Erhalt von Jobs und Standorten Bundesregierung will für Opel kämpfen

Nach der Schockstarre in Rüsselsheim formiert sich die Politik, um einen Ausverkauf bei Opel zu verhindern. Wirtschaftsstaatssekretär Machnig sendet deutliche Signale in Richtung der Gewerkschaften und Betriebsräte.
Update: 16.02.2017 - 17:58 Uhr 7 Kommentare
„Es ist notwendig, die Arbeitnehmer und ihre Vertretungen voll in den weiteren Gesprächsprozess mit einzubeziehen.“ Quelle: dpa
Matthias Machnig

„Es ist notwendig, die Arbeitnehmer und ihre Vertretungen voll in den weiteren Gesprächsprozess mit einzubeziehen.“

(Foto: dpa)

Berlin„Bund und Länder wollen eng zusammenarbeiten und gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern und Gewerkschaften für den Erhalt der Standorte, der Arbeitsplätze, des Entwicklungszentrums und der betrieblichen Vereinbarungen arbeiten“, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig dem Handelsblatt. Machnig begleitet als Vertreter der Bundesregierung die Verhandlungen zwischen dem französischen Autokonzern PSA und der Opel-Mutter General Motors und fungiert zugleich als Ansprechpartner für die Gewerkschaften und die Bundesländer mit Opel-Standorten.

„Es ist notwendig, die Arbeitnehmer und ihre Vertretungen voll in den weiteren Gesprächsprozess mit einzubeziehen“, sagte Machnig. Damit sendet er deutliche Signale in Richtung der Gewerkschaften und Betriebsräte. Opels Arbeitsnehmervertreter waren durch die Nachricht eines möglichen Verkaufs kalt erwischt worden – und hatten in einem ersten Statement scharfe Kritik an den Geheimgesprächen zwischen GM und PSA geübt. Machnig sieht sich in dieser komplizierten Gemengelage als Vermittler. „Durch Transparenz muss wieder Vertrauen entstehen", sagt er.

Dabei ist seine eigentliche Aufgabe, die deutschen Arbeitsplätze in den Verhandlungen zu erhalten. Als eiserner Interessensvertreter hat sich Machnig bewährt. Als der kanadische Zulieferer Magna sich Opel im Jahr 2009 einverleiben wollte, war Machnig Wirtschaftsminister von Thüringen. Nachdem die Pläne scheiterten, beriet er mit GM über Umstrukturierungspläne. Während das Opel-Werk in Bochum in Folge der Umstrukturierungen geschlossen wurde, gelang es Machnig, das Werk im thüringischen Eisenach zu erhalten. Das Werk gilt unter Autoexperten bei einer Übernahme als gefährdet. Derzeit werden hier noch die Kleinwagen Adam und Corsa gebaut.

Für Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries ist die Übernahme von Opel durch Peugeot ausgemachte Sache. „Ich gehe davon aus, dass das stattfindet“, sagte Zypries am Donnerstag in Berlin. Sie wolle aber nicht von Übernahme, sondern von einem Zusammenschluss sprechen, fügte sie hinzu. Gespräche mit den Firmenchefs von GM und Peugeot habe es inzwischen gegeben. „Ich persönlich nicht, aber es wurden Gespräche geführt“, sagte sie.

Die deutsche Politik erhöht dabei ihre Bemühungen, die Stärken von Opel hervorzuheben. „Es gibt durchaus Signale, dass durch die Übernahme keine Standorte in Deutschland geschlossen werden sollen“, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Sie bezog sich damit nach Angaben der Landesregierung auf eine Telefonkonferenz von Vertretern der Bundesländer mit Opel-Standorten, der Bundesregierung und Arbeitnehmervertretern mit dem Vorstand des Rüsselsheimer Autobauers.

Auch die britische Regierung bringt sich in Stellung, um einen Abbau von Arbeitsplätzen zu verhindern. Wirtschaftsminister Greg Clark sprach mit General-Motors-Präsident Dan Amman und Len McCluskey von der Gewerkschaft Unite über die Folgen der möglichen Übernahme. Clark sagte am Donnerstag, er sei beruhigt durch die Absicht von GM, „auf dem Erfolg dieser Geschäfte aufzubauen, anstatt sie zu rationalisieren“. Die britische Regierung werde in den nächsten Tagen und Wochen in engem Kontakt mit GM und Peugeot bleiben.

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7 Kommentare zu "Erhalt von Jobs und Standorten: Bundesregierung will für Opel kämpfen"

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  • 1929 zum 2ten mal, Marsch für rusisch Girl muß blasen HB.

  • <<Die CDU hat seinerzeit beim Verkauf von Opel an GM nichts gemacht.>>

    Da hat die CDU im Jahre 1929 wirklich geschlafen. Hoffentlich haben sie aus diesem Fehler gelernt!

  • Bundesregierung will für Opel kämpfen....
    Die Firma geht mit Sicherheit unter..

  • Komisch: bei den einen heißt es "Protektionismus", bei en anderen heißt es "kämpfen".

    Sehr, sehr komisch.

  • Wenn 15 Jahre lang ein negatives Ergebnis generiert wird, die Arbeitnehmer morgens und abends die Stechuhr betätigen, dazwischen Autos bauen, die später aber nur mit 40 % Rabatt an die Käufer kommen, sollte man sich nicht wundern.

    OPEL ist keine staatliche durch die Bundesagentur geförderte Beschäftigungsgesellschaft.

  • Mann o mann, die Opelaner sind nun so lange unter amerikanischer Regie, da sollten sie doch endlich begriffen haben, dass sie nichts weiter als den Status eines bezahlten Sklaven haben und nichts anderes.
    US amerikanische Konzerne machen grundsätzlich immer mit ihrem Eigentum was sie wollen und lange genug hat man auch Geld dort hineingesteckt. Nun sieht man keine Möglichkeit mehr, in irgendeiner Weise (ausser bei der Entwicklung ) von Opel zu profitieren und macht Kasse.
    Wenn allen Ernstes jetzt jemand glaubt, mit großem Geschrei noch Einfluß nehmen zu können, ist er nicht naiv sondern schlichtweg doof.
    Es gab einen kurzen Moment, an dem Opel die Chance hatte, selbstständig zu werden und dem Markt zu zeigen, wo der Frosch die Locken hat : Das war während der Finanzkrise als GM selber am Abgrund stand.
    Man war sich soweit einig, es scheiterte nur an der Tatsache, das GM die Opel Patente nicht rausrücken wollte. Ohne Patente keine Autos.
    So treibt GM selbst in größter Not noch seine eigenen Interessen voran.

  • Mal sehen welcher Kaufinteressent sich noch melden wird. Eventuell noch jemand aus China? General Motors wird dann wohl an den Meistbietenden verkaufen.

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