Energiewende Mittelständler wollen mehr Geld für Stromspeicher

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft plädiert für einen Ausbau der Förderung für Speichertechnik und macht Vorschläge, wie seiner Meinung nach die Energiewende billiger werden könnte.
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Gegen ihren Ausbau protestieren Bürger seit Monaten. Quelle: dpa
Hochspannungsleitungen

Gegen ihren Ausbau protestieren Bürger seit Monaten.

(Foto: dpa)

Berlin Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) fordert eine stärkere Unterstützung für Stromspeicher. „Die breit angelegte Forschungsförderung für Speicher muss weiter ausgebaut werden“, sagte BVMW-Chef Mario Ohoven dem Handelsblatt. Dabei sollten alle Speichertechnologien gleich behandelt werden, heißt es in einem Positionspapier des Verbandes, das dem Handelsblatt vorliegt.

Zudem plädierte die Mittelstandsvereinigung dafür, die Verteilnetze stärker auszubauen. So könnte man Übertragungsleitungen „überflüssig machen“. Gegen die geplanten neuen Hochspannungsleitungen, die Strom über hunderte Kilometer vom Norden in den Süden Deutschlands transportieren sollen, protestieren bereits seit Monaten Bürgerinitiativen. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte sich jüngst insbesondere gegen die geplante Trasse Suedlink gewehrt und vorgeschlagen, den Leitungsverlauf zu verschieben.

Durch eine Erweiterung der Verteilnetze „werden der Netzausbau und die Energiewende billiger“ meint Ohoven. Tatsächlich kosten auch die Investitionen in diese Leitungen bereits Milliarden.

Bezahlt wird der Netzausbau von den Stromverbrauchern über die Netzentgelte. Die machen jetzt schon zehn bis 25 Prozent der Stromrechnungen aus. Dabei kommt es allerdings darauf an, in welchem Netzgebiet man wohnt. Besonders hoch sind die Netzentgelte etwa in den neuen Bundesländern. Experten halten es für wahrscheinlich, dass sich die Unterschiede noch verschärfen werden.

Der BVMW, der laut eigenen Angaben 270.000 kleine und mittlere Unternehmen auch im Rahmen von Allianzen vertritt, plädiert daher für einen eine „ernsthafte“ Prüfung, die Kosten für den Ausbau der Verteilnetz bundesweit anzugleichen. Auch der Think Tank Agora Energiewende hatte bereits einheitliche Netzentgelte gefordert.

Außerdem will der Mittelstandsverband, dass Strom aus Erneuerbaren Energien zu Zeiten, in denen besonders viel Strom im Netz ist, häufiger gekappt wird. Wenn zu Spitzenzeiten der Strom aus Erneuerbaren Energien um ein Prozent runtergefahren würde, könne auf 30 Prozent des Netzausbaus verzichtet werden, heißt es in dem Positionspapier.

Auch die sogenannte Anreizregulierung für den Netzausbau solle geändert werden, fordert der BVMW. Die bestimmt, wie viel Geld Netzunternehmen wie 50Hertz oder Tennet über die Netzentgelte von Stromverbrauchern einnehmen können um ihre Leitungen zu betreiben und auszubauen. Das Bundeswirtschaftsministerium arbeitet zur Zeit an einer Novellierung. Der BVMW fordert, den Einsatz intelligenter Technologien bei der Anreizregulierung stärker zu berücksichtigen, damit die Netzbetreiber mehr in diese investieren. So könnten die Ausbaukosten deutlich gesenkt werden, argumentiert der Mittelstandsverband.

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6 Kommentare zu "Energiewende: Mittelständler wollen mehr Geld für Stromspeicher"

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  • Der Ausbau der Stromnetze ist Sache des Staates, dafür nimmt der Staat Steuern ein.
    Stromnetz-Ausbau gehört zur Infrastruktur.
    Letztendlich ist der immer stärker steigende Strompreis nichts anderes als eine Steuererhöhung.
    Was sollen die Bürger denn noch zahlen?

  • Herr Feiden,

    es gibt im Grunde 2 Stromexportmechanismen in Deutschland.

