Energieversorgung
Gabriel plant neuen Energiespar-Fonds

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) plant ein breit angelegtes Programm zur Steigerung der Energieeffizienz. Dreh- und Angelpunkt des Programms ist ein „Effizienzfonds“, der vom Bund und den Energieversorgungsunternehmen gemeinsam finanziert werden soll. Die Branche steht den Plänen skeptisch gegenüber.

BERLIN. Das geht aus einem Arbeitspapier des Umweltministeriums zur Vorbereitung des Energiegipfels im Oktober hervor, das dem Handelsblatt vorliegt. Die Branche befürchtet erhebliche finanzielle Belastungen durch die Pläne des Umweltministers und schließt Preiserhöhungen nicht aus.

Der Fonds solle „schwerpunktmäßig eine Effizienzinitiative für mittelständische Betriebe“ finanzieren, heißt es in dem Papier. Trotz der in den vergangenen Jahren erreichten Fortschritte bei der Steigerung der Energieeffizienz seien die technisch-wirtschaftlichen Potenziale bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Mit dem Fonds sollen unter anderem Beratungsleistungen zum effizienten Energieeinsatz gefördert werden. Die Energiebranche rechnet mit einem Fondsvolumen „im hohen dreistelligen Millionenbereich“. Der Anteil, den die Wirtschaft zu tragen habe, werde sich letztlich auf die Preise auswirken, die die Endkunden zu zahlen hätten, warnen Branchenvertreter. Angesichts der ohnehin hohen Energiepreise sei dies bedenklich.

Das Bundesumweltministerium sieht erhebliche Potenziale bei der Steigerung der Energieeffizienz. Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung bestünden vor allem bei der Energieumwandlung in Kraftwerken, aber auch in der Industrie, im Gebäudebereich und beim Endverbraucher. Es sei vorstellbar, den Primärenergieverbrauch in Deutschland bis 2020 um mehr als 20 Prozent zu senken, heißt es in einem Papier des Ministeriums zur Vorbereitung des Energiegipfels im Oktober, das dem Handelsblatt vorliegt.

Das Ministerium fordert insbesondere im Kraftwerksbereich eine effizientere Nutzung der eingesetzten Energie. So haben etwa die ältesten in Deutschland betriebenen Braunkohlekraftwerke einen Wirkungsgrad von 30 Prozent. Moderne Anlagen erreichen dagegen bis zu 44 Prozent. Hohes Potenzial steckt nach Auffassung des Ministeriums auch im Gebäudebereich, der für 40 Prozent des Endenergieverbrauchs steht. Das Ministerium schlägt vor, den Energiebedarf von Neubauten und sanierten Altbauten schrittweise weiter deutlich zu reduzieren. Dazu soll die Energieeinsparverordnung (EnEV), die technische Standards im Gebäudebereich festschreibt, verschärft werden.

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