Energiewende: „Liebe Leute, so geht es nicht weiter!“

Energiewende
„Liebe Leute, so geht es nicht weiter!“

Stephan Kohler platzt der Kragen. Der Chef der Deutschen Energie-Agentur verlangt einen Förderungsstopp für erneuerbare Energien. Umweltminister Altmaier will dagegen eine „Volksanleihe“ zur Finanzierung von Leitungen.
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Berlin/HamburgDie derzeitige Förderung der erneuerbaren Energien sollte nach dem Willen des Chefs der halbstaatlichen Deutschen Energie-Agentur (Dena) so schnell wie möglich gestoppt werden. „Jede neue Photovoltaik- oder Windenergieanlage, die wir nicht sinnhaft integrieren können, hat im System einen negativen Effekt“, sagte Stephan Kohler dem „Spiegel“. EU-Energiekommissar pflichtet ihm bei.

Die aktuellen Auswirkungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes nannte Kohler „Wahnsinn“: „All denen, die von diesem Wohlfühl-Gesetz profitieren, müssen wir jetzt sagen: Liebe Leute, so geht es nicht weiter!“ Der Zubau bei Solar- und Windkraft müsse mit dem Ausbau des Gesamtsystems synchronisiert werden, „sonst geht die Energiewende schief.“

Konkret schlägt er vor, die Photovoltaik nur noch dort auszubauen, wo sie gebraucht werde und wo es Netze gebe, die den Strom aufnehmen könnten. Die Netzbetreiber sollten dazu einen Kataster freier Netzkapazitäten erstellen. Der Ausbau der Windkraft in Nord- und Ostsee müsse ebenfalls an den Ausbau der Netze und Stromtrassen gekoppelt werden. „Mein Vorschlag ist: Wir lassen den Zubau von Windenergie nur dann zu, wenn die Trassen wirklich stehen.“

Auch EU-Energiekommissar Günther Oettinger drängt die Bundesregierung, den Ausbau der Solarenergie zu verlangsamen. Werde im jetzigen Tempo weitergebaut, könnten spätere technische Innovationen nicht genutzt werden, warnte er in der „Wirtschaftswoche“. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) sicherte der Solarbranche angesichts der zu erwartenden Veränderungen Unterstützung zu.

Bislang boomt die Solarwirtschaft enorm. Medienberichten zufolge wurden in den ersten neun Monaten des Jahres über 50 Prozent mehr Sonnenstrom erzeugt worden als im gleichen Zeitraum 2011. Die Bundesregierung hat einen Ökostrom-Anteil von mindestens 35 Prozent bis zum Jahr 2020 als Ziel festgelegt. Mit 25 Prozent liegt die Quote derzeit deutlich über Plan.

Oettinger sagte, wenn es im momentanen Tempo weitergehe mit dem Solarausbau, seien vermutlich 2015 die Kapazitäten ausgereizt. Somit werde „alles mit der heute verfügbaren Technik zugebaut“ und der spätere technische Fortschritt „geht an uns vorbei. Das ist weder energie- noch kosteneffizient.“ Nötig sei eine „Geschwindigkeitsbegrenzung beim Ausbau der Erneuerbaren“.

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„Volkanleihe“ soll noch vor Bundestagswahl kommen

Kommentare zu " Energiewende: „Liebe Leute, so geht es nicht weiter!“"

Alle Kommentare
  • Unbemerkt von der Öffentlichkeit, wird die älteste und effektiveste Energieform Wasserkraft abgeschafft. Der sächsiche Landtag möchte 25 % Wasserabgabe auf Wasserkraftnutzung erheben, d. h., für die 7 - 11 Ct./kwh Vergütung muss ich v o r Steuern ein Viertel an den Staat abtreten. Das ist Kommunismus pur!. Sollte dieses Gesetzt durchgehen, werden die anderen Bundesländer das übernehmen. Die Drangsalierung der Wasserkraft durch die Ökoterroristen, Naturschutzangler ist auf ein unvorstellbares Maß angestiegen. Während Atomkraftwerke und Kohlekraftwerke mit riesigen Kühlwasserpumpen tonnenweise Fische zerhäckseln, wird uns unterstellt mit Rechenabständen von unter 20 mm Stabweiten, die Fischbestände zu zerstören. Die großen Wasserkraftanlagen am Main, Donau, Isar gehören überwiegend dem Staat oder den großen Energieversorgern, hier betragen die Rechenabstände 10 - 20 cm! Die Pumpspeicherkraftwerke, welche wir eigentlich für den tollen Kollektor und Windmühlenstrom benötigen, sind mittlerweile unwirtschaftlich geworden. Die Wasserkraft hat in Bayern,trotzt aller Kleinrechnerei, 15 % Anteil.(ohne Pumpspeicher) 1950 waren es noch 90 %. Einige Anlagen sind schon über 100 Jahre in Betrieb und laufen noch immer tadellos. Unsere sogenannten Naturschützer wollen das Land mit Monsterwindkraftanlagen an völlig unwirtschaftlichen Standorten zerstören, die besten Ackerböden werden für dekadente chinesische Fotovoltaikkunstwerke zerstört.
    Was glaubt ihr eigentlich wer in 20 Jahren diesen giftigen Plattenmüll beseitigen wird? Das sind alles GmbHs. Deutschland wird von innen völlig zerstört.
    Nur so nebenbei: Erntefaktor (Energieeinsatz für Erstellung der Anlage / Lebensenergieerzeugung)
    Wasserkraft: 1: 100
    Wind: 1 : 20
    Fotofoltaik: 1 : 1,5 - 3,5
    Übrigens: In Millionärsgegenden ist Windkraft verboten (überwiegend Oberbayern, Starnberg usw.)