    Zum Einen importiert D Grundlaststrom aus umweltfreundlichen Kernkraftwerken in Frankreich und exportiert vor allem im Winter wenn der Bedarf in F hoch ist Mittellaststrom aus Kohlekraftwerken nach Frankreich. Die Erlöse liegen in den meisten Fällen > 46 €/MWh.

    Zum Anderen exportiert D bei starker Sonneneinstrahlung am verbrauchsschwachen Wochenende und zu Starkwindzeiten am Wochenende. Da Ökostrom gesetzlichen Vorrang geniesst und da man zur Sicherung der Netzstabilität ein Minimum von ca. 50% Strom aus modernen Kraftwerken im Netz benötigt, ist dass dann buchhalterisch meist Strom aus Kohle und Kernkraft der den Nachbarländern ins Netz gedrückt wird. Ursache ist natürlich der umweltschädliche, wertlose Ökostrom. Der Ertrag des Strommüllexports liegt selten > 46 €/MWh, häufig < 0.

  • @Wolfgang Rosam

    Schauen Sie sich mal diese Auswertungen an, z.B. für den Monat Mai.

    https://www.energy-charts.de/price_de.htm

    Auffallend ist meines Erachtens, dass immer dann Strom aus Deutschland exportiert wird (heisst dort "Importsaldo"), wenn zur Mittagszeit die Sonne scheint... :-)

    Laut dem "Fraunhofer Institites für solare Energiesysteme" wurden in 2014 34 MRD KWh an Strom exportiert. Dies entspricht in der Menge der gesamten solaren Stromerzeugung (32,8 MRD KWh) oder rund 66% der Windstromproduktion (51,4 MRD KWh). Der Stromexport korreliert mit dem Ausbau der Erneuerbaren und hat im letzten Jahr einen neuen Rekordwert erreicht. Erlöst wurden lt. Börsenzeitung im letzten Jahr 4,6 Cent für die exportierte KWh. Wer nun weiss, was dem Privatmann für die KWh berechnet wurde, der kann auch den "Kapitalexport" zu Lasten der Deutschen berechnen (hier fällt mir ein Zitat von Joschka Fischer ein).

    Die deutsche "Energiewende" hat meines Erachtens nicht viel mit Energie wenden zu tun. Vielmehr fängt der hohe Strompreis die insbesondere durch Lohndumping zu wettbewerbsfähige deutsche Industrie wieder etwas ein und die Einnahmen aus der Stromsteuer, die wiederum die Lohngedumpten bezahlen müssen, können dazu dienen europäische (und aussereuropäische) Brandherde etwas einzudämmen.....

  • Ich teile die Meinung meiner Vorredner
    Es ist sicher richtig das Solarstrom und Strom aus Windkraft je nach Wetterlage schwankend ist.
    Wenn es denn bessere Lösungen gibt, die in Anwendung eine Umkehr vom Fossil (Kohle, Braunkohle) und Atomstrom (umweltfreundlich) von meinem Vorredner bezeichnet ermöglichen, so sollte man diese auch anwenden.Die mit viel Subventionen hochgezüchtete Solar und Windkraftstrom Industrie erzeugt eigentlich nur eines permanent bleibende Kosten, bzw. für die Erstellung der Stromleitungstrassen von Nord nach Süd (die eigentlich niemand will) werden dem Bürger weitere Kosten aufgebürdet. Auch mit den Nachbarländern (Polen und Tschechien) bekommen wir Ärger wenn immer wieder unverbrauchte Strommengen in deren Stromsysteme eindringen und dort für Probleme sorgen.
    Wenn es denn in der Vergangenheit Strom nach Verbrauchslage zu erzeugen möglich war, ohne das jemand zu Schaden kam,warum wares denn dann nicht möglich die Erschließung des erneuerbaren Strom so zu steuern, mit dem Ziel nach Plan zu einem Zeitpunkt X die konventionelle Stromerzeugung durch erneuerbaren Strom zu ersetzen. Mit der Methodik "Viel hilft viel" hat man nur den Bürger verärgert der höhere Preise verkraften muß und u.U. Monsterleitungen in seiner Umgebung ertragen soll.Insbesondere in den ländlichen Wohnräumen sollte es möglich sein eine fast 100%tige Nutzung von erneuerbarer Energie zu erzeugen.
    Für die Industrie, insbesonders der stromintensiven Industrie, müßte man dann überlegen wieviel Strom konventionell oder regenerativ für die Allgemeinheit vertretbar wäre.
    Doch leider hat man sich hierzu mit dem "Slogan weg vom Atomstrom" dazu nur theoretische Gedanken gemacht.

