Energiewende
Grüne kritisieren Bundesnetzagentur

Die Grünen werfen der Bundesregierung Schlamperei beim Ausbau des Stromnetz vor. Dieser erfolge auf einer unsicheren Datenbasis.
  • 7

BerlinDie Grünen üben heftige Kritik an den Plänen zum Ausbau der Stromnetze. Sie werfen der Bundesregierung und der Bundesnetzagentur vor, der Ausbau erfolge auf unsicherer Datenbasis und gleiche daher einem Blindflug. Tatsächlich hat die Bundesnetzagentur bislang nicht alle relevanten Daten für den Netzausbau öffentlich zugänglich gemacht.

Das geht aus der Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Oliver Krischer hervor, die dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe) vorliegt. Die Bundesnetzagentur habe bislang noch keine Lastflussdaten herausgegeben, heißt es in dem Schreiben. Das Ministerium räumt ein, elf Institutionen, Personen oder Unternehmen hätten bereits entsprechende Anträge auf Herausgabe der Daten gestellt. Die Herausgabe der Daten ist im Energiewirtschaftsgesetz geregelt.

Lastflussdaten geben Aufschluss darüber, wie viel Strom zu einem bestimmten Zeitpunkt durch eine Leitung fließt und wie stark die Leitung damit ausgelastet ist. Sie sind ein wichtiger Indikator dafür, an welchen Stellen das Netz stark beansprucht ist und rasch ausgebaut werden muss.

Ohne die Lastflussdaten lässt sich nach Überzeugung der Grünen keine belastbare Netzplanung betreiben. Es bestehe die Gefahr, dass demnächst der Bau von über 3.500 Kilometer Leitungen gesetzlich festgelegt werde, ohne dass deren Notwendigkeit jemals überprüft worden sei. „Die Bundesnetzagentur muss diese Geheimniskrämerei schnellstmöglich beenden und die Daten unverzüglich unabhängigen Experten zur Verfügung stellen“, sagte Krischer dem Handelsblatt. Die Veröffentlichung der Lastflussdaten sei zwingend erforderlich, „denn jede Leitung, deren Notwendigkeit nicht zuvor von unabhängigen Experten geprüft wurde, wird von den Bürgerinnen und Bürgern in Frage gestellt werden“ Bei der Bundesnetzagentur hieß es gestern, die Anträge auf Herausgabe der Daten würden geprüft.

Kommentare zu " Energiewende: Grüne kritisieren Bundesnetzagentur"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @Elektroingenieur

    wurde nicht gerade Anfang Februar ein Manipulationsvorwurf zum Strommarkt laut, der angeblich bewußt zu niedrig prognostizierte Stromengen betraf? Dies führte in der Folge zu den beschriebenen Engpässen in der Stromversorgung.

    Frankfurter Rundschau vom 16.2.2012 "http://www.fr-online.de/energie/stromnetz-haendler-manipulieren-den-strommarkt,1473634,11643284.html"

    U.a. mit folgender Textpassage: "Die Händler wollten vermeiden, so hohe Preise zu bezahlen – und griffen zu einem illegalen, aber nur schwer nachweisbaren Trick. Sie schraubten systematisch die Prognose über den Stromverbrauch ihrer Kunden nach unten und lieferten entsprechend weniger. So vermieden sie massenhaft, den gerade sehr teuren Strom zukaufen zu müssen.". Bewiesen werden konnte es wohl nicht, aber Gegendarstellungen blieben meines Wissens aus.

    Hat die Bundesnetzagentur am 3.5.2012 diese Problematik auch erläutert?

    Ich werde den Bericht also noch einmal durchgehen.

  • Die Bundesnetzagentur hat am 3.5.2012 den "Bericht zum Zustand der leitungsgebundenen Energieversorgung im Winter 2011/2012" veröffentlicht. Darin werden mehrere Tage detailliert untersucht, an denen es Engpässe im Netz gab (8. -10. Februar, 15. Februar, 22. - 23. Februar, Dezember 2011). In diesem 120seitigen Bericht sind auch Lastflüsse enthalten!! Zu allen Zahlen gibt es im Anhang ein Quellenverzeichnis. Auf der anderen Seite publizieren die Kritiker der Bundesnetzagentur (Greepeace, BUND, Grüne...) bunte Presentationen mit 4 Seiten, mit ganz wenig Zahlen und ohne Quellenangaben in denen sie behaupten man braucht keine weiteren Leitungen und keine weiteren Kohlekraftwerke.
    Für mich als Elektroingenieur haben die Berichte der Bundesnetzagentur jedenfalls deutlich mehr Qualität als die Flyer von Greenpeace. Mag sein, dass noch nicht alles perfekt ist bei der Bundesnetzagentur, aber sie hat deutlich mehr Glaubwürdigkeit als ihre Kritiker.

  • zu "PV ist Kostentreiber" und Lobby.

    Impressum von "energiewelt.de" :

    Impressum
    RWE Effizienz GmbH
    Flamingoweg 1
    44139 Dortmund

    gehört anonym auch zu RWE?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%