Energie-Konzern
Grünen-Politikerin Hustedt berät RWE

Seitenwechsel: Die frühere Energieexpertin der Grünen, Michaele Hustedt, berät künftig den RWE-Konzern in allen Fragen der erneuerbaren Energie. Sie ist nicht die einzige Grünen-Politikerin, die keine Berührungsängste mit den Gegnern von einst hat.

BERLIN. Michaele Hustedt, die dem Bundestag von 1994 bis 2005 angehörte und viele Jahre energiepolitische Sprecherin ihrer Fraktion war, werde stellvertretende Vorsitzende des neu gegründeten Beirats der Ökostromtochter RWE Innogy, teilte der Konzern mit. Hustedt und acht weitere Personen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft sollen RWE Innogy in allen Fragen der erneuerbaren Energie beraten. Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Werner Schnappauf, übernehme den Vorsitz des Gremiums, hieß es bei RWE.

Hustedts neue Tätigkeit für RWE ist nicht bar jeder Pikanterie. Denn als Bundestagsabgeordnete hat Hustedt vehement gegen Kernenergie und Kohlekraft gekämpft. Genau auf diese beiden Quellen setzt RWE aber bislang. Hustedt ficht das nicht an. Sie sagte dem Handelsblatt, ihr Einsatz für RWE Innogy bedeute nicht zwangsläufig, dass sie den gesamten energiepolitischen Kurs des RWE-Konzerns gutheißen müsse. Sie stütze aber die Tochter Innogy. "Innogy hat nicht nur Alibi-Charakter. Mein Eindruck ist, dass der Konzern mit Innogy ernsthaft etwas bewegen möchte", sagte Hustedt, die mit dem früheren Grünen-Bundestagsabgeordneten Albert Schmidt ein Politikberatungsunternehmen betreibt.

RWE hatte vor einem halben Jahr die Ökostromtochter RWE Innogy gegründet. Chef ist der frühere Manager des Windkraftanlagenbauers Repower und ehemalige Hamburger Umweltsenator Fritz Vahrenholt.

Hustedt ist nicht die einzige Grünen-Politikerin, die keine Berührungsängste mit den Gegnern von einst hat. Margareta Wolf, frühere Bundestagsabgeordnete der Grünen, arbeitet als Mitarbeiterin einer Kommunikationsberatung auch für die deutsche Kernenergiebranche. Kürzlich kehrte sie ihrer Partei den Rücken. Zuvor waren Forderungen nach einem Parteiausschlussverfahren laut geworden.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent
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