Entscheidung bis Jahresende
SPD-Kanzlerkandidat noch 2008

Angesichts zahlreicher offener Baustellen innerhalb der Partei, möchte SPD-Chef Kurt Beck zumindest eine Frage noch in diesem Jahr klären: Wer wird Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten?

HB BERLIN. SPD-Chef Kurt Beck will noch in diesem Jahr eine Entscheidung über die Kanzlerkandidatur seiner Partei herbeiführen. "Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird dieses Jahr entschieden. Der Parteivorsitzende wird einen Vorschlag machen", sagte Beck der "Bild am Sonntag". Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident schloss ausdrücklich nicht aus, selbst für den nächsten Bundestag zu kandidieren. "Die Sache wird entschieden, wenn es an der Zeit ist."

Zuvor hatte er Berichte dementiert, er werde auf dem Landesparteitag der rheinland-pfälzischen SPD am 13. September seine Bundestagskandidatur verkünden.

In zeitlicher Nähe zu der Entscheidung über die Kanzlerkandidatur wird auch die neue Autobiografie Becks erscheinen. In dem Interview machte der SPD-Vorsitzende klar: "Das werden keine Memoiren. Das wird die Vorstellung eines Kurt Beck, der seine Motive für Politik darlegt." Persönlich werde das Buch nur hinsichtlich seiner Beweggründe und Erfahrungen. "Ich werde sagen, wo ich herkomme, wo ich hin will, was mich bewegt."

Derweil will die SPD wieder mitgliederstärkste Partei werden. "Nach der Bundestagswahl wollen wir wieder stärkste Partei sein", sagte SPD-Generalsekretär Hubertus Heil dem Nachrichtenmagazin "Focus". Er kündigte für das kommende Jahr eine Mitgliederkampagne an, die mit den Wahlkämpfen in den Ländern, für das EU-Parlament und den Bundestag verknüpft werden soll. Wahlkampfzeiten seien die besten Zeiten, um neue Mitglieder zu werben, sagte Heil. Unter dem Slogan "Demokratie braucht Partei" wolle die SPD vor allem unter jungen Arbeitern, Akademikern und Frauen werben.

Dieselben Zielgruppen hat die CDU im Blick. Wir werden unsere Mitglieder-Werbekampagne forcieren, Frauen und Jüngere noch aktiver ansprechen", sagte CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla im "Focus". Ziel der CDU sei es, zur Bundestagswahl wieder steigende Mitgliedszahlen vermelden zu können. Zurzeit sinkt die Zahl der Mitglieder sowohl bei SPD als auch bei der CDU.

Die CDU hat den Angaben zufolge ihren Abstand zur SPD im Monat Juli vergrößern können. Mit Stichtag 31. Juli 2008 waren bei der SPD 528 541 und bei der CDU 529 980 Mitglieder eingeschrieben, also 1 439 Mitglieder mehr. Ende Juni hatte die CDU erstmals mehr Mitglieder vermeldet als die SPD, und zwar 761.

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