Energieeffizienz
Mehr Geld in der Tasche

Ein Praxistest zeigt: Mieter, die regelmäßig Informationen zu ihrem Heizungsverbrauch erhalten, können diesen durchschnittlich um zehn Prozent senken. Das Einsparpotenzial, auch klimaschädlicher Emissionen, ist groß.
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BerlinManchmal sind es die kleinen Schritte, die am Ende zum Ziel führen. Deutschland hat sich vorgenommen, bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen - was allein angesichts des Nachholbedarfs bei der energetischen Sanierung und der Umstellung der Heizungssysteme auf erneuerbare Energien ein ziemlich ehrgeiziger und kostspieliger Plan sein dürfte.

Die Energiewende im Gebäudesektor verläuft schleppend. Da würde es helfen, auch beim Verbrauchsverhalten der Mieter anzusetzen, um so Verbesserungen beim Klimaschutz zu erreichen. Schließlich sind seit Mitte der 1990er Jahre die Heizkosten um mehr als 100 Prozent gestiegen, für viele Haushalte sind die Kosten für Heizung und Warmwasser zu einer finanziellen Belastung geworden.

Ein Praxistest zeigt nun: Mieter, die regelmäßig Informationen zu ihrem Heizungsverbrauch erhalten, können diesen durchschnittlich um zehn Prozent senken. Das ist das zentrale Ergebnis des Modellvorhabens „Bewusst heizen, Kosten sparen“, das die Deutsche Energie-Agentur (dena) gemeinsam mit dem Energiedienstleister ista, dem Deutschen Mieterbund und dem Bundesbau- und Umweltministerium (BMUB) durchgeführt hat. Der Abschlussbericht wurde am Nachmittag an Jochen Flasbarth, Staatssekretär im BMUB, übergeben.

Über mehrere Jahre wurden die Heizungsverbräuche von knapp 1.000 Haushalten in Essen, München und Berlin ausgewertet. 189 Haushalte wurden über drei Jahre jeweils monatlich über ihren Wärmeverbrauch und die Kosten per Internet oder Post informiert und über Optimierungsoptionen beim Heizen und Lüften beraten. Die Mehrheit veränderte dadurch ihr Heizverhalten erheblich und sparte Heizenergie ein.

Die Studie zeigt allerdings auch Mehrverbräuche in den untersuchten Haushalten. Nicht jeder Mieter zahlte also am Ende weniger Geld. Mieterbefragungen ergaben, dass sozio-ökonomische Faktoren wie das Alter oder das Einkommen eine Rolle spielten. Unter dem Strich war das Ergebnis aber positiv.

„Das Ergebnis zeigt: Effizienzmaßnahmen im Gebäude müssen nicht teuer sein“, sagte Thomas Zinnöcker, CEO von ista, dem Handelsblatt. Im Vergleich zur Dämmung und Heizungssanierung sei der Aufwand für die Verbrauchsinformation überschaubar und amortisiere sich schnell. Und das Potenzial sei groß. Die Energieeinsparungen bei dem Projekt vermittelten eine erste Idee davon, was in der Fläche möglich wäre. Knapp die Hälfte aller 40 Millionen Haushalte in Deutschland befinde sich in Mehrfamilienhäusern. Selbst wenn nur ein Bruchteil der Bewohner ähnlich gute Ergebnisse wie im Modellvorhaben erzielen würde, wäre der Effekt für eine erfolgreiche Energie- und Wärmewende riesig, nicht zuletzt mit Blick auf das Einsparpotenzial des klimaschädlichen CO2, so Zinnöcker.

„Auch vermeintlich kleine Maßnahmen können einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Energiewende und zur Erreichung unserer Klimaschutzziele leisten“, sagte Flasbarth bei der Übergabe des Berichts. Zugleich zeige das Projekt, dass klimaschonendes Verhalten ein Lernprozess ist, der auf mehr Wissen und Verbrauchstransparenz aufbaue.

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  • Sehr geehrte Frau Kersting,

    leider haben Sie das große Geheimnis nicht preisgegeben. Wie kommt man eigentlich zu den schönen Energieeinsparungen? Reicht es aus, die Verbrauchsmitteilungen andächtig zu lesen? Oder muß man vielleicht die Heizung herunterregulieren und einen zweiten Pullover anziehen?

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