Energiewende
Altmaier kritisiert Strompreiserhöhungen

Die Strompreise steigen in Deutschland um durchschnittlich zwölf Prozent. Bundesumweltminister Altmaier hält das teilweise für ungerechtfertigt – zumal gesunkene Einkaufspreise nicht weitergereicht würden.
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BerlinBundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hat die geplanten Strompreiserhöhungen in Deutschland um durchschnittlich zwölf Prozent als teilweise ungerechtfertigt kritisiert. „Viele Stromversorger liegen mit ihrer Erhöhung deutlich über der Erhöhung der Erneuerbare-Energien-Umlage“, sagte Altmaier der Nachrichtenagentur dpa. „Das ist schwer zu verstehen, weil die Börsenstrompreise seit dem letzten Jahr auf breiter Front gesunken sind“, betonte der Minister mit Blick auf die Einkaufspreise, die dank mehr Wind- und Solarstrom heute zum Teil deutlich niedriger sind.

Etwa drei Viertel der Stromkunden müssen vom kommenden Jahr an tiefer in die Tasche greifen – rund 600 Versorger wollen die Preise so stark wie nie zuvor erhöhen. Altmaier forderte von den Energieversorgern mehr Transparenz bei der Strompreisbildung. Zudem bekräftigte er sein Vorhaben, die Ökoenergieförderung zu reformieren – die Bürger zahlen die Förderkosten über ihren Strompreis. „Wir müssen jetzt die Voraussetzungen schaffen, dass es in den Folgejahren nicht zu immer weiteren starken Strompreiserhöhungen kommt und müssen uns daher Gedanken machen über ein verlässliches Ausbautempo und eine Degression der Einspeisevergütungen“, sagte Altmaier.

Es habe beim EEG immer mal wieder punktuelle Veränderungen gegeben. „Wir brauchen aber eine grundlegende Reform, die 10, 15 Jahre lang hält und nicht alle vier Jahre nach Wahlen infrage gestellt wird.“ Deshalb arbeite er gerade an einem Konsens, der auch die Bundesländer mit einbinde, und zwar parteiübergreifend.

Am Mittwochabend hatte Altmaier nach einem Runden Tisch mit Wirtschaft und Verbraucherschützern den Startschuss für ein neues Stromsparportal gegeben. Unter www.die-stromsparinitiative.de können sich Bürger ab sofort über ihren Stromverbrauch, Tipps zum Sparen und den nächsten Energiesparberater in ihrer Nähe informieren.

In den kommenden Wochen sollen in unterschiedlichen Medien Anzeigen geschaltet werden, die mit Slogans wie „Bye-bye zu Stand-By“ oder „Schluss mit den Stromfressern, die sie zum kochen bringen“ für einen bewussteren Umgang mit Energie werben sollen. Altmaier sieht darin einen Beitrag, um die Kosten durch die Energiewende und den Ausbau erneuerbarer Energien für die Bürger im Rahmen zu halten. Besonders Beratungen für einkommensschwache Haushalte, wo Stromsparhelfer umsonst abschaltbare Stecker oder Energiesparlampen einbauen, sollen bundesweit gestärkt werden.

 
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Also ich wäre ja dafür, das ab sofort ALLE Subventionen wegfallen sollten und die durch die Stromerzeugung anfallenden Kosten allein von den Versorgern und deren Verbrauchern nach Verbrauch zu zahlen sind. Dann schauen wir mal, welche Stromarten am billigsten sind^^
    Kohle, Gas und Kernenergie sind nämlich auch bis zum Umfallen subventioniert aus Steuergeldern und deshalb werden sie als günstig hingestellt. Ein wirkliches Kostenbild ergibt sich nur, wenn man alle Subventionen und Zahlung die für Förderung, Transport, Erzeugung und Entsorgung anfallen/Stromsorte heranzieht und sich dann anschaut, was die Erzeugung kostet. Alles andere macht keinen Sinn. Dann nämlich wird man feststellen, das Solarenergie und Wasserkraft in der Erzeugung am günstigsten kosten, gefolgt von Windkraft und Gas. Kohle ist durch den hohen Schadstoffwert, die geringe Effizienz und die hohen Kosten für Abbau und die Kosten für die Beseitigung der Umweltschäden, Umsiedelung (für Tagebau) ect. sehr teuer naja und bei der Kernkraft durch die Jahrhundertelange Lagerung der Atommülls (der ja nicht nur aus den Reaktorkernen besteht) kann man sich sicher sein - das wird uns noch teuer zu stehen kommen. Allein daran, dass das nicht so berechnet wird sieht man aber - mit Marktwirtschaft hat Stromerzeugung nun weiss Gott nichts zu tun - eher mit Volksverdummung!

    Also ärgern wir uns mal schön alle weiter über Ökologisches Denken statt einmal den Kopf anzustrengen und sich einmal zu überlegen - warum will man uns alle eigentlich für Dumm verkaufen^^

  • "Das Kartell - Deutschland im Griff der Stromkonzerne"

    Ich empfehle die auf You-Tube erhältliche 45minütige Dokumentation anzusehen.

    Wo ist die Bundesregierung, die den Verbraucher und damit ihre Wähler vor dieser Ausplünderung schützt?

  • @ HofmannM
    Klopf, klopf! Was macht Ihr Puls? Sorry, ich wollte Ihnen gar nichts verkaufen. Es wäre nur schön, wenn Ihre verständliche Wut Sie nicht blind macht. Falls Sie immer noch an der konventionellen Stromerzeugung festhalten wollen, hier mal folgende Kopfnuss:
    Der Weltenergiebedarf beträgt knapp 500 Exajoule pro Jahr, die im Wesentlichen durch Wärme erzeugende Prozesse wie Kohle-, Gas- und Ölverbrennung oder Kernspaltung umgesetzt werden. Das entspricht in etwa der unvorstellbaren Menge von 20.000 Öltankern mit je 500.000 Tonnen Öl pro Jahr? Da es sich dabei um langwellige Strahlung handelt, die wegen des Treibhauseffektes nur zu ca. 20% die Atmosphäre in Richtung All durchdringt, bleibt der größte Teil der vom Mensch erzeugten Wärme hier auf der Erde und heizt uns ein. Damit können wir jedes Jahr mehr als 1000 Milliarden Tonnen (kein Witz) Polar- oder Gletschereis schmelzen und nach aktueller Erkenntnis tun wir das auch.
    Wahrscheinlich wohnen Sie höher als 10m über dem aktuellen Meeresspiegel, aber die anderen paar Milliarden Menschen demnächst auch. Sie kriegen Besuch!

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