespräche gastierte Bundeskanzlerin Merkel nacheinander in ZDF- und ARD-Sondersendungen – und schaute schon mal aus dem Jahr 2027 auf die Gegenwart zurück.
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Die Bundeskanzlerin äußerte sich zum Ende der Sondierungsgespräche bei den Öffentlich-Rechtlichen. Foto: Reiner Freese/ARD-Hauptstadtstudio/dpa Quelle: dpa
Merkel im ARD-Brennpunkt

Die Bundeskanzlerin äußerte sich zum Ende der Sondierungsgespräche bei den Öffentlich-Rechtlichen.

Foto: Reiner Freese/ARD-Hauptstadtstudio/dpa

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BerlinZweimal eine gute Viertelstunde tagesaktuell aufgezeichnetes Angela-Merkel-Interview, jeweils eingebettet in eine magazinige Sondersendung, boten ARD und ZDF am Montagabend: einmal vor der 20-Uhr-„Tagesschau“ im ZDF-Werberahmenprogramm anstelle der vorgesehenen „Wiso“-Sendung, einmal direkt nach der „Tagesschau“ im „ARD-Brennpunkt“.
Die derzeit bloß geschäftsführende Bundeskanzlerin präsentierte sich staatsmännisch und wischte Rücktritts-Ideen und -Gedankenspiele vom Tisch. Im „Was nun?“-Interview des ZDF nannte sie das Scheitern der Sondierungsgespräche nüchtern „bedauerlich“ und betonte, die vier verhandelnden Parteien hätten „auf der Zielgeraden“ eigentlich nur noch „ein bisschen arbeiten“ müssen.

Ob die FDP ihren spektakulären Abgang vorher geplant hatte, wollte sie nicht spekulieren. Doch lobte Merkel ausdrücklich das „Werben um gegenseitiges Verständnis“ mit den Grünen – und begann selbst neues Werben um die SPD („Die Sozialdemokratie ist viel älter als die CDU, eine stolze Partei“).

Die Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ZDF-Chefredakteur Peter Frey und Bettina Schausten (links), Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios Berlin im Studio. Foto: Thomas Kierok/ZDF/dpa Quelle: dpa
ZDF-Sendung "Was nun, Frau Merkel?"

Die Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ZDF-Chefredakteur Peter Frey und Bettina Schausten (links), Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios Berlin im Studio.

Foto: Thomas Kierok/ZDF/dpa

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Um eine von der SPD tolerierte Minderheitenregierung anzupeilen, wie die später im ZDF-Studio zum Kurzinterview anwesende SPD-Ministerpräsidentin Malu Dreyer sie recht deutlich in Aussicht zu stellen schien? Nein, konkret festgelegt hat sich Merkel im Fernsehen natürlich nicht.

Dass sie das selbst in Verhandlungen oft tut, gilt schließlich als Kennzeichen ihres Politikstils. Und aus ihrer Neigung zu Neuwahlen, die sie schon im Lauf des Tages hatte durchblicken lassen, um eine stabile Regierung zu bilden, machte sie im Verlauf der Interviews kein Hehl.
Die Unionsparteien hätten gute Aussichten, schließlich hätten CDU und CSU jetzt „gemeinsame Positionen zum Thema Migration“, die sie im vorigen Wahlkampf eher nicht gehabt haben. Es gehe ums Weichenstellen, „dass man auch in zehn Jahren noch gut leben kann“, leitete Merkel fast schon aus dem letzten Wahlkampf (mit dem CDU-Slogan „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben“) in den vermutlich bevorstehenden nächsten über.
Im ARD-„Brennpunkt“, der sich nahtlos an die ZDF-Sendung anschloss, stand die Kanzlerin der Solo-Moderatorin Tina Hassel gegenüber anstatt zwei Interviewern gegenüber zu sitzen wie zuvor. Das war der zentrale Unterschied. Ansonsten blieb die Kanzlerin bei ihrer Linie und ihrer Wortwahl.

Sie lobte das Grundgesetz, sprach erneut vom „Weichen-Stellen“ und vom Blick in zehn Jahren auf die Gegenwart, von der SPD als „stolzer Partei“ und „Heft des Handelns“, das zunächst der Bundespräsident in der Hand habe.

Was Merkel in der ARD sagte, im ZDF aber nicht: Die Unionsparteien seien „geradezu revolutionäre Schritte gegangen“. Als Beispiele nannte Merkel die Abschaffung der Vorratsdatenspeicherung und die Einführung eines Punktesystems für ein Einwanderungsgesetz, welches beide Grüne und FDP hatten erreichen wollen.
Dass Merkel 2018 sowohl mit der SPD als auch mit der von ihr selbst nicht scharf attackierten FDP koalieren könnte, und mit den Grünen erst recht, konnten Zuschauer sich denken. Und Neuwahlen wollen gerade tatsächlich viele. Das zeigten die kürzeren Einzelauftritte weiterer Politiker im Drumherum der Sondersendungen: Das ZDF machte Interviewschalten zum Grünen Jürgen Trittin, der noch mal schilderte, wie konkret eine zweistufige Abschaffung des Soli schon beschlossen

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7 Kommentare zu "Ende von Jamaika: Der nächste Wahlkampf hat begonnen"

