Energiegipfel
Stromversorger wollen Milliardeninvestitionen in Kohlekraftwerke

Die deutschen Stromproduzenten werden auf dem Energiegipfel am 3. April Zusagen für milliardenschwere Investitionen in neue Kraftwerke geben. Wie ein hochrangiger Energiemanager dem Handelsblatt sagte, will die Branche ein Programm im Volumen von bis zu 13 Milliarden Euro ankündigen – den Großteil davon mit Kohletechnik.

BERLIN. Im Gegenzug solle die Bundesregierung die Rahmenbedingungen für die Kohleverstromung verbessern. Die Regierung werde nach Branchenkreisen auf dem Gipfel zusagen, Kohlekraftwerke beim Emissionshandel auch langfristig ausreichend mit Zertifikaten auszustatten und sie gegenüber Gasanlagen nicht zu benachteiligen. Mit dem Bundeswirtschaftsministerium ist dies offenbar bereits im Grundsatz abgestimmt. Doch das Umweltministerium zögert noch. Offiziell bestätigen wollten die Pläne allerdings weder Branchen- noch Regierungsvertreter.

Auch Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber betonte im Interview mit dem Handelsblatt die "Mitverantwortung der großen Energieversorger für einen tragfähigen Aufschwung in unserem Land". Stoiber sagte: "Dringend notwendige Investitionen der Energieversorger in Infrastruktur, Leitungen, Netze und Kraftwerke sind ein wichtiger Beitrag, dass aus der guten Stimmung in Deutschland auch ein dauerhaftes Wachstum entsteht." Deswegen erwarte er von den Energieunternehmen klare Investitionszusagen in Milliardenhöhe.

Damit könnte von dem mit Spannung erwarteten Gipfeltreffen ein klares Signal für die Zukunft von Braun- und Steinkohle in der Stromerzeugung ausgehen. Die Bedeutung von Gas würde dagegen deutlich relativiert. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat für den 3. April eine große Runde zum Thema Energie geladen. Auf der Agenda stehen die jüngsten Krisen beim Gasimport aus Russland, die Klagen von Industrie und Verbrauchern über steigenden Energiepreise und die Versorgungssicherheit. Teilnehmen werden unter anderem die Chefs der vier großen Energieversorger Eon, RWE, Vattenfall Europe und Energie Baden-Württemberg (EnBW), Wulf Bernotat, Harry Roels, Klaus Rauscher und Utz Claassen.

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