Entscheidung über Haftentlassung in dieser Woche
Motassadeq will in Deutschland sein Studium beenden

Der Marokkaner Mounir El Motassadeq, der ursprünglich wegen Beteiligung an den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA verurteilt worden war, will nach Angaben seines Anwaltes nach einer möglichen Freilassung in Deutschland sein Studium beenden.

HB HAMBURG. Motassadeq fehle für einen Abschluss nur noch die Diplomarbeit, sagte sein Verteidiger Josef Gräßle-Münscher der Nachrichtenagentur Reuters am Montag in Hamburg: „Er möchte einfach sein Examen machen wie jeder andere Mensch auch und mit dem Beruf eines Ingenieurs nach Hause.“

Motassadeq hatte vor seiner Verhaftung an Technischen Universität Hamburg-Harburg Elektrotechnik studiert. Er befindet sich seit November 2001 in Untersuchungshaft. Das Oberlandesgericht (OLG) Hamburg will in dieser Woche entscheiden, ob sie das Verfahren gegen den 29-Jährigen einstellt.

Motassdeq war von dem Hamburger Gericht zunächst wegen Beihilfe zum Mord in mehr als 3000 Fällen und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil aber aufgehoben und kritisiert, die Regierungen der USA und Deutschlands hätten möglicherweise entlastende Zeugenaussagen für den Prozess nicht zugänglich gemacht. Damit sei ein faires Verfahren nicht möglich gewesen. Das OLG hätte im Zweifel für den Angeklagten entscheiden müssen. Das Verfahren wurde zur Neuverhandlungen nach Hamburg zurückverwiesen.

Motassadeq ist der weltweit einzige, gegen den wegen der Anschläge vom 11. September ein Urteil ergangen ist. In einer nichtöffentlichen Verhandlung am Freitag hatte die Verteidigung Motassadeqs den Antrag gestellt, den Haftbefehl gegen den 29-Jährigen aufzuheben und ihn aus der Untersuchungshaft zu entlassen. Dagegen hatte die Bundesanwaltschaft beantragt, Motassadeq in Haft zu belassen.

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