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  • Im Wahlkampf war es noch gelungen die Forderung "Merkel muß weg" als allein rassistisch, rechtsradikal motiviert zu diskreditieren und niemand hat sich mehr öffentlich getraut derartiges zu fordern.
    Tatsächlich ist sie jetzt mehrfach gescheitert, zuerst an der Wahlurne an der ihr die Wähler einen historischen Tiefststand beschert haben, und jetzt erneut beim Versuch einer Regierungsbilduung. Die Frau hat nachvollziehbar jegliches Vertrauen bei ihren ehemaligen Koalitionspartnern SPD und FDP verspielt.
    Was jetzt fehlt ist ihre eigene Einsicht in ihr scheitern, auch wenn ihr die Kommentatoren der Qualit#tspresse nach wie vor die Stange halten und jetzt fleissig Schuldzuschreibungen an die gebrannten Kinder SPD und FDP verbreiten. Nach der Devise: "Haltet den Dieb", denn die Merkel kanns ja gar nicht gewesen sein. Sie schwebt längst in höheren sphären, da gibt es sowas wie Schuld und Versagen nicht mehr.

  • War die FDP medial hochgejubelt um JAMEIKA möglich zu machen um in dieser Konstellation jederzeit den Buhmann abzugeben ?
    Die Weltoffenen sind großzügige , laden ein . Die FDP ist kleinlich, inhuman , unmoralisch , sieht auf die Kassenlage und sagt nein !
    Mal sehen , ob der konzertiert mediale Gegenwind , sich wieder von der AfD zur FDP verlagert ?

  • Nachdem Merkel unser Land gesellschaftlich gegen die Wand gefahren hat und wir mittlerweile am Boden aufgeschlagen sind dachte man Merkel hat ihr Ziel erreicht.

    Nein, nun nimmt sie auch noch die Trümmer, versetzt ihnen Beine und will nun mit
    den Grünen Staatsfeinden vermutlich die Trümmer noch Atomisieren. Schrecklich sich vorzustellen , dass eine Merkel weiter 4 Jahre unser Land zusammen mit den Grünen verwaltet. Der Wähler hat im September so gewählt wie Merkel das Land hinterlassen hat.

    Städte,Kommunen Länder fast Pleite. Die Städte mit Fremden überfüllt und Rentner müssen zum Teil Flaschen sammeln nach 45 Jahren Arbeit. Millionen
    von Zuwanderer bekommen Ärztliche Hilfe bei uns die vom Bürger bezahlt werden müssen. Zusatzbeiträge der Kassen sind der Preis. Viele Obdachlose bei uns haben keine KK und kein Recht zum Arzt zu gehen. Das in einem Land das Steuergelder weltweit verteilt und es am liebsten für Fremde ausgibt. Das alles und mehr ist Merkel .

    Die Wirtschaft braucht keine Merkel da sitzen kluge Köpfe die zurecht kommen,
    Wir brauchen eine Regierung die das Land einigt und das hat Merkel unmöglich gemacht. Jetzt ist es zu Spät , zu viel Autonomie in diesem Land und Organisationen wie die Türkische Ditib , die hier schon richtig in der Politik mitmischt und viele andere. Um das Land noch leicht zu kitten mit Spucke
    muss Merkel abtreten. Aber Macht macht süchtig , zu den Süchtigen gehört Merkel
    wie viele andere auch. Das ist gefährlich für unser Land.

  • Es ist offensichtlich, dass sich die Medien auf die "böse" FDP stürzen, ohne zu hinterfragen, warum die Grünen gegen den Willen der Bevölkerungsmehrheit unbedingt eine Obergrenze verhindern und einen uneingeschränkten Familien-Nachzug durchsetzen wollten. Wenn Die FDP nicht die Reissleine gezogen hätte, hätten sich nämlich Merkel, die Grünen und vermutlich auch Seehofer genau darauf geeinigt.

  • Es ist offensichtlich, dass sich die Medien auf die "böse" FDP stürzen, ohne zu hinterfragen, warum die Grünen gegen den Willen der Bevölkerungsmehrheit unbedingt eine Obergrenze und einen uneingeschränkten Familien-Nachzug durchsetzen wollten. Wenn Die FDP nicht die Reissleine gezogen hätte, hätten sich nämlich Merkel, die Grünen und vermutlich auch Seehofer genau darauf geeinigt.

  • "Die derzeit bloß geschäftsführende Bundeskanzlerin präsentierte sich staatsmännisch und wischte Rücktritts-Ideen und -Gedankenspiele vom Tisch." Wir fragen uns hier alle, welche Glückspillen Frau Merkel einwirft und ob die verschreibungspflichtig sind...!

    Es mag sein, das Claqueure in der CDU weiter jede ihre Niederlagen - auch in Zukunft - als Sieg feiern. Dabei handelt es sich offenbar um eine kollektive Wahrnehmungsstörung. Die Mehrheit der Bevölkerung sieht nur ein Fossil ohne Mandat.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

    1.5 % sind auch schon aufgerundet 2 % !!

    diese Politik(er) hat / haben die Bodenhaftung verloren !

    das VOLK sind wir, und dies ist solchen Strolchen offensichtlich scheissegal!

    Keiner spricht das Problem der Uebervoelkerung des Planeten an, der massgeblich das Weltklima aus den Fugen bringt....!

    Deutschland kann nicht die ethnischen und religioesen Probleme loesen, die regional mit dem Vormachtstreben von boesartigen korrupten Despoten vermengt sind!

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