Endlagersuche
Oettinger-Vorstoß verärgert CSU und CDU

EU-Kommissar Günther Oettinger ist immer für eine Überraschung gut. Zuerst sprach er sich gegen eine Endlagersuche im Süden Deutschlands aus, jetzt ist er dafür. Bayerns Regierungschef Seehofer ist auf 180.
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Stuttgart/MünchenUnmittelbar vor dem Start einer neuen Suche für ein Atom-Endlager hat EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) mit seinem Vorstoß für einen Standort im Süden Deutschlands für Wirbel gesorgt. Der frühere baden-württembergische Ministerpräsident hatte den „Stuttgarter Nachrichten“ (Donnerstag) gesagt, der Atommüll solle lieber in Gesteinsschichten in Süddeutschland gelagert werden als in Salzstöcken wie im niedersächsischen Gorleben.

Der bayerische Regierungschef Horst Seehofer (CSU) reagierte empört. Auch Grün-Rot in Baden-Württemberg sprach sich gegen Vorfestlegungen aus.

Seehofer wetterte in der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitag): „Das ist typisch Europäische Kommission. Die Aufgaben, für die sie zuständig sind, packen die Kommissare nicht an. Wo sie nicht zuständig sind, darüber reden sie gerne.“ Auch die Südwest-CDU reagierte pikiert auf Oettingers Vorschlag: „Wir schätzen Günther Oettinger nicht nur wegen seiner energiepolitischen Kompetenz, aber Geologe ist er nicht“, sagte der CDU-Fraktionschef im Stuttgarter Landtag, Peter Hauk. In Baden-Württemberg gebe es Experten zufolge keinen Standort, der sich als Endlager eigne.

Nach monatelangem Tauziehen will der Bundesrat an diesem Freitag das Endlagersuchgesetz durchwinken. Auch Niedersachsen werde zustimmen, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) der dpa. Um den neuen Anlauf bei der Suche war heftig gerungen worden. Nachdem man sich mehr als 35 Jahre lang auf den Salzstock Gorleben konzentriert hatte, soll nun eine Bund-Länder-Kommission bis Ende 2015 Grundlagen und Kriterien für die Suche empfehlen. Der Bundestag hat dem Gesetz bereits zugestimmt.

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Finnisches Endlager-Vorbild: Eine begehbare Tiefgarage

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  • Am besten: Oettinger seinen ganzen Müll vor die eigene Haustüre kippen.
    Und dann wird dieses Oettinger auch noch irgendwas schwätze.

  • Wenn den Atommüll wirklich niemand haben wollte, bräuchte man nicht den Export und die Wiederaufarbeitung verbieten. Genauso die ständige Behauptung, niemand wollte Atomstrom - wen dem so wäre, bräuchte man keinen Ökostrom-Einspeisezwang und keine Zwangs-Abschaltung der AKW.

  • Endlager im Süden ist in Ordnung! Dann kann ja das "Endlagersuchgesetz" in ein "Endlagernichtsuchgesetz" verändert werden.

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