Ergebnis der Vorbesprechung zur Ministerpräsidentenkonferenz
Unions-Länder wollen Rechtschreibreform verschieben

Die Ministerpräsidenten der unionsgeführten Länder wollen die Einführung der Rechtschreibreform komplett um ein Jahr verschieben.

HB BERLIN. Dies bestätigte Niedersachsens Minsterpräsident Christian Wulff nach der Vorbesprechung zur Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag in Berlin.

Darüber wolle man jetzt mit den Regierungschefs der SPD-Länder beraten, sagte Wulff am Donnerstag am Rande der Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin.

Dagegen hatten die Kultusminister unlängst einstimmig beschlossen, die unstrittigen Teile der Reform vom 1. August an in Schulen und Behörden für verbindlich zu erklären. Die noch strittigen Teile, vor allem die Getrennt- und Zusammenschreibung, Zeichensetzung und Silbentrennung, sollten nach ihrer Überarbeitung nachträglich in das neue Regelwerk eingeführt werden.

Nach Auffassung der Unions-Ministerpräsidenten mache aber eine solche Aufteilung der Reform keinen Sinn, hieß es aus Teilnehmerkreisen. Um die verbindliche Einführung der Rechtschreibreform komplett zu verschieben, müssten die Ministerpräsidenten allerdings einstimmig entscheiden. Aus dem Kreis der SPD-Regierungschefs lag dazu noch keine Stellungnahme vor.

Das Inkrafttreten der Rechtschreibreform zum 1. August 2005 war von den Länder-Regierungschefs 1997 einstimmig beschlossen worden, nachdem auch das Bundesverfassungsgericht den neuen Schreibweisen den Segen gegeben hatte. Ab diesem Zeitpunkt sollten die Lehrer Abweichungen von den neuen Schreibweisen in Schülerarbeiten nicht nur kenntlich machen, sondern auch als Fehler werten.

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