Energiewende: Kretschmann und Kommunen wollen EnBW umbauen

Energiewende
Kretschmann und Kommunen wollen EnBW umbauen

Die kommunalen Anteilseigner von EnBW wollen den Energieriesen stärker auf erneuerbare Energien ausrichten. Damit schlagen sie den Kurs des designierten Ministerpräsidenten Kretschmann ein. Analysten sind skeptisch.
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FrankfurtDie kommunalen EnBW-Anteilseigner und die neue Landesregierung in Baden-Württemberg wollen beim Umbau von Deutschlands drittgrößten Energiekonzern an einem Strang ziehen. Die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW), die wie das Land Baden-Württemberg 45 Prozent an EnBW halten, sprachen sich am Donnerstag wie der designierte Ministerpräsident Winfried Kretschmann für eine gute Zusammenarbeit aus. Der Grünen-Politiker will den Betreiber von mehreren Atomkraftwerken stärker auf erneuerbare Energien ausrichten. 

Ziel sei es, das Unternehmen im Sinne des Landes und im Sinne der Arbeitsplätze weiterzuentwickeln, sagte Kretschmann. 

Rückendeckung für den EnBW-Umbau erhält Kretschmann vom Präsidenten der Industrie- und Handelskammer in der Region Stuttgart, Herbert Müller. Nach einem Zeitungsbericht ist Müller dagegen, dass der EnBW-Aufsichtsrat noch durch Mitglieder der alten Landesregierung besetzt wird. Der künftige Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und SPD-Landeschef Nils Schmid hätten jetzt Verantwortung für die EnBW und bräuchten die aus ihrer Sicht geeigneten Leute, sagte Müller den „Stuttgarter Nachrichten“. „Es wäre absurd, wenn Vertreter der bisherigen Landesregierung im Aufsichtsrat bleiben würden“, betonte Müller.

Am 19. April soll die EnBW-Hauptversammlung neue Aufsichtsräte wählen. Die noch amtierende schwarz-gelbe Landesregierung von Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) hat dafür unter anderem die Minister Ulrich Goll (FDP) und Helmut Rau (CDU) nominiert. n.

Auch die OEW, ein Zusammenschluss schwäbischer Landkreise und Gemeinden, setzen auf einen Schulterschluss mit der neuen Regierung. Der Verband wolle folglich auch keine Mehrheit an EnBW erwerben, sagte OEW-Geschäftsführerin Barbara Endriss zu Reuters. Endriss widersprach damit einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (“FAZ“). Diese hatte berichtet, der von CDU und Freien Wählern dominierte Verband wollte seinen EnBW-Anteil auf 50,1 Prozent aufstocken, wodurch er den von Grünen und SPD angestrebten Umbau von EnBW blockieren könnte. 

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