Erdogan-Karikatur
Türkei erbost über angeblichen Schulbuch-Rassismus

Eine Karikatur zeigt Erdogan als Kettenhund. Die türkische Regierung sieht darin einen Beleg für Rassismus in Deutschland. Unterstützung kommt aus der CDU. Der Deutsche Lehrerverband reagiert mit scharfer Kritik.
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IstanbulDie Karikatur, die in der Türkei und Deutschland die Gemüter erhitzt, zeigt eine vermeintliche Alpenidylle: Vor einem Bergrestaurant mit dem Namen „Üzrüms Alpenglück“ sitzen zwei Männer in bayrischer Tracht - einer raucht Wasserpfeife, das Gesicht des anderen ist wegen des scharfen türkischen Essens rot angelaufen. Im Hintergrund fletscht ein Hund in Ketten die Zähne. Auf seiner Hundehütte steht „Erdogan“. Die Zeichnung des Karikaturistenduos Greser & Lenz trägt den Namen: „50 Jahre Türken in Deutschland: Eine Erfolgsgeschichte“.

Was viele zum Lachen brachte, sorgte in Ankara jedoch für große Empörung. Denn die Karikatur wurde nicht nur vor rund drei Jahren in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ abgedruckt, sondern später auch in ein baden-württembergisches Schulbuch aufgenommen. Schulen im Südwesten verwenden es für den Unterricht im Fach Gemeinschaftskunde.

Da hörte bei den Verantwortlichen in Ankara der Spaß auf. Die Zeichnung beleidige den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan und die in Deutschland lebenden Türken, teilte das türkische Außenministerium in einer Erklärung mit. Solche Karikaturen zeigten die Zunahme von Rassismus und Ausländerfeindlichkeit in Deutschland.

Unterstützung erhielt die Regierung in Ankara von den nordrhein-westfälischen CDU-Bundestagsabgeordneten Cemile Giousouf und Oliver Wittke, die sich gerade zu einem Besuch in der Türkei aufhalten. „Völlig inakzeptabel“ finden die beiden den Abdruck der Karikatur in dem Schulbuch, weshalb sie fordern, es nicht mehr im Unterricht zu verwenden.

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Lehrverband hat „null Verständnis“ für Kritik der Türkei

Kommentare zu " Erdogan-Karikatur: Türkei erbost über angeblichen Schulbuch-Rassismus"

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  • @ Harold:"Man kann zu Erdogan stehen wie man will,
    aber in einem Schulbuch hat die Verunglimpfung
    eines Menschen nun weiß Gott nichts zu suchen!"

    Verunglimpfung ist es nicht, sondern es handelt sich um eine Karikatur.
    Trotzdem stimme ich Ihnen zu, dass solche tendenziösen, manipulativen Darbietungen nichts in einem Schulbuch zu suchen haben. In einer Tageszeitung ja.

  • @ Hanne Atak „Woher kennen Sie sich denn mit islamischen Schulbüchern aus.“

    Wer lesen kann, ist eindeutig im Vorteil. Ich habe eine Frage gestellt. Wenn Sie wie ich über Jahre Berichte über islamische Länder verfolgt hätten, wüßten Sie, daß z.B. in Schulbüchern Saudi-Arabiens Juden und Christen als Affen und Schweine bezeichnet werden. Und welche Hochachtung sehr viele Muslime hier in Deutschland den Deutschen, hier besonders unseren Frauen entgegenbringen, ist in zahlreichen Städten, besonders im Sommer zu beobachten.

  • @ Hanne Atak „...dass immer wieder die Ausländerfeindlichkeit betont wird und wurde.“

    Immer dann, wenn tatsächlich einmal über diese Auswüchse in der Presse zu lesen ist und, weil es auf Grund des Hintergrundes dieses Berichts, nicht anders geht auch einmal kritische Leserbriefe dazu übernommen werden, gibt es Menschen wie Sie, die daraus “Fremdenfeindlichkeit“ herleiten. In meiner Heimatstadt gibt es ca. 400 Russen, ca. 250 Türken und ca. 150 Zuwanderer aus anderen Gegenden dieser Welt. Was meinen Sie, wer die Kriminalstatistik anführt; wegen Nötigung, Körperverletzung, Abziehen? Richtig, die Türken führen diese Statistik an.

    „Allein schon ihr Kommentar zeigt Ihren innerlichen Hass und Ihre Wut.“

    Wo lesen Sie denn Haß und Wut heraus? Ich habe eine Begebenheit mit Türken geschildert und die Bemerkung eines jungen Ausländers dazu. Wie kommt der wohl zu dieser Auffassung?

    „Ich glaube nicht, dass es nur unter den Türken solche Menschen gibt.“

    Da haben Sie recht, es sind im Regelfall junge Männer aus dem islamischen „Kulturkreis“, die in solchen Fällen auffällig sind, allerdings nur dann, wenn sie in der Gruppe auftreten, allein sind sie nicht zu sehen und zu hören.

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