Ergebnisse vermisst
Eon-Chef zweifelt an Sinn von Energiegipfel

Konkrete Ergebnisse vermisst Eon-Chef Wulf Bernotat bei den bisherigen Energiegipfeln zwischen Bundesregierung und der Strombranche.

HB BERLIN. Der Vorstandschef des Energiekonzerns Eon, Wulf Bernotat, hat Zweifel am Sinn eines weiteren Energiegipfels zwischen Bundesregierung und der Strombranche geäußert. „Warum sollen wir uns von Runde zu Runde ohne konkretes Ergebnis hangeln, wenn in der Zwischenzeit durch die Politik einseitig Fakten geschaffen werden?“, sagte Bernotat der „Welt am Sonntag“. „Es gibt bisher kein Gesamtkonzept, sondern nur viele Einzelmaßnahmen, die offenkundig alle nur auf eins hinauslaufen: die Energiewirtschaft zu belasten.“

Unabdingbare Voraussetzung für ein weiteres Treffen sei eine gemeinsame Datenbasis, die eine Verständigung über Ziele und Strategien erlauben würde. „Wenn es diese Datenbasis gibt, könnte auf dieser Grundlage der nächste Gipfel Anfang Juli stattfinden.“ Bernotat hielt der großen Koalition fehlendes Einfühlungsvermögen in große Konzerne vor. „Man könnte den Eindruck haben, dass die Interessen der großen Konzerne gegenüber denen des Mittelstandes zurückgedrängt werden. In keinem anderen Land wird großen Unternehmen unserer Branche das Leben so schwer gemacht“, klagte er.

Es gebe einen eklatanten Widerspruch: „Einerseits heißt es, wir müssten zerschlagen und unsere Netze enteignet werden. Andererseits sollen wir in eben diese Netze und in neue CO2-arme Kraftwerke investieren“, kritisierte der Vorstandschef des größten deutschen Energiekonzerns. Unzufrieden ist er auch mit dem Klimaziel der Bundesregierung, die CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent zu reduzieren. „Dieses CO2-Ziel demonstriert, was mich derzeit an der Politik stört.“ Wie in der Planwirtschaft stelle man fest, dass das das Planziel nicht geschafft sei und der nächste Plan deshalb nun übererfüllt werden müsse. „So funktioniert das nicht. Kernenergie und Kohle lassen sich nun einmal nicht in den nächsten zwei Jahrzehnten durch CO2-freie Energieträger ersetzen. Dazu müssten wir halb Deutschland mit Windrädern zupflastern.“

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