Entwicklungsminister Gerd Müller: „Afrika ist ein Markt für echte Unternehmer“

Entwicklungsminister Gerd Müller
„Afrika ist ein Markt für echte Unternehmer“

Der neue Entwicklungsminister Gerd Müller spricht im Interview über neue Möglichkeiten für die deutsche Wirtschaft und die Zusammenarbeit im Koalitionsausschuss – und seinen Vorgänger Dirk Niebel.
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Die Kampfmützen seines Amtsvorgängers Dirk Niebel hat Gerd Müller (CSU) als Erstes entsorgt. Auch die Butterkekse für Gäste mag der frühere Ernährungsstaatssekretär nicht. Er setzt auf Bewegung: Mindestens 3 000 Schritte am Tag versucht er zu gehen – und kontrolliert das per Schrittzähler am Gürtel.
Herr Minister, ärgern Sie sich eigentlich manchmal über Frau von der Leyen?
Ich ärgere mich nicht über Frau von der Leyen, wieso?
Sie ist ja ziemlich vorgeprescht in der Außen- und Sicherheitspolitik.
Frau von der Leyen, Herr Steinmeier und ich sind ein Team im Bereich der Sicherheits-, Außen- und Entwicklungspolitik. Natürlich setzen wir entsprechend unseren Ressorts unterschiedliche Schwerpunkte.
Sie unterstützen es also, wenn Deutschland sich stärker in der Welt engagiert – auch militärisch?
Als Entwicklungsminister setze ich auf Stabilisierung der Länder und auf die Verhinderung von kriegerischen Auseinandersetzungen, nicht auf den Einsatz von Militär. Ich bin nicht für den Einsatz von deutschen Kampftruppen in Afrika. Wir sollten die Afrikanische Union stärken und befähigen, Krisen und Konflikte selbstverantwortlich zu lösen.

Infografik

Zu- und Abwanderung in Europa

pro Tausend Einwohner im Jahr 2011

(mit der Maus über die Grafik fahren)


Kommende Woche tagt der Koalitionsausschuss, auch die Verteidigungspolitik wird Thema sein. Reden Sie deshalb nicht mehr vom Kampfeinsatz in Mali?
Der Einsatz in Mali ist kein Kampfeinsatz, sondern es geht um die Ausbildung des malischen Militärs. Ich will Afrika darin unterstützen, seine Probleme selbst zu bewältigen. In der zentralafrikanischen Republik wiederum geht es um technische und medizinische Unterstützung der Franzosen.
Hilfe zur Selbsthilfe klingt nach den selbstlosen Deutschen. Ihr Vorgänger Dirk Niebel hat offensiv die Interessen der Wirtschaft betont.
Solange täglich 25 000 Kinder verhungern, 800 Millionen Menschen nicht genug zu essen haben und wir uns in den Industrieländern mit Übergewicht herumschlagen, haben wir eine moralische Verpflichtung und müssen uns stärker engagieren als bisher. Dabei geht es auch um Schlüsselfragen wie das Klima. Ich war gerade in Indien. Dort unterstützen wir mit zinsbegünstigten 900 Millionen Euro Krediten den Ausbau erneuerbarer Energiegewinnung. So entstehen Einspeisemöglichkeiten in das indische Stromnetz. Wir erreichen damit einen Technologieschub und ermöglichen Aufträge auch für deutsche Unternehmen mit ganz erheblichen Rückflüssen – nicht zu vergessen die CO₂-Einsparungen.

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„Was aus München kommt, ist immer richtungsweisend“

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