Entscheidung Mitte des Monats
Gerhardt will Atomstreit mit Iran nicht vor Sicherheitsrat bringen

FDP-Außenexperte Wolfgang Gerhardt will im Gegensatz zur Europäischen Union im Atomstreit mit Iran noch nicht den UN-Sicherheitsrat anrufen. Am Montag sagte Gerhardt in Berlin, sinnvoller sei es, weiter auf Verhandlungen zu setzen.

HB BERLIN. FDP-Fraktionschef Gerhardt gilt als Favorit für das Amt des Außenministers. Die EU-Außenminister hatten in der vergangenen Woche erklärt, sie seien grundsätzlich dazu bereit, den Atomstreit mit Iran vor den Sicherheitsrat zu bringen. Zuvor hatten Deutschland, Frankreich und Großbritannien im Auftrag der Gemeinschaft monatelang versucht, diesen Schritt durch direkte Verhandlungen mit Iran zu vermeiden. Die Entscheidung könnte Mitte des Monats fallen. Der Sicherheitsrat könnte dann Sanktionen gegen die islamische Republik verhängen.

Vor allem die USA werfen Iran vor, nach Atomwaffen zu streben. Der Iran bestreitet dies und hatte zuletzt die Drohung mit dem Sicherheitsrat als lächerlich bezeichnet.

Einem am Freitag bekannt gewordenen Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA zufolge hat Iran bereits mehrere Tonnen Uran in Gas umgewandelt. Aus diesem Gas kann Uran so angereichert werden, dass es zum Betrieb von Atomreaktoren, aber je nach Grad der Anreicherung auch zum Bau von Atombomben genutzt werden kann.

Die UN-Behörde erklärte in dem Bericht zudem, dass sie bislang nicht ausschließen könne, dass Iran an der Entwicklung von Atomwaffen arbeitet. Der Gouverneursrat der IAEA will am 19. September über den Bericht ihres Chefs Mohamed ElBaradei beraten. Dessen Beurteilung entscheidet über eine Überweisung des Falles an den Sicherheitsrat.

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