Energiewende Netzausbau wird viele Milliarden verschlingen

Die Energiewende kommt, bekräftigt die Kanzlerin. Das kann jedoch nur mit einem massiven Ausbau der Stromnetze funktionieren, erklären die Netzbetreiber - und präsentieren der Politik einen kostspieligen Ausbauplan.
Update: 29.05.2012 - 15:19 Uhr 31 Kommentare
Ein Arbeiter blickt auf in Lingen auf einen Strommasten. Quelle: dpa

Ein Arbeiter blickt auf in Lingen auf einen Strommasten.

(Foto: dpa)

BonnFür die Energiewende von Bundeskanzlerin Angela Merkel müssen in den kommenden zehn Jahren über 30 Milliarden Euro in die Stromnetze investiert werden. Allein die Modernisierung und der Ausbau der Trassen an Land verschlinge bis 2022 rund 20 Milliarden Euro, erläuterten die Übertragungsnetzbetreiber am Dienstag auf eine Pressekonferenz mit Merkel bei der Bundesnetzagentur in Bonn. Für die Windkraft auf hoher See kämen noch mal rund zwölf Milliarden Euro hinzu.

„Die Energiewende ist so, wie wir sie beschlossen haben, machbar“, betonte Merkel. „Es bleibt bei dem Ausstieg aus der Kernenergie bis 2022“, versicherte die Kanzlerin. Befürchtungen, die mit dem Strompreis zu zahlende EEG-Umlage für die Förderung erneuerbarer Energie könne im kommenden Jahr durch den derzeit stürmischen Ausbau der Sonnenenergie drastisch steigen, wollte die Bundeskanzlerin nicht kommentieren. "Das ist im Moment noch Kaffeesatzleserei", sagte sie.

Die weitere Entwicklung hänge auch von der Novelle des EEG-Gesetzes ab, das die Förderung der Solarenergie weiter reduzieren solle. Sie ist zurzeit zwischen Bund und Ländern umstritten.

Die Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW überreichten Merkel den Entwurf des ersten nationalen Netzentwicklungsplans. Er bildet die Grundlage für den Netzausbau, der im Detail nun ausgearbeitet werden soll und bis Ende des Jahres in ein Gesetz einfließen soll. Schwerpunkt seien leistungsstarke Nord-Süd-Leitungen. Sie sollen die verbrauchsstarken und vom Ausstieg aus der Kernenergie besonders betroffenen Regionen im Südwesten Deutschlands mit dem durch den Zubau an Windenergie geprägten Norden verbinden.

Weitere Einzelheiten zu den Plänen wollen die Betreiber am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Berlin vorstellen. In Deutschland müssten neue Leitungen mit einer Länge von rund 3800 Kilometern gebaut werden, erläuterte der Geschäftsführer von Tennet TSO, Martin Fuchs, bereits vorab. Darüber hinaus müssten bestehende Trassen mit einer Länge von rund 4000 Kilometern modernisiert werden.

Die Übertragungsnetzbetreiber seien überzeugt, das deutsche Höchstspannungsnetz für die erfolgreiche Energiewende fit machen zu können, sagte Fuchs. "Zwanzig Milliarden hört sich erschreckend an", erklärte der Manager. In Relation zu den Ausgaben für die Förderung von erneuerbaren Energien in Höhe von jährlich 14 Milliarden Euro sei dies jedoch eine handhabbare Summe.

Sorge mache ihm vor allem die Akzeptanz der neuen Trassen in der Öffentlichkeit, sagte Fuchs. Der Netzausbau sei deshalb kein Selbstläufer. Hier sei ein Schulterschluss aller Beteiligten notwendig.

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31 Kommentare zu "Energiewende: Netzausbau wird viele Milliarden verschlingen"

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  • Willkommen im Jahr 2012. Da Ihnen etwas entgangen ist, möchte ich gerne ein wenig nachhelfen.

    1. Das deutsche Stromnetz bzw. die Stromnetzbetreiber stehen unter staatlicher Regulierung und sind von der Erzeugung und dem Vertrieb getrennt. Dividenden von E.ON, Vattenfall, RWE oder EnBW haben mit den Netzen nichts zu tun.

    2. Es werden jährlich in Stromnetze 100 Millionen investiert. Also wer von fehlendem Ausbau und der Bereitschaft zu investieren spricht, der hat sich noch nie mit der Materie beschäftigt.

    3. Ihr Problem in NRW mit den Blackouts hat nichts mit den Energieversorgern zu tun. Hier trifft es Netzbetreiber. Die Stromnetze sind zwar schon alt, aber dies bedeutet nicht, dass diese schlecht sind. Was Sie hier vergessen, sind die Witterungsbedingungen, die das Problem ausgelöst haben. Es bleibt dennoch zu bemerken, dass Deutschland das beste Stromnetz der Welt hat. Kein anderes Land hat weniger Stromausfälle als Deutschland.

    Lieber erst informieren, dann lospoltern. Hilft ungemein.

