Energiewende Kohlekraftwerke sollen Engpässe überbrücken

Wenn schon Atomausstieg, dann auch richtig. So handelt die Bundesnetzagentur und lehnt einen der stillgelegten Atommeiler als Kaltreserve ab. Wird der Strom knapp im Winter, sollen Kohlekraftwerke einspringen.
Update: 31.08.2011 - 11:24 Uhr 7 Kommentare
Block 3 des Kohlekraftwerks Mannheim. Quelle: dpa

Block 3 des Kohlekraftwerks Mannheim.

(Foto: dpa)

BerlinMögliche Stromengpässe im Winter sollen nicht mit einem der acht abgeschalteten Atomkraftwerk als kalte Reserve aufgefangen werden. Stattdessen sollen Kohle- und Gaskraftwerke im Südwesten in Bereitschaft bleiben, um die Versorgung bei wenig Wind und Sonne bei zugleich hohem Stromverbrauch sicherzustellen. Das gab der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, am Mittwoch in Berlin bekannt. „Es bleibt uns erspart, ein Kernkraftwerk zu reaktivieren.“ Die Situation in Deutschland werde für mehrere Jahre aber „sehr ernst bleiben“.

Mit Block 3 des Großkohlekraftwerks in Mannheim, dem Kraftwerk 2 Mainz-Wiesbaden (Gasturbine) und Block C des Kohlekraftwerk in Ensdorf (Saarland) könne die sichere Versorgung im Rhein-Neckar-Raum im Falle von Engpässen gewährleistet werden. „Insgesamt haben wir in Deutschland zusätzliche, gesichert zur Verfügung stehende Reservekapazitäten in Höhe von 1009 Megawatt sowie sicher zur Verfügung stehende Reserveleistung in Österreich in Höhe von 1075 Megawatt ermittelt“, sagte der Präsident der Netzagentur.

Die Landesregierung in Baden-Württemberg hatte sich zuvor bereiterklärt, dass in dem Großkraftwerk in Mannheim fünf statt bisher vier Blöcke gleichzeitig in Betrieb sein dürfen. Sie hatte damit den Weg dafür bereitet, dass es kein AKW im „Stand-By“-Betrieb geben muss. Damit ist das Aus für alle acht vom Netz genommenen Atommeiler endgültig - bis 2022 sollen die verbleibenden neun Kernkraftwerke schrittweise abgeschaltet werden. Die Bundesländer hatten zuvor darauf gedrungen, auf ein AKW als Reserve zu verzichten. Mehrkosten durch die konventionellen Kaltreserven müssen die Verbraucher über die Netzentgelte zahlen. „Die Sicherheit muss uns das wert sein“, betonte Kurth.

Ein Kernkraftwerk als Kaltreserve hätte nach Schätzung der Regierung 50 Millionen Euro pro Jahr gekostet. Experten hatten kritisiert, dass es im Fall von Engpässen zu lange dauern könnte, bis ein Atomkraftwerk wieder angefahren werden kann und Strom liefert. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte betont, dass nach Möglichkeit kein Kernkraftwerk als Kaltreserve dienen soll.

Die Netzagentur hatte im Juni von der Bundesregierung den Auftrag erhalten, bis Anfang September eine Entscheidung zu treffen. Als Kandidaten für ein „Stand By“-AKW galten unter anderem der RWE-Meiler Biblis B in Hessen und das EnBW-Kraftwerk Philippsburg I in Baden-Württemberg. Die von Merkel eingesetzte Ethikkommission zur Energiewende hatte diese Lösung als eine Variante vorgeschlagen, besonders Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hatte sich dann dafür stark gemacht, um auf Nummer sicher zu gehen.

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7 Kommentare zu "Energiewende: Kohlekraftwerke sollen Engpässe überbrücken"

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  • Einem 20 Jahre altem Motorrad wird die Plakette entzogen weil es die Abgaswerte nicht erfüllen kann , auch wenn es nur für ca 200 km im Jahr gefahren wird.

    Aber das ist egal, Kohlekraftwerke stoßen das ganze Jahr über weniger Schadstoffe aus als es das alte Motorrad auf 200 km macht .

    Leute fasst euch mal an den Kopf !
    Wir halten Klimakonferenzen ab um den CO 2 Ausstoß und den folgenden Temperaturanstieg zu mindern , gleichzeitig aber wollen wir mit Kohlekraftwerke unsern Energiebedarf decken .

    Die Energieerzeugung durch Kernkraft verursacht keine Schadstoffe wie sie bei einer Verbrennung entstehen !!!
    Nur so nebenbei , wenn euch wirklich was an der Schadstoff Verringerung liegt .

  • Tja huensche, leider erkennt auch nicht jeder den Unterschied zwischen Ironie und dümmlichem Geschwätz. Und leider erkennt auch nicht jeder die Kraft der Substantive. Die sind nämlich so kräftig, dass Menschen ohne PISA-Schaden sie groß schreiben.

    Aber zurück zum Thema: Der Verzicht auf ein AKW für die Reserve ist ebenso sinnvoll, wie er vorhersehbar war. Nichts ist für die Reserve so ungeeignet wie ein Atomkraftwerk, das auf Dauerbetrieb ausgelegt ist und für den kurzfristigen Einsatz viel zu unflexibel ist.

  • ich bin gespannt welcher unserer aufrichtigen Politiker den Verbrauchern denn die erhöhten Preise für die bereitgestellte Kaltreserve erklärt... oder wird das etwa genutzt um die Energiekonzerne weiter zu geißeln, weil die bösen Buben die Strompreise wieder in die Höhe treiben!? Schock schwere Not! Ach ja: Achtung,d as war Ironie!

  • Die erkenne ich ebenso genau wie die Tatsache, dass du den Begriff "Reserve" offenbar immer noch nicht verstanden hast. Aber mach dir nichts draus, du bist ja nicht allein.

  • leider erkennt nicht jeder die kraft der ironie.

  • Schon interessant zu sehen, dass jene, die die Klappe am weitesten aufreissen, meist den geringsten Durchblick haben. Wen bereits die Definition des Begriffs "Reserve" überfordert, der sollte vielleicht lieber darauf verzichten, sich zu blamieren.

  • Kohlekraftwerke? das ist eine klasse Idee. Durch das ausgestoßene CO2 erhöht sich der Treibhauseffekt und die Temperaturen steigen. Dadurch brauch man in den folgenden Wintern weniger Energie und man kann auf die Kaltreserve verzichten. Also eine Investition in die Zukunft!

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