Epidemie

Deutschland kann 50 Ebola-Patienten aufnehmen

Deutschland könnte Dutzende von Ebola-Patienten aufnehmen. Auch andere Staaten helfen. Doch reichen die Maßnahmen? Die EU-Gesundheitsminister wollen beraten. In Liberia könnte ein Streik im Gesundheitssystem Folgen haben.
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Gröhe: Infektionsgefahr in Deutschland sehr gering

BerlinTrotz des Vormarsches der Terrormiliz IS streiten die USA und die Türkei weiter über die Nutzung von Stützpunkten in dem Nato-Land. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte am Montag nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu, es gebe noch keine Einigung, dass die internationale Allianz die türkischen Stützpunkte für den Kampf gegen den IS nutzen könne.Er dementierte damit Aussagen von Susan Rice, der Sicherheitsberaterin von US-Präsident Barack Obama. Rice hatte im US-Fernsehen gesagt, die Regierung in Ankara habe zugestimmt, ihre Stützpunkte zur Verfügung zu stellen. Minister Cavusoglu bestätigte aber, dass es eine Einigung über die Ausbildung gemäßigter syrischer Rebellen gebe.

Das Anti-IS-Bündnis will die Türkei seit längerem enger einbinden. Die Regierung in Ankara sträubt sich jedoch dagegen und pocht unter anderem auf ein gemeinsames Vorgehen, das sich auch gegen das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad richtet. Die Türkei spielt eine entscheidende Rolle, weil sie unmittelbar an Gebiete grenzt, die von den IS-Extremisten kontrollierte werden.

In der Diskussion um das weitere Vorgehen gegen den IS schloss die Bundesregierung den Einsatz deutscher Bodentruppen in Syrien aus. Bei einem Besuch in Saudi-Arabien wies Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) entsprechende Überlegungen aus Reihen der Grünen zurück: „Das lässt sich leicht fordern in Deutschland, wenn man weiß, dass ein solches Mandat nicht zustande kommt“.

Deutschland stehe mit der Entscheidung, keine Bodentruppen zu schicken, nicht allein. Die USA und die anderen europäischen Staaten sähen das genauso, betonte Steinmeier. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nannte den Grünen-Vorschlag, die Bundeswehr könne im Rahmen eines UN-Mandats in der Region aktiv werden, „wohlfeil“. Im ZDF sagte sie: „Es wird keine Kampftruppen in Syrien und im Irak geben.“

In der eingekesselten und umkämpften Stadt Kobane eroberten kurdische Volksschutzeinheiten (YPG) in der Nacht zu Montag nach eigenen Angaben Gebiete im Nordosten und Südwesten der Stadt vom IS zurück. Die Kämpfer hätten die Dschihadisten dort nach „schweren Gefechten“ vertreiben können, sagte Kurden-Sprecher Idris Nassan.

Die USA und Saudi-Arabien griffen am Montag gemeinsam vom IS besetzte Stellungen in Syrien an. Südwestlich von Kobane seien eine große und eine kleine IS-Einheit und im Nordosten der Stadt ebenfalls eine kleine Einheit getroffen worden, teilte das Zentralkommando in Tampa (Florida) mit. Die Koalition nahm unter anderem Gebäude und Sammelstellen der Extremisten ins Visier. Nahe der östlichen Provinz Al-Rakka sei zudem eine IS-Garnison getroffen worden.

Dagegen drangen die selbst ernannten Gotteskrieger im Westen des Iraks weiter vor und eroberten eine strategisch wichtige Militärbasis, wie die unabhängige irakische Nachrichtenseite Al-Sumaria News berichtete. Die Stadt Hit liegt knapp 150 Kilometer nordwestlich der irakischen Hauptstadt Bagdad und beherbergte einen der letzten Armeestützpunkte in der vom IS kontrollierten westirakischen Provinz Anbar. Die Regierungstruppen hätten einen „strategischen Rückzug“ angetreten, hieß es.

Die gefährlichsten Viren der Welt
EBOLA VIRUS
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Ebola-Virus

Das vorwiegend in Zentralafrika auftretende Ebola-Virus gehört zu den tödlichsten Krankheitserregern überhaupt. Bis zu 90 Prozent der Infizierten sterben innerhalb von einer Woche nach dem Auftreten der ersten Symptome.

Marburg-Virus
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Marburg-Virus

Mit einer Sterblichkeitsrate von bis zu 90 Prozent ist der Erreger des Marburg-Fiebers ähnlich gefährlich wie das Ebola-Virus. Vergleichbar sind auch Krankheitsverlauf und Übertragungsweg: Beide Erreger werden auf den Menschen durch Kontakt mit infizierten Personen oder Tieren übertragen.

Das Marburg-Virus wurde erstmals im Jahr 1967 bei Mitarbeitern eines Labors in Marburg festgestellt. Vermutlicher Ausgangspunkt der Erkrankung waren seinerzeit wohl infizierte Versuchstiere.

