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Energieeinsparverordnung: Schärfe Regeln für den Bau neuer Wohnungen

Für den Bau neuer Häuser sollen ab dem nächsten Jahr schärfere Regeln gelten. Diese betreffen den Energiebedarf und die Dämmung von Gebäuden. Die Wohnungswirtschaft rechnet mit Mehrkosten von fünf und mehr Prozent.

Dachdecker auf einer Baustelle. Quelle: dpa
Dachdecker auf einer Baustelle. Quelle: dpa

BerlinDas Bundeskabinett will am Mittwoch eine neue Energieeinsparverordnung beschließen. Das Regelwerk sieht verschärfte Vorgaben für den Bau neuer Häuser ab 2014 vor. Danach muss der Primärenergiebedarf bei einem Neubau 2014 sowie 2016 um jeweils 12,5 Prozent im Vergleich zu heute sinken. Auch die Gebäudedämmung muss um jeweils zehn Prozent verbessert werden. Besitzer bestehender Häuser müssen nicht mit verschärften Anforderungen rechnen, weil dies wirtschaftlich nicht vertretbar sei, hieß es innerhalb der Bundesregierung.

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„Ich stehe für eine Energiewende mit Augenmaß – mit praxistauglichen und wirtschaftlich sinnvollen Einsparvorschriften“, sagte Bundesbauminister Peter Ramsauer dem Handelsblatt. Er habe sich dafür eingesetzt, dass im Gebäudebestand kein „Sanierungszwang“ entstehe. „Bei künftigen Neubauten sind maßvolle Änderungen vorgesehen“, sagte er. Das sorge für Planbarkeit für Investitionen. „Sinnvolle Sanierungen müssen sich lohnen – für die Eigentümer und die Mieter“, sagte der Minister. „Wohnen muss bezahlbar bleiben.“ 

Wo in Deutschland der meiste Solarstrom produziert wird

  • Platz 1

    Absoluter Spitzenreiter in Sachen Solarenergie ist Bayern: Mit 9422 Megawatt Nennleistung stehen fast 30 Prozent der gesamten deutschen Nennleistung der Solarenergie in dem südlichen Bundesland. Bayern ist jedoch mit 5.257 Megawatt Nennleistung auch führend in Sachen Kernenergie. Zwei der vier Atomkraftwerke gehören Eon, die anderen beiden RWE.

  • Platz 2

    Den zweiten Platz bei der Solarenergie belegt Baden-Württemberg. Die dort installierten Solaranlagen können bei Vollauslastung 4.286 Megawatt Strom erzeugen, das entspricht einem Anteil von 13 Prozent an der gesamten in Deutschland installierten Leistung im Bereich Solar. Ganz weit vorne liegt das Bundesland bei den Pumpspeicherkraftwerken: In Baden-Württemberg stehen Anlagen mit einer Nennleistung von 1.873 Megawatt.

  • Platz 3

    Platz 3 der Bundesländer mit den meisten Solaranlagen belegt mit 3.569 Megawatt Nordrhein-Westfalen. Das Bundesland ist jedoch auch Spitzenreiter bei der klimaschädlichen Braunkohle: Fast die Hälfte der deutschen Gesamtleistung produzieren die Kraftwerke dort.

  • Platz 4

    Den vierten Platz im Ranking der Bundesländer belegt Niedersachsen mit 3.043 Megawatt installierter Leistung. Absolute Spitze ist das Land jedoch in Sachen Windkraft an Land: Fast ein Viertel der installierten Leistung in Deutschland steht dort.  

  • Platz 5

    Brandenburg führt die Gruppe der Ostländer an und belegt den fünften Platz im Ranking: 2.629 Megawatt Solarstrom könnte dort bei voller Auslastung produziert werden.

  • Platz 6

    Den sechsten Platz bei der Solarenergie belegt Hessen. Die dort installierten Solaranlagen können bei Vollauslastung 1.591 Megawatt Strom erzeugen.

  • Platz 7

    Rheinland-Pfalz belegt den siebten Platz im Ranking: 1.471 Megawatt Solarstrom könnte dort bei voller Auslastung produziert werden.

  • Platz 8

    Solaranlagen mit 1.433 Megawatt Nennleistung stehen in Sachsen-Anhalt. Gemeinsam mit Wind stellt die Sonne den wichtigsten Energieträger für das Land dar.

  • Platz 9

    1.318 Megawatt Solarstrom könnten in Sachsen bei voller Auslastung produziert werden. Hauptstromlieferant ist jedoch die Braunkohle – fast die Hälfte der installierten Nennleistung in dem Bundesland geht auf diesen Energieträger zurück.

  • Platz 10

    Schleswig-Holstein belegt den siebten Platz im Ranking: 1.283 Megawatt Solarstrom könnte dort bei voller Auslastung produziert werden.