  • die "Energiewende" wurde schon beim Start gründlich verpfuscht- auch unsere regierende Physikerin hatte da wohl zu wenig Durchblick. So ein Stromnetz ist eine komplexe Angelegenheit, das funktioniert nicht einfach so nach dem Prinzip "Strom rein, Strom raus". Wen in der Wirtschaft Probleme anstehen, setzen sich kompetente Leute zusammen, suchen nach Lösungen und machen ggf. einen Masterplan. Minister mit Industrieerfahrungen kehren der Politik schleunigst wieder den Rücken, weil dort alles so unlogisch, inkompetent und chaotisch gehandhabt wird. Ihrem Artikel stimme ich in vollem Umfang zu, leider ist jedoch unsere Politikerkaste nicht lernfähig, und Herr Altmaier ist deren letztes Aufgebot!

  • Ja, das wäre mal was: Ein Politiker welcher zugibt "Ich habe Mist verzapft". Aber diese Spezies ist unfehlbar. Wo ist dieser "Milchkaffeelügenminister"? Wo sind alle die Honoratioren der "Ethikkommission" welche alles besser wußten als alle gestandenen Fachleute. (abgesehen von Möchtegernfachleuten im Fernsehen) Sollen diese Experten doch mal erklären wie derSonnenstrom für Nachts gespeichert werden wird. <ah, ich vergaß, Nachts schlafen die>. Hoffentlich haben sie einen Wecker mit Batterie, sonst verschlafen sie noch den nächsten Termin um die Befölkerung bewußt und gezielt zu belügen.

  • Nehmen wir das Thema Auto und Benzin: Das Volk wollte mobil sein und Auto fahren, und die private Wirtschaft hat gegen freiwillige Zahlungen das bereitgestellt was das Volk wollte: Autos und Kraftstoff. Dann aber kam der Staat und hat im Laufe der Jahre Berge von Bürokratie, Gesetzen und Steuern (90 Cent/Liter) draufgesattelt, bis es heute praktisch für normale Berufsanfänger unmöglich ist, noch Auto zu fahren.
    Jetzt ist das Thema Auto/Benzin für unseren Staat ausgereizt, und man sucht nach neuen privatwirtschaftlichen Bereichen, die man kaputtregulieren kann, und da hat man den Strom entdeckt, der vor dem Jahr 2000 noch relativ billig war, und eher privatisiert als verstaatlicht wurde (Liberalisierung des Strommarkts, Discount-Strom 10Cent/kWh). Kaum vergehen 12 Jahre, und schon hat es der Staat geschafft, mit Eingriffen und Steuern alles kaputtzumachen.

    Die wahre "Herausforderung" für die Parteien, für Altmeier, die Industrieverbände, ist nicht die Energiewende zu "meistern" - das ist technisch und finanziell unmöglich. Die wahre Herausforderung ist, zuzugeben daß man einen Fehler gemacht hat!

  • Hier herrscht bei einigen Kommentatoren wohl Fabeldenken. Die Netze wurden nicht vom Staat gebaut, sondern von den bösen Energieunternehmen. Diese wurden von der Bundesnetzargentur gezwungen diese dann zu verkaufen, war ja politisch gewollt, um den Bettbewerb zu erhöhen. HaHa. Jetzt schimpfen alle über RWE und Co. Doch die haben ja gar keine Höchstspannungsnetze mehr. Oh je, wen soll ich den jetzt verantwortlich machen? Und wer soll denn jetzt die Kosten tragen. Die bösen Unternehmen tun das ja nicht, warum bloß nicht?

