Endlagersuche
Strahlende Müllkippe für die Ewigkeit

Das letzte AKW in Deutschland geht 2022 vom Netz. Geschichte ist die Atomkraft deswegen aber nicht – der Atommüll muss irgendwo lagern, mindestens eine Million Jahre lang. Die Suche nach einem Ort beginnt nun offiziell.
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BerlinWissenschaftlich, transparent, ergebnisoffen, so soll die Suche nach einem deutschen Endlager ablaufen. Klingt gar nicht so kompliziert – aber einen Ort in Deutschland auszusuchen, wo hoch radioaktiver Abfall mindestens eine Million Jahre lang lagern soll, ist politisch brisant. Eine „Jahrhundertaufgabe“ hat Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) die Suche genannt. An diesem Dienstag leitet die neue Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) das sogenannte Standortauswahlverfahren offiziell ein.

Wie läuft die Suche ab?
Theoretisch kommt jeder Ort in Frage – „weiße Landkarte“ heißt das Prinzip. Dann sortieren Experten mit Hilfe schon vorliegender Daten Regionen aus, die nicht in Frage kommen – etwa, weil Erdbebengefahr besteht oder viele Menschen dort wohnen. Im nächsten Schritt werden Gebiete ausgewählt, die bestimmten Mindestanforderungen entsprechen. Anhand weiterer Kriterien wie der Nähe zu Wohngebieten werden dann theoretisch geeignete Standorte bestimmt. Es folgt eine Erkundung über Tage, dann unter Tage. Bis 2031 soll ein Standort gefunden sein.

Welche Orte kommen infrage?
Die hoch radioaktiven Atomabfälle sollen unterirdisch tief in einem Bergwerk entsorgt werden. Als geologische Formationen kommen Salz, Ton und kristallines Gestein wie Granit in Frage. Solche Gebiete gibt es mehrere in Deutschland.

Wer entscheidet letztlich über den Standort?
Der Gesetzgeber – also Bundestag und Bundesrat, anhand von wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die kommunale Planungshoheit wird dafür ausgehebelt. Allerdings sollen Bürger von Anfang an mitreden können und informiert werden. Ein Endlager könnte dann Mitte des Jahrhunderts fertig sein. Viele Experten halten den Zeitplan aber schon jetzt für unrealistisch.

Ist die Entscheidung über den Standort endgültig?
Eigentlich schon. Der Müll soll aber 500 Jahre lang „rückholbar“ sein, falls es Probleme gibt oder die Wissenschaft ganz neue Erkenntnisse bringt. Hintergrund dieser Entscheidung sind Erfahrungen mit dem ehemaligen Salzbergwerk Asse, wo schwach- und mittelradioaktive Abfälle lagern. Dort drang Grundwasser ein – deswegen sollen die 125.000 Fässer mit Atommüll zurückgeholt werden.

Gibt es Widerstand gegen dieses Verfahren?
Die Mehrheit für das Gesetz im Bundestag war groß, die Linke sagte aber nein. Unter anderem bemängelt die Partei „Schlupflöcher“ im Exportverbot für hoch radioaktiven Atommüll. Außerdem sollte der Salzstock Gorleben ihrer Meinung nach nicht mehr im Rennen sein – das sehen auch manche Umweltschützer und Aktivisten vor Ort so. Kritiker halten auch die Regelungen zu Bürgerbeteiligung, Rechtsschutz und Transparenz im Suchverfahren für unzureichend. Greenpeace findet es nicht richtig, dass die unterirdische Lagerung schon festgelegt ist.

Was ist jetzt mit Gorleben?
Wegen des jahrzehntelange Streits um den niedersächsischen Salzstock wurde die Endlager-Suche überhaupt erst neu gestartet. Über keinen anderen potenziellen Standort weiß man so viel wie über diesen – daher fürchten Kritiker, dass es am Ende doch wieder auf Gorleben hinausläuft.

Was passiert als nächstes in der Endlager-Suche?
Die BGE), eine GmbH im Besitz des Bunds, fragt die geologischen Landesbehörden und auch private Unternehmen nach Daten und erstellt eine Karte mit Regionen, in denen ein Endlager gebaut werden könnte – möglichst innerhalb der kommenden Legislaturperiode, also bis 2021. Wenn Unternehmen in großer Tiefe etwa nach Wasser, Gas oder Erdwärme bohren wollen, gibt es nun unter Umständen ein Extra-Prüfverfahren. Denn sie könnten mögliche Standorte für ein Endlager untauglich machen. Das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) veröffentlicht die Prüfergebnisse auf seiner Homepage.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Sachlich gesehen ist das "Endlagersuchgesetz" so formuliert und die Gremien so besetzt, dass sichergestellt ist, dass ein solches nicht gefunden wird.

    Erfrischend ist beispielsweise die Forderung nach einer Rückholbarkeit der Abfälle innerhalb 500 Jahren. Der Zweck dieser Forderung ist unklar, vermutlich keine Lagerstätte zu finden. In der Geschichte ist kein Fall bekannt wo man die giftigen Abfälle der Vergangenheit Bsp. Quecksilberhaltige Abfälle des Bergbaus der Antike, Bleiglasherstellung des Mittelalters, zurückgeholt hätte. Dadurch werden die geologisch dichten Salz- und Tonformationen die solche Abfälle wirkungsvoll gegen die Biosphäre abschliessen, ausgeschlossen.

    Bestrahlter Kernbrennstoff klingt exponentiell ab. In den ersten Jahren nach der Bestrahlung strahlt dieser so intensiv, dass dieser in Wasser gelagert werden muss, nach einigen 100 Jahren strahlt dieser etwas mehr als Uranerz. Nach diesem Zeitraum ist das Risiko wesentlich geringer als die CdTe Abfälle umweltschädlicher Dünnschicht Solarzellen, Transformatorenöle, Getriebeöle umweltschädlicher Windmühlen. Das Risiko ist erheblich geringer als das vieler chemisch-toxischer Stoffe die ohne grosses Aufhebens in ehemaligen Salzbergwerken eingelagert werden.

    Da die Radioaktivität exponentiell abklingt und eine sichere Lagerung gerade in der Zeit direkt nach der Bestrahlung sinnvoll wäre, werden durch diese Vorgehensweise Kosten, radioaktive Exposition und Risiken maximiert.

    Ziel und Motivation dieser Vorgehensweise ist wahrscheinlich seitens der Grünen die "ungelöste Endlagerfrage" als populärste Ökosaga offenzuhalten, dass Geld aus dem Entsorgungsfonds für verdiente Politiker, Genossen, grüne Institute zu verbrauchen und seitens der bürgerlichen Politiker Ruhe zu bekommen.

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