Energiewende An Ostern sind 100 Prozent Ökostrom möglich

An Ostern könnte erstmals der gesamte Stromverbrauch Deutschlands mit erneuerbaren Energien gedeckt werden. Und der Ausbau geht weiter. Experten warnen: Es muss sich Grundlegendes ändern, sonst gibt es richtig Probleme.
81 Kommentare
Solaranlage bei Bitterfeld-Wolfen Quelle: dpa

Solaranlage bei Bitterfeld-Wolfen

(Foto: dpa)

DüsseldorfAn den Ostertagen kommt Deutschland zur Ruhe: Die meisten Betriebe sind für vier Tage dicht, Geschäfte schließen, Schulen machen Ferien. Der deutschen Energiewende eröffnen diese freien Tage die Chance auf eine Premiere: Erstmals könnte für einen Moment der gesamte Stromverbrauch Deutschlands mit Sonnen- und Windenergie gedeckt werden. Voraussetzung: Die energieintensiven Unternehmen haben ihre Produktion heruntergefahren. Außerdem muss über Deutschland ein blauer Himmel sein und möglichst viel Wind wehen.

Ausgerechnet hat das Rainer Baake, ehemaliger Staatssekretär im Bundesumweltministerium und nun Direktor der Plattform Agora Energiewende. „Bei sonnigem und windigem Wetter kann es an Pfingsten, möglicherweise aber auch schon an Ostern zum ersten Mal in Deutschland Stunden geben, an denen rechnerisch der komplette Strombedarf durch erneuerbare Energien gedeckt wird“, sagte er im Gespräch mit Handelsblatt Online. „Dieser Moment wird eine gewisse Symbolkraft haben.“

„Ein solcher Moment zeigt uns, dass eine nachhaltige Stromversorgung ohne Kohle und Atom in einem großen Industrieland wie Deutschland grundsätzlich möglich ist“, sagt Oliver Krischer, energiepolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag.

Auf der Webseite von Agora Energiewende – eine Initiative, die seit rund einem Jahr energiepolitische Akteure aus Politik und Wirtschaft zusammenbringt – wird die tagesaktuelle Stromerzeugung und der Verbrauch abgebildet. Vergangenen Sonntag zeigte die Kurve um 12 Uhr mittags einen Anteil von 38 Gigawatt aus erneuerbaren Energien bei einem Stromverbrauch von 56 Gigawatt. Die installierte Erzeugungskapazität, also die Stromproduktion, zu der die bereits am Netz angebundenen Anlagen im Idealfall fähig sind, liegt bei je 32 Gigawatt bei Wind- und Photovoltaik-Anlagen. Die übrigen Träger erneuerbarer Energien kommen auf insgesamt sechs Gigawatt. Im besten Fall können die Erneuerbaren also insgesamt 70 Gigawatt Strom produzieren und hätten damit bereits vergangenen Samstag locker den Strombedarf decken können.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
„Unser Erzeugerpark ist absurd geworden“
Seite 1234Alles auf einer Seite anzeigen

81 Kommentare zu "Energiewende: An Ostern sind 100 Prozent Ökostrom möglich"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @ lef
    das ist leider auch nicht richtig. Das Fraunhofer Institut beschreibt den Energiebedarf zur Produktion von PV-Anlagen so:

    10. Verschlingt die Produktion von PV-Modulen viel Energie?
    Nein.
    Die Energierücklaufzeit für Solaranlagen hängt von Technologie und Anlagenstandort ab. Sie beträgt bei 1055 kWh/m2 globaler horizontaler Jahreseinstrahlung (mittlerer Wert für Deutschland) ca. 2 Jahre [EPIA]. Die Lebensdauer von Solarmodulen liegt im Bereich von 20-30 Jahren. Das heißt, dass eine heute hergestellte Solaranlage während ihrer Lebensdauer mindestens 10-mal mehr Energie erzeugt als zu ihrer Herstellung benötigt wurde. Dieser Wert wird sich in der Zukunft durch energieoptimierte Herstellungsverfahren noch verbessern.

