Ermittler ziehen Netz enger
Bombenleger flogen direkt ins Ausland

Drei Wochen nach dem versuchten Terroranschlag auf zwei Nahverkehrszüge ziehen die Ermittler das Netz um die Täter und ihre Hintermänner enger. Beamte des Bundeskriminalamts durchsuchten am Dienstag die Wohnung des zweiten Hauptverdächtigen in Köln – der selber flüchtig ist. Offenbar gab es zudem auch Festnahmen in Essen und Oberhausen.

HB BERLIN. Der Komplize des bereits festgenommenen Tatverdächtigen habe zuletzt in Köln gewohnt, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Abend ohne weitere Angaben zur Person mit. Die Behörde werde gegen ihn beim Bundesgerichtshof Haftbefehl beantragen. Einen Festnahmeversuch habe es entgegen anders lautenden Berichten nicht gegeben. Nach Medienberichten handelt es sich bei dem Verdächtigen um einen 20-jährigen Libanesen, der ins Ausland geflüchtet ist.

Ermittler des Bundeskriminalamtes (BKA) durchsuchten eine Wohnung in einem großen Mietshaus in Köln-Ehrenfeld und eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Oberhausen. In Oberhausen wurde ein Mann in Handschellen abgeführt. Auch eine Wohnung in Kiel wurde durchsucht. Dort wurde ein Mann vernommen. In Kiel war am Samstag der erste Tatverdächtige festgenommen worden. Einzelheiten zu den Aktionen wollten die Behörden nicht nennen.

BKA-Chef Jörg Ziercke hatte am Montagabend einen raschen Fahndungserfolg in Aussicht gestellt. Einer der beiden mutmaßlichen Attentäter, der 21-jährige Libanese Youssef Mohamad E.H., war am Samstag nach einem Hinweis des libanesischen Militärgeheimdienstes in Kiel gefasst worden. Einem ZDF-Bericht zufolge bestreitet er, etwas mit den versuchten Anschlägen zu tun zu haben. Er habe aber ausgesagt, dass sein Bruder im jüngsten Libanon-Krieg bei einem Bombenangriff ums Leben gekommen sei.

Nach Darstellung der Ermittler belegen DNA-Spuren und ein Fingerabdruck, dass Youssef Mohamad E.H. an dem versuchten Anschlag auf zwei Regionalzüge nach Hamm und Koblenz am 31. Juli beteiligt war. Die in Köln in den Zügen abgelegten Kofferbomben waren nur wegen eines handwerklichen Fehlers nicht explodiert. Youssef Mohamad E.H. sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.

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