Energiewende
AKW Grafenrheinfeld wird abgeschaltet

  • 3

Das Netz wird instabiler

Schon seit Jahren geht die bayerische Stromerzeugung kontinuierlich zurück. 2010 etwa waren noch 73.000 Millionen Kilowattstunden in Bayern produziert wurden. Grafenrheinfeld ist nach Isar I der zweite bayerische Reaktor, der abgeschaltet wird. In Betrieb bleiben Gundremmingen B und C sowie Isar II, die von 2017 bis 2022 vom Netz gehen werden.

Doch das bundesweite Stromnetz ist noch nicht für die Verlagerung der Stromproduktion von süddeutschen Atomkraftwerken zu norddeutschen Windanlagen umgebaut – so ist zumindest die Struktur der Energiewende angelegt. Doch dafür fehlen die Leitungen. Von Jahr zu Jahr steigt daher der Aufwand zur Stabilisierung des Netzes - im Fachjargon „redispatch“ genannt.

Das bedeutet, dass der Stromtransport von Nord- nach Süddeutschland gedrosselt werden muss, um eine Überlastung des Netzes zu vermeiden. Stattdessen wird der Strom dann entweder in Süddeutschland in Reservekraftwerken erzeugt oder aus dem Ausland importiert. Für den kommenden Winter 2015/16 haben Bundesnetzagentur und Netzbereiter dafür eine Spanne zwischen 6700 und 7800 Megawatt Reservekraftwerksleistung verordnet, die zur Verfügung stehen muss.

„Redispatch“ bedeutet faktisch auch, dass eigentlich zur Verfügung stehender Windstrom aus Nord- und Ostdeutschland in Süddeutschland nicht verbraucht werden kann, weil das bestehende Stromnetz dafür nicht geeignet ist. Die Stromindustrie bekommt für den „Redispatch“ Sonderzahlungen vom Bund, die Kosten in alljährlich dreistelliger Millionenhöhe tragen die Bürger.

Doch „Redispatch“ ist nicht nur teuer, sondern auch technisch aufwendig – das Netz wird instabiler. „Damit die Versorgungssicherheit nach 2022 gewährleistet werden kann, ist außerdem der Netzausbau auf allen Spannungsebenen nötig“, verlangt Brossardt. Doch das Gesamtkonzept für die Energiewende fehlt nach wie vor.

Seite 1:

AKW Grafenrheinfeld wird abgeschaltet

Seite 2:

Das Netz wird instabiler

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Energiewende: AKW Grafenrheinfeld wird abgeschaltet"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • In der "Welt" las ich vor einiger Zeit, dass Bayern zur Notreserve auf den französichen Pannenmeiler Fessenheim zurückgegriffen werden soll.

    Einfach mal googeln:
    "Uralt-Reaktor soll deutschen Blackout verhindern"

    Muss ich mich als braver Bundesbürger jetzt "sicherer" fühlen??
    Hoch lebe die Ideologie.

  • Das ist vergleichbar wenn man das eigene gut funktionsfähige, abbezahlte Auto in einem gedanklichem Black out in die Schrottpresse bringt.

    Die Deutschen KKW gehören gem. der linken Medien pösen, gierigen, anonymen Konzernen. Wenn man näher schaut, gehören die Konzerne wie RWE zu erheblichen Teilen staatlichen Körperschaften. Die Ertragssteuern, bzw. ausfallenden Erträge müssen von der Gesellschaft, sprich Ihnen aufgebracht werden.

    Kernenergie ist die umweltfreundlichste und sicherste Methode Strom zu erzeugen. Die Kraftwerke sind abgeschrieben und können dank der niedrigen Brennstoffkosten konkurrenzlos preiswerten Strom erzeugen.

    Grafenrheinfeld ist technisch, wie die anderen Deutschen Kernkraftwerke, regelmässig überholt und erneuert (Beispiel Leittechnik) worden in einem guten Zustand.

    Ein Siedewasserreaktor bringt ein enormes Mass an Netzstabilität. Der gut 1000 to schwere Läufer des Turbogenerators rotiert mit 1500 Umin* und stabilisiert das Stromnetz mit seiner rotativen Energie im Sekundenbereich. Die Dampfreserve des Reaktors erlaubt eine Stabilisierung des Netzes im Minutenbereich.

    Ein Verzicht auf das Kraftwerk zur Netzstabilisierung bedeuted entweder erhebliche Zusatzkosten im Sinne der Ökoreligion, wobei dies bei den aktuellen Kosten ökoreligiöser "Erneuerbarer Energien" von 30 - 40 Mrd. €/a nicht mehr ins Gewicht fällt, oder man akzeptiert Frequenzschwankungen und ein grösseres Risiko eines Netzzusammenbruchs.

    *Wissen von anderen Kraftwerken

  • Mit dem Abschalten der Kernkraftwerke in Bayern, schaltet Bayern gleichzeitig seine wirtschaftliche Wertschöpfungskette = politische Wirtschafts- und Energiepoltik ab.
    Die Energiewende gibt der bayerischen Wirtschaft dann noch den Todesstoss. Danke an Seehofer und Kosnorten. Was FJS mit den Händen für seine Bürger aufgebaut hat, dass reißen Seehofer und Co. mit ihren "Wohlstandshintern" wieder ein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%