Entmachtung?
Aufsichtsräte fürchten um ihren Einfluss

Aufsichtsräte sehen ihren Einfluss auf die Unternehmensführung durch den gesetzlich verschärften Anlegerschutz schwinden. Max Dietrich Kley, Präsident des Deutschen Aktieninstituts (DAI) und Aufsichtsrat in zahlreichen Dax-Firmen, sagte dem Handelsblatt (Mittwochausgabe), er befürchte eine „Entmachtung der Aufsichtsräte“.

DÜSSELDORF. „Alle gehen auf die sichere Seite“, sagte Kley, "und veröffentlichen Geschäftszahlen bevor der Aufsichtsrat überhaupt informiert ist." Unterstützung findet Kley bei IG-Metall-Vize Berthold Huber. In einem Brief an Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD), der dem Handelsblatt vorliegt, warnt Huber davor, das System der Unternehmensführung aus Vorstand und Aufsichtsrat in Frage zu stellen. Der Gewerkschafter fürchtet zudem, dass der Aufsichtsrat durch die vorzeitige Veröffentlichung von Informationen "nicht mehr frei entscheiden kann".

Hintergrund der Verunsicherung ist das Anlegerschutz-Verbesserungsgesetz, dass seit Herbst 2004 in Kraft ist. Die Vorschriften haben schon jetzt dazu geführt, dass die Zahl der Ad-Hoc-Mitteilungen steigt. Nach Angaben der Wertpapieraufsicht Bafin gab es im Januar und Februar dieses Jahres rund 25 Prozent mehr Meldungen als im Vorjahresvergleich.

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