Das Ministerium rechnet damit, dass „die Mehrkosten pro Wohngebäude von bis zu etwa 1,7 Prozent“ steigen werden. Die Wohnungswirtschaft rechnet mit fünf und mehr Prozent. „Die geplanten Verschärfungen für den Neubau werden eine weitere massive Bremse für den in Ballungsräumen dringend notwendigen Wohnungsbau sein“, sagte Axel Gedaschko, Präsident des Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen dem Handelsblatt. „Schon heute ist neuer Wohnraum für Menschen mit mittleren und niedrigeren Einkommen in den Ballungsgebieten Mangelware. 

Nach einer Umfrage des Verbands unter den Mitgliedsliegen die Kaltmieten im Neubau im Durchschnitt bei acht Euro. Im unteren Preissegment (Mietendurchschnitt 5,74 Euro) werde in Westdeutschland nur jede fünfte neue Wohnung und in den neuen Ländern praktisch nicht gebaut. „Neubau ist durch die Anforderungen an die Energieeffizienz, aber auch durch die Preise für den Baugrund und die Baukosten so teuer geworden, dass er sich in vielen Fällen nur noch im oberen Mietpreissegment rechnet“, warnte Gedaschko. 

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Innerhalb der schwarz-gelben Koalition wird überlegt, wie der Bau neuer Häuser gerade in Ballungsgebieten gefördert werden kann, um dort weiter steigende Mieten zu verhindern. Nach Informationen des Handelsblatts aus Regierungskreisen erarbeitet Bau-Staatssekretär Rainer Bomba derzeit ein Maßnahmenpaket. Dies könnte etwa eine degressive Abschreibung beinhalten oder Korrekturen beim Wohngeld. 

Maßnahmen würden den Bund allerdings viel Geld kosten. Das lehnt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bislang ab. Die Einsparverordnung soll im Rahmen des Energieeffizienzgesetzes bis zum Sommer Bundestag und Bundesrat passieren. 

  • 09.02.2013, 10:56 Uhrconforma

    Die logischen wirtschaftlichen Folgen:
    Miet-Wohnungsbau wird wegen der steigenden Kosten weniger interessant. Kapital-Anleger suchen andere Anlage-Möglichkeiten. Der Miet-Wohnungsbau stagniert, die Wohnungs-Knappheit steigt. Die Mieten steigen an und sind für ganze Einkommens-Schichten noch schwieriger zu bezahlen.
    Die sozialen Verhältnisse werden sich verschlimmern und die Sozial-Kassen müssen noch mehr in Anspruch genommen werden, sogar die Obdachlosigkeit wird ansteigen. Begrenzung der durch die Kosten-Steigerungen verursachten Mietpreis-Steigerungen verschärfen nur die Anleger-Flucht - der Mieter ist in jedem Fall der vom Staat allein gelassene Dumme.
    Nur eine schnelle und nachhaltige Vermehrung der Mietwohnungen mit Hilfe staatlich garantierter Kosten-Entlastungen und zügige Genehmigungs-Verfahren könnten Erfolge bringen - noch mehr realitäts-ferne staatliche Auflagen sind der "Tod" des Miet-Wohnungsbaus..!
    Die neue "Energie-Einspar-Verordnung" wird nicht anderes sein als ein Förderprogramm für die Dämm-, Versiegelungs- und Häuser-Verpackungs-Hersteller, deren Umsätze und Gewinne letztlich von den Mietern bezahlt werden müssen..!

  • 06.02.2013, 10:17 Uhrblaufisch

    Das ist ganz einfach Diktatur!
    Mir wird vorgeschrieben, wie ich zu leben habe. Ich will selbst entscheiden über mein Leben.
    Wenn ich zum Beispiel von den 6 Räumen in meinem Haus im Winter nur 3 Räume beheizen will, wozu soll ich dann das ganze Haus dämmen?
    Ich schreibe bewusst von einem Bestandshaus, weil ich ganz schwer ahne, dass unsere grünsozialistischschwarze Führung in Deutschland und Europa das auch schon planen.
    Hier muss Widerstand geleistet werden.
    Und endlich aufhören mit dem Subventionieren von Arbeitspätzen durch das finanzielle Ausplündern des Volkes nach der Philosophie der Abwrackprämie und der Eergiewende

  • 05.02.2013, 20:23 UhrPoldi 0824

    @anonym

    Jede Steuerhöhung ist volkswirtschaftlich extrem schädlich. Weil jeder Euro nur einmal ausgegeben werden kann. Was der Staat vom Bürger herauspresst kann nicht mehr in den Konsum und Binnenmarkt fließen.

    Schönen Abend noch.

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