Lassavirus
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Lassa-Virus

Überträger des vor allem in Westafrika auftretenden Lassa-Virus ist ein Nagetier, die Natal-Vielzitzenmaus. Etwa 500.000 Menschen erkranken nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO am Lassa-Fieber, rund 5000 davon sterben. Gefährdet sind vor allem schwangere Frauen, da sich der Erreger gern in der Plazenta einnistet.

TigermückeTigermücke
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Dengue-Virus

Die Tigermücke ist einer der Erreger des durch Viren hervorgerufenen Dengue-Fiebers. Die Krankheit ähnelt meist einer schweren Grippe, kann aber auch in ein hämorrhagisches Denguefieber ausarten, bei dem schwere innere Blutungen schließlich zum Tod führen. Die WHO schätzt, dass bis zu 100 Millionen Menschen pro Jahr an Denguefieber erkranken, rund 20.000 davon sterben.

Hantaviren
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Hanta-Virus

Während des Koreakrieges erkrankten rund 3000 US-Soldaten im Gebiet des südkoreanischen Hantan-Flusses an einem bis dahin unbekannten Erreger, der Fieber und im schlimmsten Fall Nierenversagen verursachte. Heute zählen Hantaviren zu den am weitesten verbreiteten Krankheitserregern, sie sind praktisch weltweit zu finden. Die meisten Infektionen mit den durch Nagetiere übertragenen Viren verlaufen allerdings glimpflich.

Gelbfieber
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Gelbfieber-Virus

Obwohl es einen Impfstoff gibt, erkranken pro Jahr noch immer mehrere hunderttausend Menschen an Gelbfieber. Die Viren werden durch Stechmücken übertragen. In schweren Fällen kann es zu Leberschäden und Störungen der Blutgerinnung kommen. Die WHO schätzt, dass etwa 30.000 Menschen pro Jahr an Gelbfieber sterben.

Wie Susan Rice weiter im US-Fernsehen sagte, gestatte die Türkei künftig, dass auf ihrem Gebiet gemäßigte syrische Rebellen für den Kampf gegen die Dschihadisten ausgebildet werden. Bislang sahen die US-Pläne vor, allein in Saudi-Arabien jährlich 5000 gemäßigte syrische Rebellen auszubilden und mit Waffen auszurüsten. Washington will keine Truppen in Kampfgebiete entsenden, die Regierung in Ankara lehnt eine Bodenoffensive im Alleingang ab.

Am Montag und Dienstag sollte in den USA ein erstes Bündnistreffen für eine langfristige Strategie gegen den IS stattfinden. Zu der Konferenz hat US-Generalstabschef Martin Dempsey mehr als 20 Militärchefs eingeladen, unter anderem aus Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden.

  • dpa
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5 Kommentare zu "Epidemie: Deutschland kann 50 Ebola-Patienten aufnehmen"

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  • Man will Ebola eindämmen. Dafür verteilt man die Kranken weltweit! Dies ist Eindämmung???

  • Welcher Politiker, Experte zahlt für den 1. Toten in Deutschland???

  • @ HB: Stimmen Sie doch einmal die Schlagzeile mit dem Artikel ab. Da stimmt etwas nicht.

  • Einfliegen von Ebola-Patienten und "Behandeln" in Deutschland: So ein verantwortungsloser Schwachsinn.

    Das ist Drama, dass für Polit-Jobs fachliche und persönliche Qualifikation kein Kriterium sind.


    Jeder Dummkopf kann doch verstehen, wo das Problem liegt: Die Bevölkerung der betroffenen Staaten versteht die Zusammnehängen nicht zwischen ihren Lebensgewohnheiten und der Verbreitung der Seuche. Ihnen mangelt es an Intelligenz und Bildung.

    Das Problem muss dort vor Ort an der Wurzel gepackt werden.

  • Deutschland kann 50 Ebola-Patienten aufnehmen?

    Ich bin gegen die Aufnahme von weiteren EBOLA-Patienten in der BRD.
    Alle diese Patienten müssen in ihren Heimatländern behandelt und versorgt werden, dazu müssen Krankenzentren in diesen Ländern errichtet werden, es ist doch eine Utopie, alle diese Patienten nach Deutschland zu hohlen.
    Herr Gröhe sollte erst einmal sich genauer informieren, bevor er einen solchen Schwachsinn in die Welt setzt.
    Wer einen solchen Lebenslauf aufweist wie Herr Gröhe, ist prädestiniert als Gesundheitsminister zu fungieren:
    Nach dem Abitur 1980 am Quirinus-Gymnasium in Neuss absolvierte Gröhe ein Studium der Rechtswissenschaft an der Universität zu Köln, welches er 1987 mit dem Ersten juristischen Staatsexamen beendete. Anschließend war er bis 1993 als wissenschaftlicher Mitarbeiter bzw. wissenschaftliche Hilfskraft bei Martin Kriele am Seminar für Staatsphilosophie und Rechtspolitik der Universität zu Köln tätig. Nach Ableistung des Referendariats bestand er 1993 auch das Zweite juristische Staatsexamen. Seit 1994 ist er als Rechtsanwalt zugelassen. Seine Anwaltstätigkeit ruht, seit er in den Deutschen Bundestag eingezogen ist.

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