Erheblicher Kapitalbedarf
Bundesbank warnt vor Belastungen durch Basel III

Mit Basel III kommen auf die Banken erhebliche Belastungen zu. Bundesbank-Vize Franz-Christoph Zeitler geht von einem erheblichen Kapitalbedarf für die Institute aus - die auch Gewinne kosten dürfte.
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HB FRANKFURT. Die Bundesbank sieht durch die geplanten Regeln für die Finanzbranche hohe Belastungen auf die deutschen Banken zukommen. „Für die Institute werden die Beschlüsse einen erheblichen Kapitalbedarf nach sich ziehen, und es wird auch zu Kapitalerhöhungen oder auch zur Einbehaltung von Gewinnen kommen“, sagte Bundesbank-Vizepräsident Franz-Christoph Zeitler in Frankfurt.

Zeitler sitzt für Deutschland im Baseler Ausschuss, in dem seit Monaten über neue Regeln für die Kreditinstitute gerungen wird. Die Notenbanker und Aufseher aus 27 Ländern hatten sich am Dienstag nicht auf eine gemeinsame Linie einigen können, sondern nur Kompromisslinien festgezurrt.

Zeitler gab sich dennoch zuversichtlich, dass auf Ebene der Notenbankgouverneure und Chefs der nationalen Aufsichtsbehörden am Wochenende eine Einigung in den noch offenen Details erzielt werden kann. „Nach der Sitzung des Baseler Ausschusses bin ich ein Stück optimistischer, dass dieses Ziel am Ende auch erreicht werden kann.“ Details, etwa welche Kapitalquoten für Banken in Zukunft gelten sollen, wollte Zeitler noch nicht nennen. Die Anforderung für die besonders wichtige Kernkapitalquote werde jedoch wohl niedriger liegen als zuletzt vorgeschlagen.

Zeitler bestätigte, dass die neue Kernkapitalquote von den Banken ab 2013 ohne Wenn und Aber erfüllt werden muss. Die Quote für das so genannte harte Kernkapital sowie für zusätzliche Kapitalpuffer sollen anschließend in Stufen eingeführt werden. Den Zeitraum, den die Aufseher den Banken dafür zugestehen wollen, taxierte der Bundesbank-Vize auf fünf bis zehn Jahre. Das harte Kernkapital soll deutlich mehr als die von Deutschland zunächst geforderten 50 bis 60 Prozent des Kernkapitals ausmachen, nämlich zwischen 75 und 80 Prozent.

Nicht diskutiert haben die Aufseher nach den Worten Zeitlers bislang über neue Regeln für die Liquiditätsvorsorge. Der Bundesbank-Vize schloss nicht aus, dass über dieses Thema erst bei einer der kommenden Ausschusssitzungen beraten werde.

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