Energiewende: Gabriel stellt raschen Ausbau erneuerbarer Energien in Frage

Energiewende
Gabriel stellt raschen Ausbau erneuerbarer Energien in Frage

Sigmar Gabriel will bei der Energiewende einen Schritt zurückgehen: Der SPD-Chef will die Komplett-Abkehr vom EEG. Die Förderung von Offshore-Windparks will er aus der Umlage herausnehmen. Gabriel setzt weiter auf Kohle.
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DüsseldorfSPD-Chef Sigmar Gabriel rückt vom Ziel eines raschen Ausbaus erneuerbarer Energien ab. Deren Ausbaudynamik müsse kontrolliert werden, „je mehr, desto besser – das ist falsch“, sagte Gabriel der Düsseldorfer „Wirtschaftswoche“. Zugleich sprach er sich für eine Abkehr vom Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) aus. „Das EEG war ein kluges Gesetz, als grüne Energien eine Nische waren, jetzt entwickelt es sich zum Hindernis für deren Zukunft“, sagte der SPD-Chef.

„Wenn die Energiewende nicht komplett neu gestartet und endlich professionell gesteuert wird, stehen wir vor dem größten Deindustrialisierungsprogramm unserer Geschichte“, warnte Gabriel weiter. Er schlug vor, die Förderung von Offshore-Windparks aus der Umlage herauszunehmen und aus Steuermitteln zu bezahlen. Auch seien die bisherigen Ausbauziele dort „sehr unrealistisch“.

Gabriel machte auch deutlich, dass er für die kommenden Jahrzehnte weiter auf fossile Energien setzt. „Man kann nicht gleichzeitig aus der Atomenergie und der Kohle aussteigen“, sagte der SPD-Chef. Zudem würden neue Gaskraftwerke dringend benötigt.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • EE-Anlagen haben mit Abstand die niedrigste Rendite aller Energieanlagen. Zu diesen geringen Renditen von 6-10% gehen die Investoren die vollen Risiken des Betriebs einer technischen Anlage ein, zudem das Wetterrisiko. Das machen diese "Ökostalinisten" nur, weil zumindest das Preis- und Abnahmerisiko durch das EEG stark reduziert wird. Ansonsten würden diese Stalinisten die sonst üblichen Renditen von um die 20% erwarten.

    Und genau dies wird auch passieren, wenn das EEG abgeschafft und die Betreiber den vollen Marktrisiken ausgesetzt werden. Es wird natürlich viel teurer, weil das Risiko bezahlt werden muss. Oder es wird halt nicht mehr gebaut, weil nur 8% bei unverhältnismäßigem Risiko drin sind. Letzteres ist zB Ziel der FDP.

  • Ich kann hier Herrn Gabriel nicht ganz folgen, finde die Zitate aber insgesamt auch zu kurz. Den Offshore-Windstrom aus dem EEG herauszunehmen halte ich für eine sinnvolle Idee weil er einfach noch sehr teuer und für die Energiewende im Moment auch nicht unbedingt erforderlich ist (da ist noch genug Onshore-Potential).
    Ansonsten ist das EEG doch absolut erfolgreich! Wind am Land ist inzwischen günstiger als Kohle und Photvoltaik auch nicht weiter davon entfernt. Außerdem sinkt der Strompreis an der Strombörse seit Jahren. Davon kommt aber nichts bei den Verbrauchern an. Die Strompreise (auch EEG-'bereinigt') steigen seit Jahren. Ich bin mir absolut sicher, wenn man wieder weniger Unternehmen von der Umlage befreit und parallel die Stromkonzerne dazu bringt (zwingt? ;) ) die niedrigen Stromkosten an die Kunden weiterzugeben hat sich die ganze Diskussion um die hohen Preise eh erledigt und wir können weiter den durch Klimawandel und steigende Preise bei fossilen Energieträger eh absolut nötigen Ausbau der erneuerbaren vorantreiben!

  • Bevor man an einer Wahl teil nimmt, sollten man die Politiker daran messen, was sie für die Allgemeinheit in der Vergangenheit getan haben und nicht daran, was sie für die Zukunft versprechen.
    Wenn ich mir nach der nächsten Bundestagswahl beispielsweise eine rot-grüne Koalition vorstelle, dann weiß ich schon jetzt, wie der liebe Gabriel, begleitet von lautem Geschrei, zurück gepfiffen wird.

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