    Den Bericht gibt es hier:
    http://www.ise.fraunhofer.de/de/veroeffentlichungen/veroeffentlichungen-pdf-dateien/studien-und-konzeptpapiere/aktuelle-fakten-zur-photovoltaik-in-deutschland.pdf

  • Schöner Traum,
    aber leider unsinnig. Denn zu Herstellung der EE-Anlagen wird immens viel Energie gebraucht. Das kann ganz leicht aus den Gesamtkosten eruiert werden - aber dazu müsste man etwas Ahnung von Betriebswirtschaft haben.
    Dass die gesammte EE ein auch energetisches Zuschussgeschäft ist (sprich: Energieverschwendung!) ist schon daran erkennbar, dass jede EE subventioniert bzw. gefördert werden muss.

  • Hallo Vandale,
    ich meine wenn Alle immer wie Sie gedacht hätten in der Geschichte der Menschheit würden wir noch im Lendenschurz bekleidet auf den Bäumen rumhüpfen. Was machen Sie denn wenn alle von Ihnen genannten fossilen Energieträger verfeuert sind? ...ist ja noch sooooooooooo lange hin, da brauchen wir uns doch jetzt keinen Kopf machen.

  • @Kamerun
    Wieso sprechen Sie für andere? Ich will zurück zum Atomstrom!! Wobei das "zurück" soweit mir bekannt ist, nicht stimmt. Es soll ja noch das eine oder andere AKW in D laufen. Ich würde sofort zu einem Anbieter wechseln, der 100% Atomstrom anbietet. Und jeder der sagt: "wir können dir ja mal ein AKW in den Garten stellen!" dem antworte ich: " wir können ja mal ein paar Windräder um dein Haus bauen!". Ich wollte neulich ein Haus am Meer kaufen. Das Haus hätte unter normalen Umständen locker 250.000€ gebracht. Das Haus wurde für 130.000€ angeboten und keiner will es haben. Ich auch nicht, weil im Umkreis von 600m ein Windpark um das Haus gebaut wurde. Da ich nachts ganz gerne schlafe, kommt das Haus für mich nicht in Frage. Und da das Haus für niemanden in Frage kommt, können die Besitzer nur noch bis zu ihrem Tod dort wohnen bleiben. Sie können das Haus natürlich noch verlassen oder sich am Dachbalken aufhängen. Also ob nun AKW oder sogenannte "Erneuerbare Energie" bleibt sich gleich. Beide belasten die Umwelt gleichermaßen. Ich ziehe Atomstrom vor. Der ist nämlich bezahlbar.

  • ist doch ganz einfach, während alle KOBNVENTIONELLEN Kraftwerke laufende Kosten für ROHSTOFFE erzeugen, laufen die Erneuerbaren OHNE diesen KOSTENKLOTZ am Bein ...

  • Ein Artikel, der mit einer unsinnigen Behauptung beginnt! Und Alle glauben es treulich und brav!
    Angeblich soll EE-Strom fast 100% dere Strombedarfes decken - sagt ein Herr "Rainer Baake".

    Richtig ist:

    Am Ostersonntag um 12 Uhr lag in Deutschland der Anteil an Solarstrom bei 8.007 MW, von Windstrom bei 1.581 MW und von konventionellem Strom bei 39.275 MW. Der Ökostromanteil betrug also etwa 20 Prozent. Ein Blick auf die Planung für den restlichen Tag zeigt, dass die Erzeuger auch nicht mit mehr rechnen.
    Zitiert auc "Achse des Guten",
    aber das ist sehr glaubwürdig belegt, nämlich mit Verlautbarungen des EEX:
    http://www.transparency.eex.com/de/

    Das ganze EE-Programm ist aufgebaut auf dreistdummen Behauptungen!

  • @Anon
    Das EIKE Institut hier anzuführen ist ein ganz schlechter Zug. Dr. Holger Thuss ist Mitgründer des Netzwerkes CFACT Europe und des privaten Europäischen Instituts für Klima und Energie.
    Dem CFACT Europe wird vorgeworfen, von der Energiewirtschaft finanziert zu werden. Laut Greenpeace soll z.B. Exxon CFACT in den Jahren 2000 bis 2007 mit 577.000 US-Dollar unterstützt haben.