  • Ja, ja. Stromspeicher täten Not. Aber wo sind denn nennenswerte Kapazitäten? Gemäß der Auswertungdes Fraunhofer Institites für solare Energiesysteme zur Stromerzeugung 2014 wurden im letzten Jahr 521,5 MRD KWh Strom in Deutschland erzeugt, ergo also auch verbraucht oder : exportiert.

    Wollte man nur einen Tagesbedarf speichern, sprechen wir von gut 1,4 MRD KWh. Der Bedarf von einer Woche läge bei rd. 10 MRD KWh. Nun kann mal jeder eroieren, was für eine "Batterie" her müsste....

    Und deshalb stimmt der Satz "Ohne Speicher sind wegen der je nach Wetterlage schwankenden Ökostrom-Produktion weiterhin viele Kraftwerke nötig." so nicht. Es werden nicht nur "viele" der Grundlastkraftwerke gebraucht, sondern "alle", die zur Grundlastabdeckung benötigt werden, wenn Solar und Wind regelmässig zu 100% ausfallen, was öfters der Fall ist als die Allgemeinheit wohl glaubt: siehe "Stromerzeugung- und verbrauch" bei agora Energiewende.

    Ohne bezahlbare und effiziente Stromspeicher bleibt die "Energiewende" was sie bisher ist: megateurer Humbug zur Abgabengenerierung.

  • Der im Artikel erwähnte "Think Tank" AGORA ist ähnlich Greenpeace eine ökoreligiöse Quelle die mit technischen und wirtschaftlichen Fakten beliebig umgeht. Eine seriöse Zeitung würde solche Quellen meiden.

    In Deutschland gibt es das Höchstspannungsnetz 400KV in dem grosse Mengen Strom über viele 100 Km geleitet wird, das Mittelspannungsnetz und die Niederspannungsnetze. Diese Netzebenen ergänzen sich und können sich in den meisten Fällen nicht sinnvoll gegenseitig ersetzen.

    Mit den aus ökoreligiösen Gründen installierten umweltschädlichen Windmühlen und Solarzellen sind Erzeuger hinzugekommen die wertlosen Zufallsstrom entsprechend der Launen des Wetters einspeisen. Da sich die Erzeugung je auf einige 100 Stunden im Jahr konzentriert (ein umweltfreundliches Kernkraftwerk speist ca. 7800h/Jahr ein) bedarf es zusätzlicher, schlecht ausgelasteter Leitungskapazitäten auf allen Netzebenen (Einspeisung Solar ins Niederspannungsnetz, Einspeisung Wind ins Mittelspannungsnetz). Sofern man den an windigen Tagen in Norddeutschland erzeugten umweltschädlichen Strom nicht abregeln möchte, wird man wohl Leitungen nach Süddeutschland bauen müssen. Die Kosten dieses Netzausbaus sind sinnlose Kosten im Zuge der Ökoreligion.

    Stromspeicher, vermutlich Batterien, können mit kleinen Kapazitäten zur Netzstabilität beitragen und damit den max. möglichen Anteil an umweltschädlichen Ökostrom erhöhen. Grössere Speicher können signifikante Mengen des Stroms speichern und zu wind/sonnenarmen Zeiten ins Netz zurückspeisen. Dadurch könnte ein grösserer Anteil dieses Stroms genutzt werden. Das ist natürlich eine recht teure Angelegenheit. Es stellt sich dann die Frage ob der Verbraucher sich diesen religiösen Unsinn dauerhaft gefallen lässt.

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