Energiewende

Grüne kritisieren Bundesnetzagentur

Die Grünen werfen der Bundesregierung Schlamperei beim Ausbau des Stromnetz vor. Dieser erfolge auf einer unsicheren Datenbasis.
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Elektromasten in der Nähe einer Umspannstation in Schwerin. Quelle: dpa

Elektromasten in der Nähe einer Umspannstation in Schwerin.

(Foto: dpa)

BerlinDie Grünen üben heftige Kritik an den Plänen zum Ausbau der Stromnetze. Sie werfen der Bundesregierung und der Bundesnetzagentur vor, der Ausbau erfolge auf unsicherer Datenbasis und gleiche daher einem Blindflug. Tatsächlich hat die Bundesnetzagentur bislang nicht alle relevanten Daten für den Netzausbau öffentlich zugänglich gemacht.

Das geht aus der Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Oliver Krischer hervor, die dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe) vorliegt. Die Bundesnetzagentur habe bislang noch keine Lastflussdaten herausgegeben, heißt es in dem Schreiben. Das Ministerium räumt ein, elf Institutionen, Personen oder Unternehmen hätten bereits entsprechende Anträge auf Herausgabe der Daten gestellt. Die Herausgabe der Daten ist im Energiewirtschaftsgesetz geregelt.

Lastflussdaten geben Aufschluss darüber, wie viel Strom zu einem bestimmten Zeitpunkt durch eine Leitung fließt und wie stark die Leitung damit ausgelastet ist. Sie sind ein wichtiger Indikator dafür, an welchen Stellen das Netz stark beansprucht ist und rasch ausgebaut werden muss.

Ohne die Lastflussdaten lässt sich nach Überzeugung der Grünen keine belastbare Netzplanung betreiben. Es bestehe die Gefahr, dass demnächst der Bau von über 3.500 Kilometer Leitungen gesetzlich festgelegt werde, ohne dass deren Notwendigkeit jemals überprüft worden sei. „Die Bundesnetzagentur muss diese Geheimniskrämerei schnellstmöglich beenden und die Daten unverzüglich unabhängigen Experten zur Verfügung stellen“, sagte Krischer dem Handelsblatt. Die Veröffentlichung der Lastflussdaten sei zwingend erforderlich, „denn jede Leitung, deren Notwendigkeit nicht zuvor von unabhängigen Experten geprüft wurde, wird von den Bürgerinnen und Bürgern in Frage gestellt werden“ Bei der Bundesnetzagentur hieß es gestern, die Anträge auf Herausgabe der Daten würden geprüft.

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  • @Elektroingenieur

    wurde nicht gerade Anfang Februar ein Manipulationsvorwurf zum Strommarkt laut, der angeblich bewußt zu niedrig prognostizierte Stromengen betraf? Dies führte in der Folge zu den beschriebenen Engpässen in der Stromversorgung.

    Frankfurter Rundschau vom 16.2.2012 "http://www.fr-online.de/energie/stromnetz-haendler-manipulieren-den-strommarkt,1473634,11643284.html"

    U.a. mit folgender Textpassage: "Die Händler wollten vermeiden, so hohe Preise zu bezahlen – und griffen zu einem illegalen, aber nur schwer nachweisbaren Trick. Sie schraubten systematisch die Prognose über den Stromverbrauch ihrer Kunden nach unten und lieferten entsprechend weniger. So vermieden sie massenhaft, den gerade sehr teuren Strom zukaufen zu müssen.". Bewiesen werden konnte es wohl nicht, aber Gegendarstellungen blieben meines Wissens aus.

    Hat die Bundesnetzagentur am 3.5.2012 diese Problematik auch erläutert?

    Ich werde den Bericht also noch einmal durchgehen.

  • Die Bundesnetzagentur hat am 3.5.2012 den "Bericht zum Zustand der leitungsgebundenen Energieversorgung im Winter 2011/2012" veröffentlicht. Darin werden mehrere Tage detailliert untersucht, an denen es Engpässe im Netz gab (8. -10. Februar, 15. Februar, 22. - 23. Februar, Dezember 2011). In diesem 120seitigen Bericht sind auch Lastflüsse enthalten!! Zu allen Zahlen gibt es im Anhang ein Quellenverzeichnis. Auf der anderen Seite publizieren die Kritiker der Bundesnetzagentur (Greepeace, BUND, Grüne...) bunte Presentationen mit 4 Seiten, mit ganz wenig Zahlen und ohne Quellenangaben in denen sie behaupten man braucht keine weiteren Leitungen und keine weiteren Kohlekraftwerke.
    Für mich als Elektroingenieur haben die Berichte der Bundesnetzagentur jedenfalls deutlich mehr Qualität als die Flyer von Greenpeace. Mag sein, dass noch nicht alles perfekt ist bei der Bundesnetzagentur, aber sie hat deutlich mehr Glaubwürdigkeit als ihre Kritiker.

