Energiewende
Koalition will Energiekosten senken

Selbst die Kanzlerin spricht von einer „Kostenexplosion“ bei der Energiewende. Der Netzausbau wird mit 30 Milliarden Euro offenbar teurer als geplant. In Verhandlungen über Kostenbremsen kommen sich Union und SPD näher.
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BerlinUnion und SPD wollen ein umfassendes Reformpaket zur Dämpfung der Kosten bei der Energiewende schnüren. „Wir sind in einem entscheidenden Stadium“, sagte der amtierende Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) am Samstag der Deutschen Presse-Agentur vor dem womöglich entscheidenden fünften Treffen der Arbeitsgruppe Energie. „Aber einen Abschluss wird es nur geben, wenn die Anforderungen an ein neues Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) so klar festgelegt werden, dass die neue Bundesregierung Anfang kommenden Jahres mit der Erarbeitung der Reform beginnen kann.“

Beide Seiten kamen zu Beratungen in der Berliner SPD-Zentrale zusammen. Für die SPD-Seite leitet NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft die AG. Sollte ein Abschluss gelingen, könnte die große Runde der Koalitionsverhandlungen schon am Montag Stellung dazu nehmen. Es wäre der erste große Durchbruch in den Koalitionsverhandlungen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) betonte, eine EEG-Reform stehe für sie ganz oben auf der Agenda. „Wir müssen vor allen Dingen die Kostenexplosion - muss man schon sagen - bei den Umlagen für die erneuerbare Energie dämpfen“, sagte sie in einer Video-Botschaft.

Tatsächlich geht aus einem Regierungspapier hervor, dass der Ausbau der Hochspannungsnetze für die Energiewende in den nächsten zehn Jahren mindestens 30 Milliarden Euro kosten wird. Allein für den Bau der drei großen Leitungen zum Abtransport des Küsten-Windstroms sowie die Modernisierung weiterer Trassen werden 14 Milliarden Euro angesetzt.

Bisher waren für diese Projekte im Rahmen des sogenannten Bundesbedarfsplans lediglich zehn Milliarden Euro genannt worden. Weitere erhebliche Zusatzkosten liefen auf, wenn ein Teil der Trassen als Erdkabel verlegt würde, heißt es weiter. Dies fordern häufig Kommunen, in deren Nähe die Leitungen geplant sind.

Für den Bau der Anbindung von Offshore-Windparks rechnet die Regierung unter Berufung auf Angaben der Netzbetreiber Tennet und 50hertz mit weiteren rund 18 Milliarden Euro bis 2023.

Diese Investitionen werden von den Verbrauchern – ähnlich wie die Ökostrom-Förderung – über eine Netz-Umlage getragen. Nicht berücksichtigt bei diesen Zahlen ist das sogenannte Verteilnetz, also die kleineren, regionalen Leitungen. Hier setzt der Bund weitere rund 15 Milliarden Euro für die nächsten zehn Jahre an.

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  • Wir brauchen also mehrere Netze, für die aleatorische Windkraft, für die lokale Sonnenkraft und für die konventionelle Elektrizität.

    Dann brauchen wir noch erneuerbare Kraftwerke, konventionelle Kraftwerke, und Speicherkraftwerke.

    "Wir drehen uns immer im Kreis und machen alles drei Mal", so hiess es früher immer zum Symbol von Krupp. Das schaffen wir mit der Energiewende tatsächlich, ohne dass diese von Krupp aus Essen käme. Irrsinn hoch drei.

  • Ist es denn etwas neues, dass ein öffentliches Projekt viel mehr als geplant kostet? Gibt es denn überhaupt öffentliche Projekte, bei denen die Kosten die kalkulierten Kosten nicht überschreiten??

  • Deutschland plant seinen Untergang mit einer total verfehlten Energiewende. Es geht rasend schnell bis zur Unbezahlbarkeit. Das hätte ich nie gedacht, dass es wohl viel schneller geht, als ein Atomkraftwerk in die Luft fliegt. Beides ist gleich schlimm. Unsere Dilettanten in Berlin führen unser Volk in den Ruin. Jede unnütz verbratene Milliarde fehlt dringend an anderen Stellen wichtiger Investitionen, jedoch die Berliner Politikleien wursteln weiter an unkontrolllierbaren Ausgaben und an den größten Vermögensentwertungen aller Bürger seit Kriegsende, im Wahn der Energiewende, des Einheitseuros und der Diktat-EU. Es wird mehr als ein Zusammenbruch! Die Vernunft scheint gestorben zu sein!

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