Energieversorgung
Schröder soll in Gasstreit eingreifen

Der Druck auf Gerhard Schröder wächst. Nach den Grünen haben nun auch Politiker der anderen Parteien den Altkanzler aufgefordert, im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine zu vermitteln. Als Aufsichtsratschef der russichen Gazprom-Tochter NEGPC könne er sich "verdient machen".

HB MOSKAU/BERLIN. „Als Aufsichtsratschef der Gazprom-Tochter NEGPC sollte Gerhard Schröder Einfluss auf die Regierungschefs von Russland und der Ukraine ausüben, damit sie ihren Streit beilegen, so dass unsere Gaspreise nicht noch stärker steigen“, sagte die CDU-Wirtschaftsexpertin Rita Pawelski der „Bild“-Zeitung. Auch von SPD und Grünen kamen zuvor entsprechende Forderungen.

SPD-Vizefraktionschef Michael Müller erhofft sich demnach ebenfalls Hilfe von Schröder in dem Konflikt. „Jetzt zeigt es sich, wie wichtig es sein kann, im internationalen Gas-Geschäft mitsprechen zu können“, wird Müller zitiert. Der energiepolitische Sprecher der Grünen, Hans-Josef Fell, sagte, der Altkanzler könne sich sehr verdient machen im Erdgasstreit: „Um die Versorgungssicherheit Deutschlands nicht zu gefährden, sollte Schröder als Vermittler zwischen seinen beiden Freunden Putin und Juschtschenko einen Kompromiss vermitteln.“

Russland hatte am Donnerstag den Druck auf die Ukraine erhöht. Der staatliche Gasmonopolist Gazprom schloss eine Kaufvereinbarung für Gas aus Turkmenistan ab, das im kommenden Jahr normalerweise an die Ukraine geliefert worden wäre. Damit ist das Gasvolumen des zentralasiatischen Staates, das noch für Lieferungen an die Ukraine 2006 zur Verfügung steht, mehr als halbiert.

Russland und die Ukraine hatten auch gestern keine Einigung in ihrem Gasstreit erzielt. Die Gespräche sollten heute weitergeführt werden, teilte der ukrainische Energieminister Iwan Platschkow gestern in Moskau mit. Experten des russischen Konzerns Gazprom und des ukrainischen Staatsunternehmens Naftogas sollten neue Dokumente vorbereiten, die Grundlage für die Verhandlungsrunde sein sollten, sagte der Minister.

Gazprom will die Preise für seine bisher zu Vorzugsbedingungen geleisteten Gaslieferungen an die Ukraine zum Jahreswechsel fast verfünffachen. Kiew lehnt dies ab.

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