  • zu "PV ist Kostentreiber" und Lobby.

    Impressum von "energiewelt.de" :

    Impressum
    RWE Effizienz GmbH
    Flamingoweg 1
    44139 Dortmund

    gehört anonym auch zu RWE?

  • Leider sind Sie da sehr schlecht informiert. Die Bundesnetzagentur verlangt von den regulierten Unternehmen (Verteilnetzbetreiber und Übertragungsnetzbetreiber) extrem viele Daten. Diese werden natürlich auch verwendet. Darin sind neben Lastflussdaten auch Informationen über installierte Leistung von PV und Wind und deren Zubau, sowie die Menge an Strom die wieder abgeregelt werden musste. Hauptgrund ist die mangelnde Möglichkeit Strom zu transportieren und speichern.

    Die PV-Branche muss zwingend ohne Subventionen auskommen, um die Energiewende zu erreichen ohne den Bürger massiv durch hohe Stromkosten zu belasten. Im Jahr 2010 zahlten die Stromkunden rund 12,7 Mrd. Euro für EEG-Strom, davon 3,9 Mrd. Euro für PV. In 2011 waren es schon 17,1 Mrd. Euro und 8,0 Mrd. Euro für PV. Der Preisstreiber für Endkundenstrom ist vor allem die Photovoltaik. (Quelle: http://www.energiewelt.de)

    Aber die Lobby für PV ist sehr stark, vor allem auch durch politische Gruppe wie den Grünen. Gerade die viele dezentrale erneuerbare Energien müssen auch irgendwie am Stromnetz angeschlossen werden. Und ohne Leitung geht das irgendwie nicht.

  • Die Bundesnetzagentur wurde von Rot-Grün installiert. Allerdings hat sich die Bundesnetzagentur nicht ausschliesslich ökoreligiösen Visionen und Phantasien ergeben. Die Warnungen vor Netzzusammenbrüchen in Folge des ökoreligiösen Amoklaufs die in der Schliessung moderner umweltfreundlicher Kernkraftwerken gipfelte, stören die ökologischen Illusionen sehr.

    Die Notwendigkeit neuer Stromtrassen können die Netzbetreiber am besten und die Bundesnetzagentur auch irgendwie beurteilen, die Grünen können dies nicht. Letztlich wird das dann ähnlich Gorleben funktionieren wo sich der Grün und Frieden Atomspezialist eine beliebige Akte gegriffen hat und dann medienwirksam irgendwelche Behauptungen aufgestellt hat. Die Medien waren begeistert.

    Vandale

  • Das ist nur die Spitze des Eisberges. Es gibt eine Menge von Daten, die die EVUs veröffentlichten müssten und das nur sehr schleppend tun. Ebenso die Bundesnetzagentur. Derzeit wird in diesem Zusammenhang in der Photovoltaikbranche die Qualität der BNetzA-Daten und der Übertragungsnetzbetreiber diskutiert: Es ist ein Desaster!
    Und auf Grundlage dieser nachweislich unstimmigen Daten werden Gesetze gemacht.
    Nähere Infos: http://psrd.de/@954462
    Eine Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt bei diesem Thema wäre willkommen, Herr Stock.
    Björn-Lars Kuhn
    Proteus Solutions GbR

  • Die Kritik der Grünen überrascht natürlich nicht. Leider zeigt es auch, dass die Grünen sich dem Thema bislang nicht gestellt haben.

    Nur wenn nicht alle Daten veröffentlicht werden, bedeutet dies noch lange nicht, dass die Daten nicht zur Verfügung stehen.

    Die Veröffentlichung der Lastflussdaten dürfen aus Datenschutzrechtlichen Gründen nicht einfach veröffentlicht werden. Allerdigns bieten einzelne Netzbetreiber bereits die Lastflussdaten der Öffentlichkeit an. So kann man z.B. bei 50Hertz Transmission http://www.50hertz.com/de/lastflussdaten.htm die Lastflussdaten grafisch einsehen.

    Ein externer Gutachter wird die betroffenen Bürger auch nicht überzeugen können. Die Argumente gegen die Leitungen werden i.d.R. aus emotionalen Gründen getroffen. Dies ist auch verständlich, denn wer möchte die Leitung in der Nähe haben? Und kein Gutachter kann diese Ängste und Sorgen nehmen.

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