  • @ laika0231
    Warum sollte Kohler in die Energiewirtschaft wechseln? Er sitzt doch genau auf dem Posten, von wo aus er der Energiewirtschaft am besten dienen kann. Hier kann er den Gutmenschen mimen, ohne dass man ihm gleich auch den Lobbyisten ansieht. Eine sach- und realitätsbezogene Herangehensweise wie die Ihre ist für Kohler doch eher hinderlich. Wo kämen wir denn hin, wenn jetzt auch die Hauseigentümer in den Städten auf die Idee kommen, eine Photovoltaikanlage anzuschaffen. Dann würden nicht nur die regionalen Netzbetreiber Geld in die Hand nehmen müssen, um die Netze auszubauen, sondern auch die kommunal betriebenen Stadtwerke. Die sind aber dazu da, marode Stadt- und Gemeindekassen zu füllen. Die Kraftwerke der Städte und Kommunen übrigens auch. Und weil der Netzausbau sowieso nicht lukrativ ist, die Bundesnetzagentur gönnt den Netzbetreibern schließlich nur lächerliche 9% Rendite, will unser Umweltminister jetzt das Volk mit verlockenden 5% Rendite anpumpen. Also wenn’s jetzt nicht los geht mit dem Netzausbau, dann weis ich auch nicht.

  • Genau so ist es. Die Frage ist: darf man das Fehlen der nötigen Transportwege als Unfähigkeit,Geldmangel oder als Boykott der erneuerbaren Energien interpretieren.

  • Die sogenannten Netztbetreiber sind oft mehrheitlich oder wie zB. "50Hertz" zu 100% in ausländischer Hand und haben vertraglich zugesichert und garantiert durch die Geschäftsführung der BR-GmbH, die BuReg. (in wessen Auftrag auch immer, bestimmt nicht in dem des deutschen Volkes!)keinerlei finanziellen Verlust zu befürchten! Im Gegenteil, sie sind meist von der Steuerpflicht schlichtweg befreit! Man muß Kohl, Waigel, Eichel, Schröder, Schäuble, Merkel und Co. schon fragen, wieso seit 1990 immer mehr der STEUERBEZAHLTEN deutschen Infrastruktur (Städte mit ihren Unternehmen, Strom-u.Gasversorger, Netzbetreiber, Agrarland, Wald, Immobilien, Autobahnen...u.u.u.)bei "befreundeten" Besatzungsmächten landet!

  • Die Energiewende ist der Beweis: zentrale Planwirtschaft mit religiös-ökologischem Beistand funktioniert immer!

    Eigentlich müssten jetzt Strompreisdeckelungen erfolgen, um sicherzustellen, das wir irgendwann auch noch für den Strom anstehen dürfen.

    Denn freie Marktpreise sind immer böse und dem religiös-ökologischem Komplex (ROK analog zum MIK) nicht vermittelbar.

  • Allen Deutschen muss es klar sein, dass derzeit unser Stromsystem zügig mit Solar- und Windanlagen zum 5-10-fachen Erzeugungspreis herkömmlicher Technik aufgebläht wird. Also wird uns der Strom in 2020 das Doppelte, in 2040 aber das 5-fache kosten. Die Normalbevölkerung wird sich keinen Strom mehr leisten können. Infolge dessen wird der Verbrauch sich halbieren, mit der Folge einer Verteuerung um weitere 50% auf das 8-fache.

    Das ist für unsere europäischen Nachbarn der schönste, bislang aufgezeigte Hoffnungsschimmer: in 2020 werden sie wieder wettbewerbsfähig sein. Danach aber bricht unsere Wirtschaft unter den Stromkosten zusammen.

    Man beachte ferner, dass in D die erneuerbaren Energien primär zur Reduktion der globalen Erwärmung eingesetzt werden sollen. Die Prognosen zeigen dabei klar, dass D von deren Folgen kaum, jedenfalls sehr viel weniger als viele andere Länder, betroffen sein wird. Indem aber praktisch niemand sonst auf der Welt unserem Vorbild folgt, muss D wohl einer besonderen Erleuchtung unterliegen. Dem gesunden Menschenverstand zufolge ist wohl eher anzunehmen, wir folgen einer regionalen Paranoia, die uns unsere Wettbewerbsfähigkeit zerstört.

    Mein Eindruck: die deutschen Politiker, allen voran unsere grün gewande(l)te Kanzlerin, gehören alle in die Psychiatrie !

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