  • @Vicario
    ----
    Zitat: Laut meiner Studie kaufen wir 2025 und 2030 günstigen Strom von AKW`s auf der anderen Rheinseite ein......weil die Erneuerbaren Energien bis dato unsere Energiewirtschaft ruiniert haben !
    -----
    Mit meinem Kommentar, dass wir mit den Erneuerbaren Energien schon in wenigen Jahren günstiger kommen als ohne diese, beziehe ich mich auf die Studie des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit aus dem Jahr 2012. Sie kommt zu dem Schluss: Die Energiewende ist machbar und zahlt sich aus! Nachzulesen hier:
    http://www.bmu.de/bmu/presse-reden/pressemitteilungen/pm/artikel/die-energiewende-ist-machbar-und-zahlt-sich-aus/?tx_ttnews%5BbackPid%5D=976
    Die Studie kann man sich herunterladen. Ich möchte auf S. 50 hinweisen. Dort wird die Entwicklung des Ölpreises dargestellt. Man kann davon ausgehen, dass der Ölpreis sich bis 2050 ca. verdoppeln wird. Und nicht erst dann werden wir mit Erneuerbaren Energien, die kostenloses Sonnenlicht und kostenlosen Wind nutzen besser fahren.

    Es ist richtig, dass wir uns in einem Umbruch der Energiewirtschaft befinden. Dieser Umbruch ist schmerzlich für die großen Energieversorger, aber ein Segen für viele kleine Windmüller, Photovoltaik- und Biogasanlagenbetreiber. Jetzt ist es aber wichtig, dass aus Berlin die richtigen Entscheidungen kommen. Die aktuelle Regierung sieht da sehr sehr schlecht aus.

  • Liebe Handelsblattredakteure!

    Schaut Euch mal diesen Artikel an:

    http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/lastganglinien-als-erfolgskontrolle-der-energiewende-mit-windenergie-und-fotovoltaik-anlagen/

    Wo ist Eure redaktionelle Leistung, die Lobbyistenaussage, die Ihr als solche noch nicht einmal als solche kenntlich macht, auf den Prüfstand zu stellen?

    Die kleine Anzeigenzeitung "hallo Sonntag" aus Hannover, redaktionell sicherlich nicht so hochkarätig bestückt wie Ihr, die zitiert Euch, schreibt aber: "der Direktor der Lobbyorganisation Agora Energiewende".

    Schade!

    Möchte lieber anonym bleiben.

  • Ein Irrtum.
    Richtig dagegen ist: Der zwangsweise ins Netz eingespeiste Ökostrom ist konkurrenzlos billig, ruiniert den Preis der traditionellen Stromanbieter und die Verbraucher bezahlen über die Umlage auch noch die hohen Vergütungen für die Ökobarone. Die Verbraucherpreise für Strom haben mit den Börsenpreisen nur bedingt etwas zu tun.
    Der Grund ist:
    1. Kein Verkäufer in einem freien Markt kann gezwungen werden, niedrige Einkaufspreise an seine Kunden weiterzugeben, außer die Konkurrenz zwingt ihn dazu. Auch der Verkaufspreis für Strom ist ein am Markt durchzusetzender Preis.
    Alles andere wäre Planwirtschaft wie vormals in der DDR.
    2. Wenn der weit unter seinen Gestehungskosten im Netz verramschte Ökostrom die teuren und dann nicht mehr rentablen Kraftwerke, wie das Gaskraftwerk Irsching5, aus den Markt verdrängt, und diese Kraftwerke folglich abgeschrieben werden müssen, warum sollten sich die großen Stromversorger dann auch noch großherzig zeigen?
    3. Müssten die Ökostromanbieter ihren Strom plötzlich auf dem freien Markt verkaufen, wären sie längst pleite. Das wird auch in Zukunft so sein. 2030 wird (lt. Fraunhofer) der Ökostrom immer noch zweimal so teuer sein, wie traditionell erzeugter Strom, die notwendigen Pumpspeichergebühren nicht berücksichtigt. Wenn die Vergütung, nach der Abscheibung, einmal weg fällt, ist der Ökostrom ein unverkäuflicher Luxus. Im Netz ist nun mal Strom gleich Strom.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%