Engagement für Berggruen
Karstadt bringt von der Leyen in Erklärungsnot

Ihre Rolle bei der Karstadt-Rettung wird für die Arbeitsministerin zum Problem. Denn für den schnellen PR-Erfolg hat sie Prinzipien übergangen und dem US-Investor Berggruen aktiv geholfen. Wie soll es jetzt weitergehen?
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BerlinNur wenige Politiker haben ein so ausgeprägtes Gespür für die richtigen Botschaften und Bilder zur richtigen Zeit: Arbeits- und Sozialministerin Ursula von der Leyen ist eine Meisterin der Selbstinszenierung. Wo es Chancen gibt, als die große Kümmerin aufzutreten, tut sie es. Dabei setzt sie sich gerne über ordnungspolitische Prinzipien ihrer Partei, der CDU, hinweg. Getreu der Logik: Gut für die Partei ist, was gut für Frau von der Leyen ist.

Nun aber zeigt der Fall Karstadt von der Leyen die Grenzen ihres Politikstils auf: Weil sie sich einst massiv für einen Karstadt-Einstieg von Investor Nicolas Berggruen einsetzte, muss sie nun auch das Scheitern von dessen Rettungsplänen erklären. Immer deutlicher wird, dass sich die Politikerin von Berggruen und seinen Karstadt-Plänen hat blenden lassen.

Anders als bei der Übernahme der Warenhauskette angekündigt, werden 2 000 Beschäftigte bis 2014 ihren Job verlieren. Auch könnte Karstadt aufgeteilt und die Premium- sowie die klassischen Häuser und die Sportfilialen getrennt verkauft werden - obwohl Berggruen die Gruppe zusammenhalten wollte und solche Pläne nach wie vor bestreitet. Außerdem hatte Berggruen versichert, eine Einlage von 65 Millionen zur Rettung des Warenhauses zu erbringen. Dies war jedoch nur ein Darlehen, das er sich kurz nach der Übernahme zurückzahlen ließ.

Von alledem war am 2. September 2010, dem Tag der Übernahme durch Berggruen, nicht die Rede. In einer Berliner Karstadt-Filiale verkündete von der Leyen vor den Kameras, dies sei "ein Tag der Freude für die Mitarbeiter". Berggruen revanchierte sich brav: "Karstadt wird jetzt ein aufregendes Leben haben." Mittlerweile ist klar: Berggruen war für seinen Einstieg auf die Hilfe Frau von der Leyens angewiesen.

Dabei trat sie nicht nur öffentlich als Sympathisantin für die "Lösung Berggruen" auf, sondern übte im Hintergrund Druck auf Wettbewerber aus, die einen anderen Weg verfolgten. Dieser sah auch Standort-Schließungen vor. Der damalige FDP-Wirtschaftsminister Rainer Brüderle stützte aus ordnungspolitischen Gründen einen harten Sanierungskurs, weil er diesen für realistischer hielt, wurde aber von der medialen Welle seiner Kabinettskollegin an den Rand gedrückt. Noch heute ist Brüderle darüber erbost.

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Kommentare zu " Engagement für Berggruen: Karstadt bringt von der Leyen in Erklärungsnot"

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  • Irgendwann fallen die Großmäuler halt immer auf die Schnauze.
    Frau v. d. L. ist ja nun tatsächlich zum Abgewöhnen mit ihrem Gehabe
    Ihr Quotengeplärre, die sozialistische KITA-Erziehung am besten gleich von der Entbindungsstation weg, ihr Gegeifer Frauen sollen gefälligst Arbeiten gehen und nun noch Kartadt.
    Was hat sie sich da auch eingemischt, wenn sie von nichts Ahnung hat.
    Aber vielleicht spricht sie mal mit Frau Schröder-Köpf? Die sitzt doch m. W. im Vorstand bei Karstadt.
    Ganz Berlin beteht halt nur aus Dilettanten

  • Die Politbüro-Uschi muss dringend auf den Kartoffelacker, damit der Kopf wieder klar wird.

  • Da wird die gute Frau von der Leyen wohl dem Charme dieses Fliegenpilzes erlegen sein.

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