Entscheider halten Bundesregierung für zu schwach
Umfragen: Schlechte Zeugnisse für Schröder

Die deutsche Bevölkerung hat der Politik des Bundeskanzlers, Gerhard Schröder (SPD) ein miserables Zeugnis ausgestellt. Und die deutschen Führungskräfte haben nach dem Verzicht von Bundeskanzler Gerhard Schröder auf den SPD-Vorsitz starke Zweifel an dessen künftiger Gestaltungsfähigkeit.

HB HAMBURG/BERLIN. Wenige Tage vor dem Sonderparteitag der Sozialdemokraten an diesem Sonntag halten 64 % der Bürger die Politik der Reform-„Agenda 2010“ für falsch und sogar 76 % für sozial ungerecht.

Die Deutschen bezweifeln auch massiv, dass die „Agenda 2010“ die versprochenen Wirkungen haben wird. 85 % glauben, dass sie nicht helfen wird, neue Arbeitsplätze zu schaffen. 71 % erwarten nicht, dass sie die Sozialsysteme sicherer macht, ergab die Studie des Forsa-Instituts im Auftrag des Hamburger Magazins „Stern“.

Viele sehen sich als Verlierer der „Agenda 2010“. 60 % sagen, die Reformen hätten ihnen persönlich eher Nachteile gebracht, Vorteile registrieren dagegen nur 3 %. Unter den Rentnern zählen sich sogar 73 % zu den Reform-Opfern. (Datenbasis: Befragung von 1007 Bürger am 10./11. März. Die statistische Fehlertoleranz beträgt +/- drei Prozentpunkte.

Die deutschen Führungskräfte haben nach dem Verzicht von Bundeskanzler Gerhard Schröder auf den SPD-Vorsitz starke Zweifel an dessen künftiger Gestaltungsfähigkeit. Das Wirtschaftsmagazin „Capital“ veröffentlichte am Dienstag in Berlin eine entsprechende Allensbach-Umfrage unter Spitzenvertretern von Wirtschaft, Politik und Verwaltung.

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