Erhöhung zum Jahreswechsel
Hartz IV soll um acht Euro steigen

Ab dem kommenden Jahr bekommen die mehr als sechs Millionen Hartz-IV-Empfänger mehr Geld. Der Regelsatz soll von derzeit 391 auf 399 Euro pro Monat angehoben werden. Die Anpassung ist gesetzlich vorgeschrieben.
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BerlinDie 6,1 Millionen Hartz-IV-Empfänger sollen zum Jahreswechsel acht Euro mehr im Monat bekommen. Der Regelsatz für Alleinstehende soll dann von derzeit 391 Euro auf 399 Euro pro Monat steigen, ein Plus von gut zwei Prozent. In Regierungskreisen wurden am Samstag entsprechende Informationen der „Bild“-Zeitung bestätigt. Die Anhebung liegt damit über der Preissteigerungsrate von zuletzt 1,5 Prozent.

Leben zwei Erwachsene in einer Bedarfsgemeinschaft, erhalten sie zum 1. Januar 2015 jeweils 360 Euro, sieben Euro mehr als bisher. Für Kinder bis sechs Jahre gibt es künftig 234 Euro - das sind fünf Euro mehr. Das Kabinett will am 17. September die Verordnung des Bundesarbeitsministeriums zur Kenntnis nehmen. Später muss noch der Bundesrat zustimmen.

Die Erhöhung liegt aber nicht im Gutdünken der schwarz-roten Koalition, die jährliche Anpassung ist gesetzlich vorgeschrieben. Sie orientiert sich zu 70 Prozent an der Preissteigerung und zu 30 Prozent an der Lohnentwicklung. Eine Sprecherin von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) betonte: „Es handelt sich um einen gesetzlichen Auftrag in direkter Umsetzung des Bundesverfassungsgerichtsurteils zu den Regelsätzen.“

Die Linke forderte, die Regelsätze sofort auf 500 Euro zu erhöhen und die Sanktionen sowie die Regelungen zur Bedarfsgemeinschaft abzuschaffen. „Mit acht Euro mehr wird keinesfalls Armut und soziale Ausgrenzung bekämpft“, kritisierte Parteichefin Katja Kipping.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Erhöhung zum Jahreswechsel: Hartz IV soll um acht Euro steigen"

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  • Ob Sie das mit dem Frondienst für Hartz-IV Empfänger
    ernst meinen, weiß ich nicht. Der Geisteszustand gewisser Zeitgenossen ist ja bisweilen unergründlich.
    Wenn dies indes tatsächlich Ihrer Meinung entsprechen sollte, schämen Sie sich. Wir leben nicht mehr im Mittelalter, und Frondienste widersprechen unserem deutschen Menschenrechtsbild und internationalem Recht.
    Ich hoffe nur, dass es sich bei Ihnen nicht um eine anrüchig-spätrömisch-dekadente Kreatur mit menschenverachtendem FDP-ler Weltbild handelt. Von diesen laufen leider immer noch zu viel rum.

  • "Der Regelsatz soll von derzeit 391 auf 399 Euro pro Monat angehoben werden."

    Das ist insgesamt etwas weniger als die Diätenerhöhung der Politiker in diesem Jahr.

    Die Diätenerhöhung sollte ihnen wieder gestrichen werden und zum Ausgleich sollte ein Hartz IV-ler zu Frohndienst bei ihm eingeteilt werden. Der könnte Rasenmähen, könnte einkaufen, könnte die Familie bespasen.

  • "die zusammen in weniger als 2 Jahren die 10 Millionen Grenze überschreiten werden obwohl die Wirtschaft nach Arbeitskräften schreit, "
    LOL
    Sie wissen aber schon, dass nur noch rund 500.000 freie Arbeitsplätze zur Verfügung stehen und die Wirtschaft nicht nach Arbeitskräften schreit, sondern nach noch billigeren Arbeitskräften...

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