Endlagerung: Merkel will deutschen Atommüll in Deutschland lagern

Endlagerung
Merkel will deutschen Atommüll in Deutschland lagern

Die Kanzlerin will deutschen Atommüll hierzulande lagern. Deutschland müsse sich um seine eigenen Abfälle kümmern. Eine EU-Richtlinie gibt dem Bund die Möglichkeit, die radioaktiven Müll auch im Ausland zu lagern.
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Lüchow/WilhelmshavenKanzlerin Angela Merkel hat klargestellt, dass der deutsche Atommüll nicht im Ausland endgelagert wird. Es sei klar, „dass wir unseren Abfall bei uns lagern“, sagte die CDU-Vorsitzende am Samstag bei der Klausurtagung ihrer Partei im niedersächsischen Wilhelmshaven. Diese Haltung sei „sehr gefestigt“. Deutschland müsse sich um seine eigenen Abfälle kümmern. „Das war immer unsere Politik, und dafür ist auch schon viel Anstrengung übernommen worden.“

Hintergrund sind Berichte, wonach die Bundesregierung im deutschen Atomgesetz erstmals die Grundlagen für die Endlagerung deutschen Atommülls im Ausland schaffen wolle. Damit solle eine EU-Richtlinie von 2011 umgesetzt werden. Nach Angaben des Umweltministeriums zielt sie jedoch auf Länder, die keine Möglichkeit zur Endlagerung auf ihrem Territorium haben. Dies sei in Deutschland nicht der Fall. „Der Atommüll aus deutschen Kernkraftwerken wird in Deutschland endgelagert werden und nicht im Ausland“, sagte ein Sprecher von Umweltminister Peter Altmaier bereits am Freitag.

Atomkraftgegnern warnen vor der EU-Richtlinie. Ihrer Meinung nach lässt diese nicht nur den Export von Atommüll in andere Länder zu. Der Entwurf eröffne zugleich die Möglichkeit, dass ein deutsches Endlager für Abfälle aus anderen Staaten geöffnet werde, erklärte am Samstag die Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Lüchow-Dannenberg.

Der Text verweise wiederholt darauf, dass dies möglich sei, wenn entsprechende Abkommen geschlossen würden, sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke.

Der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister (CDU) bekräftigte seine Forderung nach einem neuen Anlauf bei der Suche nach einem nationalen Endlager. Der Suchprozess sei auf mehrere Jahrzehnte angelegt, „deshalb ist es sinnvoll, so etwas auch in einem parteiübergreifenden Konsens zu regeln“.

SPD und Grüne fänden „immer wieder Gründe, warum sie nun gerade nicht an diesen Konsensgesprächen teilnehmen wollen, zumindest was die Spitzen der Parteien angeht“, sagte McAllister. Nach der Landtagswahl gebe es die Chance, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „Ich würde es gut finden, wenn wir parteiübergreifend ein Endlagersuchgesetz auf den Weg bringen.“ Gorleben werde sich dabei genauso einer kritischen Überprüfung unterziehen müssen wie alle anderen denkbaren Standorte in Deutschland auch.

Auch Kanzlerin Merkel erklärte, sie hoffe, dass „sehr zügig“ nach der Wahl in Niedersachsen der versprochene Konsens erzielt werde.

 

Kommentare zu "Merkel will deutschen Atommüll in Deutschland lagern"

Alle Kommentare
  • Hallo Herr Melber: Warum ist KALKAR (Schneller Brüter) eigentlich gescheitert ? Dort wurde doch bereits Kernbrennstoff recycelt...

  • Sie arbeiten aber nicht zufällig hauptberuflich für das Deutsche Atomforum?

  • Wahrhaft ökologisch wäre das Recyclen, also die Wiederaufarbeitung ("Brennstoff-Kreislauf"). Gab es in Deutschland schon ... Allerdings wäre dann das Argument der "Endlichkeit" des Urans auf Jahrhunderte hinaus hinfällig.

  • Statt um den Atommüll sollte diese naive Zonenwachtel sich endlich mal um die überfälligen REFORMEN kümmern:

    Steuerreform mit der überfälligen Entrümpelung des Gesetzeswirrwarrs /
    Strukturreform mit Abschaffung der veralteten und inzwischen überflüssigen Strukturstellen (Post / Bahn / Telekom / Verwaltung / etc.) analog der Industrie, wo dies ständige Praxis ist! /
    Rentenreform für Alle, damit die Oberschmarotzer (Beamte) endlich mal für ihr Alter selbst vorsorgen müssen /
    Privatisierung aller Dienstleistungen, da diese keine “Hoheitlichen Aufgaben“ darstellen (Verbeamtung ist dort widersinnig) : Lehrer / Finanzverwalter / Arbeitsverwalter (im übrigen werden 90 Prozent der Jobs heute privat vermittelt, also dringend Planstellen streichen und Strukturreform durchführen ! )
    Reform der Staatsstrukturen: Neustrukturierung der Bundesländer von SECHZEHN auf VIER: Nord / Süd / Ost / West. Das spart allein schon über 100 Milliarden EURO jährlich…
    Statt über 600 Lobbyisten dzt. im Bundestag durchzufüttern, die eben keine Reformen durchführen, sondern diese nur zerreden, Reduzierung auf das notwendige Minimum (60 bis 100 Lobbyisten reichen da völlig aus).
    Kleine Betrachtung am Rande: die über 4 Millionen Bundes- und Landesbeamten und öffentlich Bediensteten kosten uns jährlich (!!!) ca. 160 Milliarden EURO ! Dazu kommen noch die verwaltungstechnisch parallelgeschalteten EU- Beamten, über die Mr. Cameron aus England sich neulich mit den Worten beschwert hat: über 200 von denen verdienen mehr als er selbst als Regierungschef !
    DEUTSCHLAND ERWACHE !

  • Hi Neodym...das sind ja ganz neue Teile der Oekolegende.

    Die genutzten Fässer waren Gefahrgutgzugelassene Fässer aus z.B. 1,2mm Stahlblech. Im Salzbergwerk ist die Luft sehr trocken und so korrodieren diese nur langsam. Das diese verrosten ist eigentlich nicht unerwartet. Die Barriere gegenüber der Biosphäre wird durch das Salz gebildet. Grössere Mengen Wasserstoff sind weniger zu erwarten als in anderen Deponien die keine trockenen Salzbergwerke sind. "Unbeherrschbare" Zustände bleiben der Ökophantasie vorbehalten.

    Am erfrischendsten ist die Ökolegende von den Schilddrüsenkrebs rund um Asse. Schilddrüsenkrebs kann durch radioaktives J131 ausgelöst werden. J131 hat eine Halbwertszeit von 8 Tagen. Seinerzeit wurde gem. eines Beteiligten die radioaktiven Abfälle aus Kliniken und Forschungszentren alle 2 Monate abgeholt. Das bedeutet schon bei der Anlieferung in Asse war das Jod 131 zerfallen.

    Es ist faszinierend welche Blüten der Atomstrahlenglauben in Deutschland hervorbringt.

    Vandale
    Vandale
    unüblich.

  • Hat Öttinger wieder seine geballte Kompetenz bei dieser EU-Richtlinie eingebracht?

  • Handelsware europäischer Atommüll :
    Lagerung in Deutschland ?

    Wenn die EU den Export von Atommüll grundsätzlich
    billigt, so wird es auch Importeure für strahlende
    Reste aus Atomkraftwerken geben. Atommüll als eine
    gewinnbringende Handelsware !

    Frau Merkel hat für Deutschland den Export von Atom-
    müll ausgeschlossen. Wie aber steht es um den Import
    solchen Mülls ? Dazu haben Frau Merkel, die CDU, die
    CSU und auch die FDP bislang geschwiegen.

    Sollen sich die Milliarden Euro, die Industrie und Steuer-
    zahler in die Suche nach der Endlagerung investiert haben,
    möglicherweise rentieren , indem hier zukünftig auch Atom-
    müll aus anderen europäischen Ländern - gegen Bezahlung -
    gelagert wird ?

    Dazu möchte ich von Regierung, Opposition und der Wirtschaft ganz schnell belastbare schriftliche Antworten !

  • Kann Sie ja machen, am Besten vor den Haustüren der Atomreaktor Manager, vor dem Bundestag, Bundesrat oder auch ihrer eigene Haustür. Da Sie nicht nur auf Sicht fährt, sondern auch auf Sicht ein Strahlendes Lächeln hat.

  • Zitat: "In den 80er Jahren hatten die UDSSR und China die Entsorgung radioaktiver Abfälle angeboten."

    Zum Bombenbau?

    @Vandale, Sie sind so weltfremd wie die Atomfetischisten der 80er Jahre. Ein paar Tausend Kilometer entfernt Richtung Südosten drohnt ein Militärschlag oder gar Krieg, weil ein nicht ganz koscheres Land sein erstes KKW bauen will und Sie meinen noch, Jahrtausende lang strahlenden Müll in der Welt zu verbreiten. Es beruhigt mich, dass Leute mit Ihrer Gesinnung weltweit nichts mehr zu melden haben.

  • Frau Merkel hat doch viel Erfahrung als Umweltministerin unter Kohl.Die Ergebnisse kennt fast jeder (Morsleben).

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