Entwicklungshilfe
Engpassfaktor Rohstoffe

In der deutschen Entwicklungshilfe steht ein Kurswechsel bevor. Bundesminister Dirk Niebel will die Hilfsgelder künftig mit wirtschaftspolitischen Interessen verknüpfen. Deutschen Unternehmen könnte das eine stabilere Rohstoffversorgung bescheren.
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BERLIN. Die Bundesregierung will ihre Entwicklungspolitik künftig mit dem Interesse der deutschen Wirtschaft an einer reibungslosen Rohstoffversorgung verbinden. Einen stabilen und leistungsfähigen Rohstoffsektor in Entwicklungsländern aufzubauen schaffe die Voraussetzungen für ein investitionsfreundliches Klima, aus dem auch die deutsche Wirtschaft Nutzen ziehen könne, heißt es in einem Strategiepapier des Entwicklungsministeriums zur Rohstoffsicherheit, das dem Handelsblatt vorliegt.

"Wir leiten einen Kurswechsel in der Entwicklungspolitik ein", sagte Gudrun Kopp, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesentwicklungsministerium, dem Handelsblatt. Das Ministerium stehe für eine "werte- und zugleich auch interessenorientierte Entwicklungspolitik", sagte die FDP-Politikerin. Davon sollten auch deutsche Unternehmen profitieren können.

Berührungsängste mit der Wirtschaft abbauen

Im Fokus der Entwicklungspolitik stehe zwar die Verbesserung der Lebenssituation der Bevölkerung in Entwicklungsländern. Doch es gehe aber auch um das berechtigte Interesse deutscher Unternehmen an einer Versorgung mit Rohstoffen, sagte die FDP-Politikerin. In der Entwicklungspolitik sei die Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft bislang nicht vordergründig gewesen. "Diese Berührungsängste müssen wir abbauen", sagte Kopp.

Hintergrund des Kurswechsels ist der weltweite Wettlauf um knappe Rohstoffe. Aufstrebende Schwellenländer, allen voran China, sichern sich seit Jahren Rohstoffquellen in Entwicklungsländern - unter teilweise fragwürdigen Bedingungen. Gerade die Investitionen chinesischer Staatsunternehmen in Entwicklungsländern sind etwa hoch subventioniert. Oft geht es den Investoren darum, sich frühzeitig Rohstoffquellen zu sichern, um sich in Zeiten einer angespannten Versorgungssituation einen Vorteil im globalen Wettbewerb zu sichern. Zusätzlich verfügt China auch auf eigenem Territorium über hohe Rohstoffvorkommen und setzt diese strategisch ein.

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