Endlagerstandort
Gorleben: Wulff knöpft sich FDP-Minister vor

Das Land Niedersachsen setzt weiter auf Gorleben als atomares Endlager. Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) sagte eine ergebnisoffene Prüfung zu und riet Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD), sich aus dem Streit herauszuhalten. Er widersprach zugleich Äußerungen seines Umweltministers, der andere Standorte in Niedersachsen ins Gespräch gebracht hatte.

HB HANNOVER. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hat sic für eine ergebnisoffene Erkundung des Salzbergwerks in Gorleben als atomares Endlager ausgesprochen. Erst dann könnten Fachleute abschließend über dessen Eignung entscheiden, sagte Wulff der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Wulff widersprach der Einschätzung von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD), dass der Standort Gorleben politisch bereits tot sei. Gabriel solle sich auf die Sanierung der Asse konzentrieren, empfahl Wulff. „Da erwarten wir, dass er ein Schließungskonzept vorlegt, denn dort ist Gefahr im Verzug.“

Wulff wies darauf hin, dass der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und sein Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) im Rahmen des Atomkonsenses mit den Energieunternehmen unterschrieben haben, dass es gegen die Eignung von Salzgestein wie in Gorleben keine Einwände gebe. Jetzt müsse die in den vergangenen neun Jahren unterbrochene Erkundung des Salzstocks fortgesetzt werden.

Wulff widersprach zugleich Äußerungen seines Umweltministers Hans-Heinrich Sander (FDP), der am Donnerstag in einem Radiointerview erklärt hatte, bei einer Ablehnung Gorlebens könnten andere Standorte in Niedersachsen infrage kommen, die bereits in den 1970er Jahren genannt worden seien, wie Stöcke im Emsland und ein Gebiet bei Bad Zwischenahn.

„Niedersachsen hat mit der Asse, dem Lager Schacht Konrad und Gorleben wirklich genug zu schultern, mehr kann uns nicht zugemutet werden“, sagte Wulff. Sollte Gorleben sich als ungeeignet erweisen, müsse dann nach alternativen Standorten außerhalb Niedersachsens gesucht werden. Zu neuesten wissenschaftlichen Zweifeln an der Eignung Gorlebens sagte der Ministerpräsident, die Bewertung müsse in einem transparenten Verfahren erfolgen.

Gabriel (SPD) hatte erklärt, eine weitere Erkundung des niedersächsischen Salzstocks sei praktisch ausgeschlossen. Denn die vertraglich gesicherten Rechte zur Erkundung liefen Ende 2015 aus. Außerdem wurde nach Gabriels Darstellung Anfang der 80er Jahre ein Gutachten mit Bedenken gegen Gorleben auf Druck der Regierung Kohl verändert.

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