  • Schön das Leute die keine Ahnung haben groß rumbrüllen. Die Rendite ist bei Erdkabeln und Freileitung identisch. Diese wird von staatlicher Seite (Bundesnetzagentur) festgelegt und das Geschäft aller Netzbetreiber ist staatlich reguliert.

    Wenn Sie sich mit dem Thema Erdkabel beschäftigen würden, dann erkennen Sie sicher auch die Probleme. Neben den höheren Kosten (die nebenbei an die Netzkunden gewälzt werden dürfen) bestehen auch Problem mit der Instandhaltung. Zudem darf auf der 30m breiten Trasse auch nicht gepflanzt werden.

    Also erst informieren, dann blöd labern.

  • Jochen Homann, Chef der Bundesnetzagentur, ist der verantwortliche Lobbyist(VWLer) der 20 Mrd. 7,8 tkm behauptet!!



  • Erfreulich, dass wenigstens die Handelsblatt-Leser der Linie treu sind, auch mal den Taschenrechner zu zücken, denn wenn die vier Regionalmonopolisten 20 Mrd. für 7,8 tkm behaupten, dann sollten zumindest die neuen Stromautobahnen mal besser für neue Betreiber ausgeschrieben werden, erforderlichenfalls in kleineren Abschnitten, denn mehr Wettbewerb wäre nicht nur kostenseitig, sondern auch im Hinblick auf die Geschwindigkeit interessant, zumal sich dann die Kommunen und der Mittelstand leichter in die kleinteiligeren Großprojekte einklinken können. Es ist doch vollkommen klar, dass so ein Duisburger mehr Spaß an der Durchleitung von Offshore-Strom nach Bayern hat, wenn davon Gebühr bei ihm aus dem Hochspannungsmast fällt.

  • Erdkabel sollte Stand der Technik sein. Allerdings sind da die gewinne nicht so hoch! Daran liegt es, nur daran!

  • @ihr
    Ich stimme Ihnen voll zu und bin fest davon überzeugt, dass jeder Cent vorhanden ist. Deshalb gilt es diesen Betrag festzustellen, die Kosten zu schätzen und die Differenz ggfs. neu zu erheben.

    Das Projekt ist so ehrgeizig, dass es unbedingt realisiert werden muss. Deshalb sollte dieses neuzuschaffende Netz vom Staat realisiert werden. Da die Netzbetreiber von diesem ungeheuren Aufwand sprechen, kann also auf deren Seite nicht allzu viel gelaufen sein. Deshalb kann Vater Staat bedenkenlos diese Aktivität an sich ziehen ohne den "Netzbetreibern" etwas wegzunehmen.

    Frau Merkel hat die Sache nach dem Rausschmiss von Röttgen zur Chefsache erklärt und Altmaier kann sich der neuen Aufgabe unvoreingenommen widmen. Dem Vernehmen nach war er mit Vorwissen auch nicht belastet. Also der beste Kandidat für die Umsetzung der merkelschen Politik.

  • Ich habe eine interessante Studie gefunden... sie ist zwar von 2004, aber zeigt doch deutlich was für Mondberechnungen da im Moment im Umlauf sind:
    http://www.ets.uni-duisburg-essen.de/~bra/Freileitung_Kabel.pdf
    Interessante Kalkulationen...
    Da kostet eine 380 kV-Leitung ca. 500TEuro/km Erdkabel ca. 1 Mio/km

  • E.On Dividende:

    Jahr 2000 ==> 0,45 Cent je Aktie

    Jahr 2005 ==> 2,40 Cent je Aktie

    E.On hat 2 Mrd. Aktien.


    Damit sind in den letzten 10 Jahren 30 Mrd. € Sonderdividende an Aktionäre ausgezahlt worden.

    http://www.eon.com/de/investoren/aktie/dividende/entwicklung.html


    Das hat E.On nicht etwa durch Innovationen und neue Dienstleistungen geschafft. Nein. E.On nutzt seit Jahren seine Quasi-Monopolstellung und zockt uns ab wo und wie es nur irgendwie geht.

    Verständlich, dass Photovoltaik für E.On/RWE wie für den Teufel das Weihwasser ist.

  • Sehr gut, dass ist ja immer die Verarsche, wenn der Staat Projekte bezahlt. Jeder Vernünftige heimische Investor für Solarzellen holt mindestens erstmal 10 Angebote ein und vergleicht. Wie sieht denn so ein Benchmark Glasfaserpreis der Telekom aus? So Altmaier du bist jetzt der Projekteinkäufer: Als nächstes kommt den Preis drücken. Dazu eine Preisaufstellung. Wieviel kostet denn so ein 1km Kabel? Am besten du stellst die Projektkalkulation mal online!! Dann können wir dir alle beim analysieren helfen.

  • Natürlich .
    Wieder einer dem es nicht um vernünftige (CO 2 freie, Grundlastfähige ) Energiegewinnung geht , sondern nur darum,das andere nicht zu viel verdienen .
    Armes Deutschland !!!

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