Deutschland

_

Energiewende: EEG-Förderung soll auf den Prüfstand

Wirtschaftsminister Philipp Rösler will das Erneuerbare-Energien-Gesetz überarbeiten, um auf die drohenden Preissteigerungen durch die Energiewende zu reagieren. Nun wächst die Sorge, dass es vor allem die Kleinen trifft.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) will die EEG-Förderung auf Effizienz prüfen. Quelle: dapd
Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) will die EEG-Förderung auf Effizienz prüfen. Quelle: dapd

BerlinDrohende Preissteigerungen durch die Energiewende werden immer mehr zum innenpolitischen Streitthema. Für Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler liegt der Schlüssel zur Lösung des Problems im grundlegenden Umbau der Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, wie er in einem Reuters-Interview vom Mittwoch sagte.

Anzeige

„Das heißt für mich: wir müssen an das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ran.“ Dagegen plädierte der Präsident des Umweltbundesamtes Jochen Flasbarth für eine gerechtere Verteilung der Kosten der Energiewende. Niemand dürfe durch die Stromrechnung arm werden. Bisherige Entlastungen von Unternehmen bei den Stromkosten sollten überprüft werden.

Unterdessen wurde ein Entwurf zur Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes bekannt, in dem es um die Haftung für Störungen bei der Netzanbindung von Offshore-Windkraftanlagen geht. Daraus folgt, dass dem Stromverbraucher hohe Lasten drohen könnten. Entschädigungen, die etwa von einem Netzbetreiber bei Störungen bezahlt werden müssten, können von diesem über eine Umlage weitgehend auf den Verbraucher abgewälzt werden.

Energiepolitik

Zu einem entsprechender Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ hieß es im Wirtschaftsministerium, dessen Tenor sei zutreffend, auch wenn nicht alle Details.

Bundeswirtschaftsminister Rösler und mit ihm die Bundesregierung hatten nie einen Hehl daraus gemacht, dass die Energiewende nicht zum Nulltarif zu haben sei. Inzwischen wächst aber die Sorge, dass die privaten Verbraucher und kleinere Firmen sowie Gewerbetreibende die Hauptleidtragenden massiver Strompreisanhebungen sein werden. Im Zentrum der Diskussion stehen zwei Dinge: die Entlastungen energieintensiver Betriebe bei den Stromkosten sowie die hohen Fördermittel für erneuerbare Energien, die der Verbraucher über seine Stromrechnung mitbezahlt.

  • 16.08.2012, 12:22 UhrSteinfeger

    Einen interessanten Beitrag zum Thema wie sich die bevorstehende Energiewende auf die Start-Up Branche auswirkt habe ich auch gelesen: http://bit.ly/NyGqpx

  • 16.08.2012, 12:22 UhrSteinfeger

    Einen interessanten Beitrag zum Thema wie sich die bevorstehende Energiewende auf die Start-Up Branche auswirkt habe ich auch gelesen: http://bit.ly/NyGqpx

  • 15.08.2012, 23:58 UhrDagmarK

    "Das müsse korrigiert werden. Unternehmen und Verbraucher sollten nach seiner Auffassung gemäß ihrer jeweiligen Leistungsfähigkeit belastet werden. Dann könnten die Kosten auf mehr Schultern als bisher verteilt werden. „Wer den Strom nicht bezahlen kann, braucht staatliche Unterstützung“, forderte er der Zeitung „Die Welt“."

    Egal, was da auch immer beschlossen wird, jede Belastung von Unternehmen wird 1:2 oder mehr an den Verbraucher weiter gegeben. Und ja, wenn ich als gut gepamperter Politiker mit einem netten 5stelligen Einkommen versorgt bin, geht mir das am Allerwersteten vorbei.

  • Die aktuellen Top-Themen
Ende Mai: „Blockupy“ will für einen Tag die EZB lahmlegen

„Blockupy“ will für einen Tag die EZB lahmlegen

Das kapitalismuskritische Bündnis will Ende Mai eine „massenhafte Blockade“ der Frankfurter Zentrale organisieren. Die Aktion richtet sich gegen den Sparkurs in der Finanzkrise und wird von 40 Organisationen unterstützt.

Fünfter Raketentest in drei Tagen: Nordkorea setzt Provokationen fort

Nordkorea setzt Provokationen fort

Die Muskelspiele gehen weiter: Das Militär des isolierten Landes feuerte am Montag erneut eine Rakete in Richtung Japanisches Meer ab. Der Süden und der Uno-Generalsekretär sprechen von einer Provokation.

Sparkurs aufgeweicht: Weidmann kritisiert Nachsicht mit Frankreich

Weidmann kritisiert Nachsicht mit Frankreich

Bundesbank-Präsident Weidmann fordert von der französischen Regierung einen härteren Sparkurs. Die Linkspartei sieht darin eine Überschreitung seiner Befugnisse. Sie fordert eine Untersuchung durch den Bundestag.

Handelsblog Bringt die Bürokraten in Erklärungsnot!

Die Regierung feiert sich. Mal wieder. Das Bundeskabinett hat den Bericht des Normenkontrollrates verabschiedet. Klingt abstrakt? Hat aber ganz praktische Bedeutung, denn es geht dabei um den von allen geforderten Abbau von Bürokratie. Die... Von Florian Kolf. Mehr…