Entscheidung
Bundestag erleichtert Stammzell-Forschung

Der Bundestag hat die völlige Freigabe der ethisch umstrittenen Forschung mit embryonalen Stammzellen abgelehnt. Allerdings soll die Stammzell-Forschung erleichtert werden.

HB BERLIN. Der Bundestag hat am Freitag die umstrittene Lockerung des deutschen Stammzellengesetzes mit deutlicher Mehrheit beschlossen. Damit wird der Stichtag für den Import embryonaler Stammzellen aus dem Ausland vom 1. Januar 2002 auf den 1. Mai 2007 verschoben. Dafür stimmten 346 von 580 anwesenden Abgeordneten. 228 stimmten mit Nein, 6 enthielten sich. Für den neuen Stichtag hatten sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Forschungsministerin Annette Schavan (beide CDU) eingesetzt.

Der Bundestag hatte zuvor die völlige Freigabe der embryonalen Stammzell-Forschung abgelehnt. Nach einer zum Teil emotionalen Debatte stimmten am Freitag die Abgeordneten mehrheitlich gegen einen Antrag, keinen Stichtag mehr für die Verwendung solcher Stammzelllinien vorzuschreiben. Für den Antrag einer Gruppe von Abgeordneten um Ulrike Flach (FDP), Rolf Stöckel (SPD) und Katherina Reiche (CDU) stimmten nur 126 von 579 Abgeordneten. Zehn Abgeordnete enthielten sich. Auch der Antrag zum Verbot der embryonalen Stammzellforschung war mit deutlicher Mehrheit abgelehnt worden.

Viele Wissenschaftler hatten die Lockerung des Gesetzes gefordert. Mit den älteren Stammzellen sei Spitzenforschung nicht mehr möglich, hieß es. Bislang dürfen nur embryonale Zelllinien importiert werden, die vor dem 1. Januar 2002 existiert haben.

Nach der Entscheidung dürfen nun mehr und neuere Stammzelllinien zur Forschung nach Deutschland importiert werden. Die Abgeordneten unterlagen keinem Fraktionszwang und votierten nach ihrem Gewissen. Die embryonalen Stammzellen gelten als „Alleskönner“ und können nach Ansicht mancher Wissenschaftler zur Heilung schwerer Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs genutzt werden. Umstritten ist diese Forschung, weil die Gewinnung solcher Zellen den Tod des Embryos bedeutet.

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