Energieversorgung
Kieler Landtag stimmt für Atomkraft-Aus

Gut eine Woche vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein macht der Kieler Landtag plötzlich Ernst mit dem Atomausstieg: Mit der Mehrheit von SPD, Grünen und Südschleswigschem Wählerverband (SSW) hat sich das Parlament für die Stilllegung der Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel ausgesprochen.

HB KIEL. Gegen das Votum der regierenden CDU beschloss das Parlament am Donnerstag nach kontroverser Debatte, die Landesregierung solle mit den Betreibern Vattenfall und E.ON über eine sofortige Schließung verhandeln. Die FDP enthielt sich. Im Fall Krümmel sollen alle Möglichkeiten geprüft und genutzt werden, wegen der häufigen Pannen die endgültige Stilllegung durchzusetzen.

Die Debatte über Energiepolitik und Klimaschutz offenbarte, dass es auf diesen Feldern gut eine Woche vor der Landtagswahl am 27. September mit die meisten Differenzen zwischen den Landtagsparteien gibt - auch zwischen CDU und FDP, die eine gemeinsame Regierung anstreben.

Perspektivisch setzen neben den Grünen auch alle anderen Parteien in Schleswig-Holstein immer mehr auf erneuerbare Energien. Die SPD hält strikt am Atomausstieg fest und möchte, dass speziell der Pannen- Reaktor Krümmel nicht wieder ans Netz geht. Neue Kohlekraftwerke außer den geplanten soll es nicht geben.

Die CDU hat weiterhin die Verlängerung der Laufzeiten sicherer Atomkraftwerke auf dem Plan, sieht Krümmel dabei aber kritisch. Die Grünen sind ohnehin gegen Atom- und Kohlekraft. Die FDP hält beide Energieformen für noch erforderliche Übergangstechnologien, strebt für die Zukunft aber 100 Prozent erneuerbare Energie an. Am Atomkonsens rüttelt sie nicht.

Erst gestern hatte eine von Bundesforschungsminiterin Annette Schavan (CDU) in Auftrag gegebene Studie zur Zukunft der Energieforschung bundesweit für Wirbel gesorgt. Die Studie, die bis gestern unter Verschluss gehalten wurde, spielt mit der Option des Wiederreinstiegs in die Atomkraft. "Deutschland könnte sich in der Zukunft wieder an der Entwicklung und dem Bau von neuen Kernkraftwerken beteiligen, um einen erheblichen Teil des Energeibedarfs zu decken", heißt es darin.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%